Das Fremdfirmenmanagement bleibt eines der drängendsten Probleme in der Arbeitssicherheit. Oft stützen sich Auftraggeber auf Unfallstatistiken als Hauptkriterium für die Zulassung eines Auftragnehmers zu einer Ausschreibung. In seinem Vortrag erläutert Alexander Pivikov, HSE-Direktor der JSC "VMZ", warum dieser Ansatz einen Bumerang-Effekt erzeugt: Auftragnehmer beginnen einfach, Vorfälle sorgfältig zu verbergen, um keine Verträge zu verlieren. Das reale Bild wird verzerrt, und die Risiken auf der Baustelle steigen weiter an.
Jegliche internen Vorschriften und Standards des Auftraggebers sind wirkungslos, wenn sie nicht rechtlich verankert sind. Der Referent betont, dass alle HSE-Anforderungen – von der Bereitstellung von PSA bis hin zu medizinischen Untersuchungen – als detaillierter Anhang in den Vertrag aufgenommen werden müssen. Die Praxis zeigt: Wenn der Auftraggeber keine strengen Anforderungen schriftlich festhält, wird der Auftragnehmer völlig legal bei der Sicherheit sparen und sich auf das Fehlen entsprechender Klauseln im Vertrag berufen.
Das traditionelle System von Geldstrafen für Verstöße gegen HSE-Anforderungen löst das Problem der Inkompetenz nicht. Eine Strafe wird vom Auftragnehmer oft nicht als Präventivmaßnahme wahrgenommen, sondern als eine Art "Preis" für den Verstoß (z. B. die Möglichkeit, eine Regel für einen bestimmten Betrag zu brechen, der einfach vom Lohn des Arbeiters abgezogen wird). Anstelle von finanziellen Sanktionen wurde im Unternehmen ein Sperrmechanismus eingeführt. Bei einem groben Verstoß gegen grundlegende Regeln wird der Ausweis des Mitarbeiters automatisch gesperrt. Um auf das Gelände zurückkehren zu können, ist das Fremdunternehmen verpflichtet, den Zuwiderhandelnden auf eigene Kosten zu einer Schulung im Unternehmenszentrum zu schicken. Dies beeinträchtigt die Fristen für die Ausführung der Arbeiten und zwingt die Führungskräfte der Fremdfirmen, sich persönlich in Sicherheitsfragen einzubringen.
Für eine systematische Kontrolle reicht es nicht aus, nur zu bestrafen. Es ist wichtig, ein transparentes Umfeld zu schaffen, in dem Auftragnehmer motiviert sind, sich weiterzuentwickeln. Der Vortrag beleuchtet detailliert die Erfahrungen bei der Einführung von Rankings für Fremdfirmen basierend auf Auditergebnissen, der Qualität von Untersuchungen und dem Schulungsniveau. Um das Problem der knappen Ressourcen für die tägliche Kontrolle zu lösen, führt das Unternehmen außerdem ein Supervising-Institut und automatisierte Terminals für Tests vor Schichtbeginn ein. Dies ermöglicht es, inkompetentes Personal bereits vor der Ausstellung der Arbeitsfreigabe auszusortieren.
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Kommentare 3
Kann ich den Text rechtsbündig ausrichten?
Und zentrieren? ?
Danke!
Dem stimme ich voll und ganz zu