Fremdfirmen sind eine bedeutende Ressource für große Industrieunternehmen. Bei EVRAZ beispielsweise führen Fremdfirmen etwa 30 % aller Arbeiten aus, was rund 15.000 Personen entspricht. Historisch gewachsene Unterschiede in den Ansätzen zum Fremdfirmenmanagement in verschiedenen Werken und Minen erschweren jedoch die zentrale Kontrolle und die Skalierung von Best Practices. In seinem Vortrag erläutert Alexander Bashmakov, Leiter des Fremdfirmenmanagements bei EVRAZ, warum der Übergang zu einem einheitlichen Managementformat nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern eine kritische Notwendigkeit zur Reduzierung von Verletzungen ist.
Die Analyse der Sicherheitskennzahlen offenbarte besorgniserregende Trends: eine erhebliche Diskrepanz bei der Anzahl der identifizierten Risiken zwischen dem eigenen Personal und den Fremdfirmen. Fremdfirmen sind oft nicht motiviert, Mikrotraumata zu erfassen, da sie lokale Strafen befürchten. Dies führt zu „blinden Flecken“ im Sicherheitssystem. Probleme, die in frühen Stadien unsichtbar bleiben, entwickeln sich zwangsläufig zu schweren Vorfällen. Der Sprecher zeigt anhand einer Unfallanalyse, dass sich die Ursachen oft wiederholen: mangelnde Kompetenzen und geringes Engagement der Führungskräfte. Die Lösung ist ein durchgängiges Managementsystem, bei dem das Risikomanagement bereits in der Planungsphase beginnt, lange bevor die Fremdfirma das Gelände betritt.
Es ist unmöglich, ein umfassendes System zur Verbesserung der Sicherheitskultur für alle Fremdfirmen gleichzeitig einzuführen. Daher konzentrierte das Unternehmen seine Bemühungen auf das riskanteste Segment: Instandhaltungs-Fremdfirmen. Im Gegensatz zu Bauprojekten, die in der Regel lokalisiert und relativ leicht zu kontrollieren sind, werden Instandhaltungsarbeiten oft im Bereich laufender Anlagen (z. B. in der Nähe von bewegten Metallpfannen) oder in der Höhe durchgeführt, wo die Kontrolle schwierig ist. Genau diese Gruppe von Arbeitnehmern befindet sich in der Zone des maximalen Risikos, und der Preis für einen Fehler ist hier am höchsten.
Ein Schlüsselelement des neuen Systems sind digitale Tools, die Führungskräften aktuelle Informationen für die Entscheidungsfindung liefern. Der Sprecher ging detailliert auf einige dieser Lösungen ein:
Die Wirksamkeit dieser Tools hängt direkt von der Qualität und Rechtzeitigkeit der Dateneingabe durch alle Prozessbeteiligten ab, einschließlich HSE-Spezialisten, HR, Einkauf und lokaler Führungskräfte. Zukünftig ist die Einführung von prädiktiver Analytik auf Basis künstlicher Intelligenz geplant, um Verstöße vorherzusagen, bevor sie auftreten.
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