Das Sicherheitsmanagement von Auftragnehmern ist eine der komplexesten Aufgaben für große Industrieunternehmen. Oft konzentrieren sich Unternehmen auf punktuelle Instrumente und verlieren dabei das Gesamtbild aus den Augen. In seinem Vortrag erläutert Georgi Adschijenko, Leiter der Abteilung für die Zusammenarbeit mit Auftragnehmern der NLMK-Gruppe, einen schrittweisen Algorithmus zum Aufbau eines umfassenden Risikomanagementsystems bei der Arbeit mit Auftragnehmern, das es ermöglichte, die LTIFR-Rate in drei Jahren um mehr als 50 % zu senken.
Die erste und wichtigste Phase ist das Verständnis für das Ausmaß der Aufgabe. Der Referent betont, dass man nicht steuern kann, was nicht gemessen wird. Am Beispiel von NLMK sind das etwa 15.000 Mitarbeiter aus mehr als 1.000 Unternehmen, die sich auf Bau, Reparaturen und Logistik verteilen. Das Verständnis des Umfangs ermöglicht den Übergang zur Analyse der tatsächlichen Probleme. Die Analyse zeigte, dass die Hauptrisiken nicht in großen Unternehmen mit etablierten Managementsystemen liegen, sondern bei kleinen Auftragnehmern (weniger als 100 Personen), die ohne angemessene Kontrolle in den Werkstätten arbeiten. Die Hauptursachen für Vorfälle sind ein geringes Kompetenzniveau, mangelnde Kontrolle und eine schlechte Qualität der Dokumentation.
Jegliche Sicherheitsinitiativen sind ohne die Unterstützung der Geschäftsführung und die Zuweisung von Ressourcen zum Scheitern verurteilt. Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens, wie globale Ziele (0,5 LTIFR, null Todesfälle) in konkrete Pläne für jeden Bereich heruntergebrochen werden. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die Zuweisung der Verantwortung an nicht-produzierendes Personal (z. B. den Vizepräsidenten für Investitionen) und die Bereitstellung eines zweckgebundenen Budgets für Supervision, Schulung und zusätzliches Personal.
Im Vortrag wird der Ansatz zur Entwicklung von Instrumenten am Beispiel eines umfassenden Programms zur Organisation von Höhenarbeiten detailliert betrachtet. Das Programm umfasst durchgängige Anforderungen: von der Einführungsunterweisung und Prüfung bis hin zur Wissensüberprüfung auf dem Übungsgelände und der Standardisierung von Gerüsten und Anschlageinrichtungen. Es ist wichtig, nicht nur eine Methodik zu entwickeln, sondern diese auch vor der großflächigen Einführung in einem Pilotprojekt zu testen. Angesichts begrenzter Ressourcen nutzt das Unternehmen die Bewertung des Risikoniveaus von Projekten und richtet maximale Anstrengungen (Supervision, Kontrolle) auf Projekte mit hohem Risiko.
Das System wird ohne etablierte Kommunikation nicht funktionieren. Dazu gehören Auftaktbesprechungen vor Arbeitsbeginn, regelmäßige Foren zu Top-Risiken und ein offener Erfahrungsaustausch mit Auftragnehmern. Die letzte Phase des Algorithmus ist die Qualitätskontrolle des Systems selbst durch Linienrundgänge, Überwachung von Kennzahlen und gezielte Audits zur Einhaltung spezifischer Standards (z. B. beim Gerüstbau).
Besonderes Augenmerk legt der Referent auf die Eingangskontrolle. Trotz vorhandener Zertifikate führt das Unternehmen vor der Ausstellung eines Ausweises eigene Wissenstests durch. Ebenso wird das komplexe Problem der Kontrolle von Subunternehmern diskutiert: die Begrenzung von Subunternehmerebenen und das Audit von Generalunternehmern hinsichtlich der Art und Weise, wie sie die betriebliche Kontrolle über ihre Subunternehmer ausüben.
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