Fairer Umgang mit dem Personal und das Prinzip der Straffreiheit in der Sicherheitskultur

Fallstudie
14 September 2021 🇷🇺 Originalsprache: русский

Von Strafen zur gerechten Kultur: Warum alte Methoden nicht mehr funktionieren

Historisch gesehen verlief die Entwicklung der Arbeitssicherheit über die Verbesserung von Ausrüstung und Verfahren. Wie jedoch weltweite Statistiken zeigen, steigt der Anteil menschlicher Fehler bei Vorfällen stetig an. In seinem Vortrag untersucht Vadim Demchenko, Organisationsberater für Sicherheitskultur, im Detail, warum der traditionelle Ansatz, der auf Strafen und der Suche nach Schuldigen basiert, ausgedient hat. Der Redner analysiert, wie der Übergang zu einer Kultur des fairen Umgangs und dem Prinzip der Straffreiheit zu einer natürlichen Phase in der Evolution von HSE-Managementsystemen wird.

Engagement für Sicherheit: 24/7, nicht nur bei der Arbeit

Eine der Hauptthesen des Vortrags ist die Abkehr vom Begriff „Arbeitssicherheitskultur“. Der Redner betont, dass sich die Sicherheitskultur nicht auf die Arbeitszeit beschränken darf. Das Engagement für Sicherheit ist eine gefestigte Gewohnheit, sicher zu handeln und Risiken ständig zu bewerten, sei es in der Produktion oder im Alltag. Genau deshalb ist es wichtig, die Mitarbeiter in den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung der Sicherheit in ihrem Umfeld einzubeziehen, beginnend mit einfachen Schritten wie regelmäßigen Sicherheitskurzgesprächen.

Anatomie von Fehlern: Warum Menschen Regeln brechen

Gestützt auf Daten aus der Nuklear- und Luftfahrtindustrie zeigt der Redner beispielhaft auf, dass die überwiegende Mehrheit unerwünschter Ereignisse (bis zu 80 %) durch falsches Handeln von Mitarbeitern verursacht wird. Wenn man jedoch tiefer gräbt, werden etwa 70 % dieser Fehler durch latente organisatorische Mängel provoziert: falsche Arbeitsplatzorganisation, unklare Aufgaben oder unzureichende Qualifikationen. Eine Bestrafung löst in solchen Fällen das Problem nicht, sondern verdrängt es nur und schafft Misstrauen gegenüber dem System.

Meldekultur und das Prinzip der Straffreiheit

Für ein effektives Risikomanagement ist es von entscheidender Bedeutung, Informationen über geringfügige Ereignisse und Vorboten von Vorfällen zu erhalten. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Mechanismus zur Schaffung einer Meldekultur. Die Hauptvoraussetzung für ihr Funktionieren ist der Verzicht auf Strafmaßnahmen für unbeabsichtigte Fehler. Wenn Mitarbeiter wissen, dass sie für die Meldung eines Problems oder eines eigenen Fehlers nicht bestraft werden, beginnen sie, sich aktiv an der Identifizierung und Behebung organisatorischer Mängel zu beteiligen.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Warum die Bestrafung von Fehlern nicht zu einer Verringerung der Verletzungsrate führt?
  • Wie unterscheidet man einen vorsätzlichen Verstoß von einem Fehler, der durch organisatorische Mängel verursacht wurde?
  • Welche Prinzipien liegen einer Kultur des fairen Umgangs zugrunde?
  • Wie reagiert man richtig auf Meldungen von Mitarbeitern über potenziell gefährliche Vorfälle?
  • Wie führt man das Prinzip der Straffreiheit ein, ohne die Kontrolle über die Disziplin zu verlieren?
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