Das Umweltmanagement bei der Umsetzung von industriellen Großprojekten erfordert den Übergang von punktuellen Reaktionen zu einem strukturierten System. Wenn die Geografie mehrere Länder und Regionen umfasst und die Besonderheiten vom Erzabbau über die chemische Produktion bis hin zur Logistik reichen, wird die manuelle Steuerung ineffizient. Basierend auf dem Deming-Prinzip, wonach 96 % der Probleme auf Mängel im Managementsystem zurückzuführen sind, wurde bei EuroChem ein Prozess der tiefgreifenden Transformation der Umweltfunktion initiiert.
In seinem Vortrag analysiert Andrey Agafonov, Leiter der Abteilung für Umweltschutz und Ökologie, detailliert die Phasen des Aufbaus einer einheitlichen Managementvertikale. Der Prozess begann mit der Bildung einer eigenen Abteilung und der Einbindung von hauptamtlichen Ökologen in jedes Großprojekt in den frühesten Phasen. Zur objektiven Bewertung des aktuellen Zustands wurde ein externer Berater hinzugezogen, was es ermöglichte, wesentliche Lücken zu den weltweiten Branchenführern zu identifizieren und einen gezielten Aktionsplan zu erstellen.
Eine der größten Herausforderungen war das Fehlen einer einheitlichen methodischen Basis. Zur Lösung dieses Problems wurde eine Reihe von lokalen Vorschriften entwickelt, die alle Phasen des Projektlebenszyklus abdecken – von der Initiierung bis zur Inbetriebnahme. Der Referent zeigt am Beispiel von Methoden des Umweltrisikomanagements und der betrieblichen Umweltkontrolle, wie die Standardisierung von Prozessen es ermöglichte, mehr als 60 Hauptrisiken zu identifizieren und zu mindern.
Besonderes Augenmerk wird auf die Integration von Umweltanforderungen in die Vertragsarbeit gelegt:
Die Wirksamkeit jedes Systems hängt direkt vom Grad der Einbindung der Mitarbeiter ab. Um die anfängliche Ablehnung neuer Vorschriften zu überwinden, wurde eine umfassende Kommunikationsstrategie umgesetzt. Die Einführung regelmäßiger Informations-Digests, die Schaffung eines Wettbewerbsumfelds durch Projekt-Rankings und die Visualisierung von Umweltzielen auf Baustellen haben die Einstellung des Personals zur Umweltthematik erheblich verändert.
Zur Kontrolle der Wirksamkeit der umgesetzten Änderungen nutzt das Unternehmen das Instrument der regelmäßigen Bewertung der Servicequalität. Jährliche Umfragen bei angrenzenden Abteilungen und Projektteams liefern objektives Feedback und helfen, die Entwicklungsrichtung der Funktion anzupassen, einschließlich Initiativen zur Digitalisierung von Prozessen und zur Vorbereitung auf den Erhalt der Bescheinigung über die Einhaltung von Umweltanforderungen (EcoZOS).
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