Ein moderner Ansatz zur Arbeitssicherheit erfordert es, über die üblichen Prozesse innerhalb des Unternehmens hinauszugehen. Ilya Kobzar, HSE-Direktor bei «RM Rail», spricht in seinem Vortrag ein wichtiges Problem an: Wie technische Lösungen in der Entwurfs- und Produktionsphase von Güterwagen die Risiken für die Mitarbeiter der Kundenunternehmen verringern können.
Der Redner betont, dass Unfälle oft passieren, weil sich der Mensch in einer unvollkommenen Umgebung befindet. Selbst bei einer hohen Sicherheitskultur und regelmäßigen Dialogen mit dem Personal bleibt das Risiko bestehen, wenn die Infrastruktur oder die Ausrüstung nicht durchdacht sind. Im Waggonbau ist dieses Problem besonders akut, da der Betrieb von Waggons mit einer Reihe spezifischer Gefahren verbunden ist.
Einer der häufigsten Vorfälle auf den Bahngleisen von Unternehmen ist das unbeabsichtigte Wegrollen eines Waggons. Die Untersuchung solcher Fälle zeigt oft, dass der Hemmschuh nicht rechtzeitig angebracht wurde. Der Redner analysiert die Grundursachen dieses Problems: Hemmschuhe werden in der Regel an speziellen Ständen auf dem Bahnhofsgelände aufbewahrt. Um den Hemmschuh anzubringen, muss der Rangierer dorthin gehen und setzt sich dabei der Gefahr von Stürzen aus (besonders im Winter auf rutschigen Gleisen), und der menschliche Faktor sowie der psychologische Zustand können dazu führen, dass der Mitarbeiter es einfach vergisst oder keine Zeit dafür hat.
Als Lösung wird vorgeschlagen, die Erfahrungen aus der Automobilindustrie zu übernehmen, wo Unterlegkeile ein obligatorisches Konstruktionselement von Nutzfahrzeugen sind. Die Integration des Hemmschuhs direkt in die Waggonkonstruktion ermöglicht es:
Das zweite ernsthafte Problem, das der Redner im Detail betrachtet, ist das Risiko eines Absturzes beim Besteigen eines Waggons (z. B. eines Kesselwagens). Die vorhandenen Geländer an vielen Waggons bieten keinen angemessenen Schutz, und ihre Höhe ist oft unzureichend.
Das Problem wird dadurch verschärft, dass der Mitarbeiter bei Arbeiten außerhalb stationärer Gerüste Absturzsicherungssysteme verwenden muss. Wie der Experte jedoch anmerkt, fehlen in den aktuellen Waggonkonstruktionen berechnete strukturelle Anschlagpunkte. Die Waggonelemente, an denen die Mitarbeiter versuchen könnten, sich zu sichern (z. B. Handläufe), sind nicht für die dynamische Belastung ausgelegt, die beim Sturz eines menschlichen Körpers auftritt, und berücksichtigen nicht den Pendeleffekt (Gefahr des Aufpralls auf den Waggonkörper).
Zur Lösung dieses Problems schlägt der Hersteller vor, zertifizierte Befestigungselemente für Sicherheitssysteme direkt in die Konstruktion der Schienenfahrzeuge zu integrieren. Dies gibt den Kunden die Gewissheit, dass ihre Mitarbeiter bei Arbeiten außerhalb stationärer Arbeitsplätze geschützt sind, und verringert die administrativen Risiken bei Inspektionen durch Aufsichtsbehörden.
Die Einführung solcher Innovationen erfordert nicht nur technische Lösungen, sondern auch eine Änderung der regulatorischen Rahmenbedingungen. Bei der Beantwortung von Fragen wird das Problem der Vereinheitlichung diskutiert: Selbst wenn ein Unternehmen sichere Waggons bestellt, werden weiterhin Standardwaggons anderer Eigentümer im Netz verkehren.
Der Redner erklärt, dass die Initiative des Herstellers darauf abzielt, die Branchenvorschriften und Standards für die Produktion von Güterwagen durch einschlägige öffentliche Verbände zu ändern. Nach Schätzungen des Experten beträgt der Zeithorizont für die Umsetzung solch grundlegender Änderungen unter Berücksichtigung bürokratischer Verfahren und Zertifizierungsprüfungen etwa 5 Jahre.
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