Risikomanagement bei Fremdfirmen: Von blinden Flecken zum Barrieresystem

Fallstudie
18 Dezember 2025 🇷🇺 Originalsprache: русский

Von blinden Flecken zum Barrieresystem: Die Evolution des Fremdfirmenmanagements

Fremdfirmen sind eine bedeutende Ressource für große Industrieunternehmen. Bei EVRAZ beispielsweise führen Fremdfirmen etwa 30 % aller Arbeiten aus, was rund 15.000 Personen entspricht. Historisch gewachsene Unterschiede in den Ansätzen zum Fremdfirmenmanagement in verschiedenen Werken und Minen erschweren jedoch die zentrale Kontrolle und die Skalierung von Best Practices. In seinem Vortrag erläutert Alexander Bashmakov, Leiter des Fremdfirmenmanagements bei EVRAZ, warum der Übergang zu einem einheitlichen Managementformat nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern eine kritische Notwendigkeit zur Reduzierung von Verletzungen ist.

Die Analyse der Sicherheitskennzahlen offenbarte besorgniserregende Trends: eine erhebliche Diskrepanz bei der Anzahl der identifizierten Risiken zwischen dem eigenen Personal und den Fremdfirmen. Fremdfirmen sind oft nicht motiviert, Mikrotraumata zu erfassen, da sie lokale Strafen befürchten. Dies führt zu „blinden Flecken“ im Sicherheitssystem. Probleme, die in frühen Stadien unsichtbar bleiben, entwickeln sich zwangsläufig zu schweren Vorfällen. Der Sprecher zeigt anhand einer Unfallanalyse, dass sich die Ursachen oft wiederholen: mangelnde Kompetenzen und geringes Engagement der Führungskräfte. Die Lösung ist ein durchgängiges Managementsystem, bei dem das Risikomanagement bereits in der Planungsphase beginnt, lange bevor die Fremdfirma das Gelände betritt.

Fokus auf Instandhaltungs-Fremdfirmen: Management in der Hochrisikozone

Es ist unmöglich, ein umfassendes System zur Verbesserung der Sicherheitskultur für alle Fremdfirmen gleichzeitig einzuführen. Daher konzentrierte das Unternehmen seine Bemühungen auf das riskanteste Segment: Instandhaltungs-Fremdfirmen. Im Gegensatz zu Bauprojekten, die in der Regel lokalisiert und relativ leicht zu kontrollieren sind, werden Instandhaltungsarbeiten oft im Bereich laufender Anlagen (z. B. in der Nähe von bewegten Metallpfannen) oder in der Höhe durchgeführt, wo die Kontrolle schwierig ist. Genau diese Gruppe von Arbeitnehmern befindet sich in der Zone des maximalen Risikos, und der Preis für einen Fehler ist hier am höchsten.

Digitale Kontrollinstrumente: Von statischen Berichten zum Online-Monitoring

Ein Schlüsselelement des neuen Systems sind digitale Tools, die Führungskräften aktuelle Informationen für die Entscheidungsfindung liefern. Der Sprecher ging detailliert auf einige dieser Lösungen ein:

  • HSE-Monitor (Power BI-Dashboard): Ein interaktives Dashboard, das monatliche statische Berichte ersetzt. Es ermöglicht die Echtzeitanzeige von Unfall- und Risikoregistern sowie die Analyse von Ursachen und dem Umsetzungsstatus von Maßnahmen. Dies sorgt für Transparenz und schnelle Reaktionszeiten.
  • Monitor für elektronische Arbeitsfreigaben: Zeigt die Anzahl der arbeitenden Fremdfirmenmitarbeiter, den Status ihrer Tests und die für die Freigabe aufgewendete Zeit an. Die Führungskraft kann die Informationen für jede Freigabe detailliert einsehen, die Zusammensetzung des Teams überprüfen und bei Bedarf die Arbeiten stoppen.
  • Heatmap (Assistent der Führungskraft): Aggregiert Daten aus verschiedenen Systemen (Schulung, Arbeitsfreigaben usw.). Wenn Kennzahlen von den Zielwerten abweichen, „erhitzt“ sich die Karte und markiert Risikozonen rot. Wenn beispielsweise mehr als vier Freigaben auf eine freigebende Person fallen, signalisiert das System eine Überlastung und erfordert ein Eingreifen des Managements.

Die Wirksamkeit dieser Tools hängt direkt von der Qualität und Rechtzeitigkeit der Dateneingabe durch alle Prozessbeteiligten ab, einschließlich HSE-Spezialisten, HR, Einkauf und lokaler Führungskräfte. Zukünftig ist die Einführung von prädiktiver Analytik auf Basis künstlicher Intelligenz geplant, um Verstöße vorherzusagen, bevor sie auftreten.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie man „blinde Flecken“ bei der Erfassung von Mikrotraumata in Fremdfirmen identifiziert und beseitigt.
  • Warum Instandhaltungs-Fremdfirmen im Vergleich zu Baufirmen einen besonderen Ansatz für das Risikomanagement erfordern.
  • Wie interaktive Dashboards (HSE-Monitore) den Prozess der Entscheidungsfindung im Management verändern.
  • Wie die Risiko-„Heatmap“ funktioniert und welche Faktoren ihre „Erhitzung“ beeinflussen.
  • Wie man alle Unternehmensabteilungen (von Juristen bis hin zu Einkäufern) in das Sicherheitsmanagementsystem für Fremdfirmen einbindet.
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