Führungskraft der "alten Schule" – wie man sie auf "seine" Seite zieht

Fallstudie
20 Januar 2025 🇷🇺 Originalsprache: русский

Kontext: Generationswechsel und Transformation der Sicherheitskultur

Das Problem der Interaktion verschiedener Generationen in der Produktion ist heute besonders akut. Die Einführung neuer HSE-Standards stößt oft auf Widerstand bei erfahrenen Führungskräften der "alten Schule", die es gewohnt sind, nach etablierten Regeln zu arbeiten. Im Rahmen des Webinars analysiert Anton Dolgikh, leitender Spezialist für die Entwicklung von HSE-Instrumenten bei Metalloinvest, praktische Ansätze, um solche Führungskräfte in ein proaktives Sicherheitsmanagementsystem einzubinden.

Kaskadierte Weitergabe von Normen und praxisorientiertes Training

Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens, wie der Mechanismus der kaskadierten Weitergabe von Normen funktioniert. Der Prozess beginnt mit der Einbindung des Top-Managements, woraufhin neue Regeln und Werte schrittweise auf die Ebene der Meister und des Linienpersonals übertragen werden. Ein wichtiges Element dieses Prozesses ist die Abkehr von klassischen Vorlesungsformaten zugunsten von Trainings, Networking und der praktischen Einübung von Fähigkeiten direkt am Arbeitsplatz ("im Feld"). Dies ermöglicht es, Regeln nicht nur zu deklarieren, sondern nachhaltige Gewohnheiten für sicheres Verhalten zu formen.

Motivations- und Einbindungsinstrumente

Um den Widerstand gegen Veränderungen zu überwinden, wird im Vortrag ein Komplex von Motivationsinstrumenten detailliert betrachtet:

  • Informationsunterstützung und PR: Verbreitung erfolgreicher Fallstudien zur Lösung langjähriger Probleme über Unternehmensmedien (Zeitungen, Telegram-Kanäle, App, TV). Dies demonstriert den realen Nutzen der neuen Ansätze.
  • Anerkennungssystem: Auszeichnung von Führungskräften und Abteilungen (z. B. mit einem Wanderpokal) in Gremien verschiedener Ebenen für erreichte Sicherheitskennzahlen.
  • Gamification: Nutzung eines Unternehmensshops ("Market"), in dem Mitarbeiter aller Ebenen Punkte, die sie für proaktive Handlungen (Erfassung von Risiken usw.) erhalten haben, gegen Markenartikel eintauschen können.
  • Kaskaden-Meetings: Aufbau einer zweiseitigen Kommunikation, bei der ungelöste Probleme auf der unteren Ebene nach oben getragen und fertige Lösungen wieder nach unten weitergegeben werden.

Ranking als Schlüsselmechanismus für das Engagement-Management

Besonderes Augenmerk legt der Referent auf den Ranking-Prozess von Führungskräften. Dieses System misst den Grad des Engagements bei der Anwendung von Instrumenten der Sicherheitskultur (Risikojagd, Risikobesprechung vor der Arbeit, Durchführung von Gremien). Das Ranking basiert auf der Bewertung der Erfüllung von Gebietsnormen, Arbeitsnormen und Führungsnormen.

Wichtig ist, dass das Ranking keinen strafenden Charakter hat. Es dient als diagnostisches Instrument: Wenn eine Führungskraft bei bestimmten Kriterien schlechte Ergebnisse erzielt, helfen ihr die Risikospezialisten, die Ursachen zu ermitteln, und üben gemeinsam die fehlenden Fähigkeiten in der Praxis. Darüber hinaus erzeugt das Ranking einen gesunden Wettbewerbseffekt, der Führungskräfte dazu anspornt, ihre Leistung zu verbessern.

Umgang mit Barrieren und Feedback

Zum Abschluss des Webinars werden die wichtigsten Barrieren analysiert, die das Engagement von Führungskräften behindern:

  • Unverständnis der Instrumente: Wird durch gezieltes Training und praktische Hilfe am Arbeitsplatz gelöst.
  • Persönliche Überzeugungen: Erfordert systematische Arbeit an Einstellungen und die Demonstration der realen Wirksamkeit neuer Ansätze.
  • Ungelöste Produktionsprobleme: Die Unterstützung der Führungskraft bei der Lösung langjähriger Probleme mit anschließender Anerkennung ihrer Verdienste wird zu einem starken Treiber für das Engagement.

Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg ist ständiges Feedback – nicht nur korrigierend, sondern auch unterstützend, um das richtige Verhalten zu festigen.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie baut man ein System zur kaskadierten Weitergabe von Sicherheitsnormen vom Top-Management bis zum Linienpersonal auf?
  • Welche Instrumente der immateriellen Motivation und Gamification funktionieren in der Produktion wirklich?
  • Wie führt man ein Ranking-System für Führungskräfte ohne strafenden Charakter ein?
  • Was tun, wenn eine Führungskraft die Anwendung neuer Sicherheitsinstrumente sabotiert?
  • Wie vermeidet man Formalismus und eine "Korruptionskomponente" bei der Bewertung des Engagements?
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