In einer sich schnell verändernden Welt, die von Forschern als fragil und ängstlich (BANI-Welt) beschrieben wird, wirkt sich der psychologische Zustand der Mitarbeiter direkt auf die Arbeitsunfallrate aus. Eine verminderte Konzentrationsfähigkeit, angesammelte Müdigkeit und ein hohes Stressniveau führen unweigerlich zu Fehlern. In ihrem Vortrag analysiert Tatiana Borisova, Leiterin der Abteilung für HSE und Business Continuity bei Novartis, praktische Erfahrungen beim Aufbau eines umfassenden Programms für psychologisches Wohlbefinden.
Die Erstellung eines effektiven Programms beginnt mit einer tiefgehenden Diagnostik und nicht mit der Einführung zufälliger Instrumente. Die Referentin zeigt am Beispiel eines durchgeführten Stress-Audits, wie sehr sich das tatsächliche Bild von Stereotypen unterscheiden kann. Die Studie deckte unerwartete Fakten auf: Das Stressniveau bei jungen Fachkräften (Generation Y) war höher als bei älteren Kollegen, Büroangestellte sind stärker von Burnout bedroht als Produktionsmitarbeiter, und das einfache Personal steht unter größerer Anspannung als Führungskräfte. Das Verständnis dieser Besonderheiten ermöglicht es, Hilfe gezielt einzusetzen und relevante Kommunikationskanäle auszuwählen.
Traditionelle Formate wie einmalige Vorträge oder Meisterklassen zeigen langfristig eine geringe Wirksamkeit. Um eine echte Stressresistenz aufzubauen, ist ein Übergang auf die Ebene nachhaltiger Fähigkeiten erforderlich. Der Vortrag beleuchtet detailliert das Format von Unternehmens-Marathons, bei denen die Teilnehmer über mehrere Wochen hinweg praktische Aufgaben lösen. Dies ermöglicht nicht nur eine Steigerung der Achtsamkeit, sondern auch die Identifizierung von Mitarbeitern, die am Rande der Erschöpfung stehen, um sie rechtzeitig an professionelle Unterstützung zu verweisen.
In Anlehnung an die Erste Hilfe, die in jedem Unternehmen gelehrt wird, schlägt die Referentin vor, Fähigkeiten zur Ersten psychologischen Hilfe einzuführen. Täglich sind Mitarbeiter ernsthaften Stressfaktoren ausgesetzt, die zu Zusammenbrüchen und Fehlern bei der Arbeit führen können. Die Schulung von Nicht-Psychologen in grundlegenden Techniken der Empathie und der richtigen Gesprächsführung hilft, Warnsignale bei Kollegen rechtzeitig zu erkennen, Konflikte im Team zu entschärfen und die Person bei Bedarf an Spezialisten des betrieblichen Unterstützungsprogramms zu verweisen.
Besonderes Augenmerk wird auf die Auswirkungen physiologischer Faktoren auf die Arbeitssicherheit gelegt. Post-COVID-Komplikationen wie Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche erhöhen direkt das Unfallrisiko beim Umgang mit Maschinen oder beim Führen von Fahrzeugen. Modulare Rehabilitationsprogramme, die neuropsychologische Praktiken umfassen, helfen den Mitarbeitern, ihren Fokus wiederzufinden, die Angst vor Fehlern abzubauen und folglich ein höheres Maß an Arbeitssicherheit zu gewährleisten.
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Kommentare 3
Vitaliy Dmitruk,
Der Ton wird möglicherweise in Ihrem Unternehmensnetzwerk blockiert. Wir senden Ihnen Empfehlungen zur Lösung des Problems per E-Mail.
Es gab überhaupt keinen Ton. Was war das Problem? Problem der Organisatoren?
Schade. Das Video war da.
Hervorragendes Webinar, das Fragen der psychologischen Belastbarkeit des Personals berührt... Dieses Thema muss auf der HSE DAYS-Plattform weiterentwickelt und gestärkt werden.