Die Senkung der Arbeitsunfallquote ist eine Aufgabe, vor der viele große Unternehmen stehen. Nach Erreichen einer bestimmten Grenze durch die Einführung integrierter HSE-Managementsysteme flacht die Unfallkurve oft auf einem Plateau ab. In seinem Vortrag erläutert Sergey Konovalov, Leiter der Abteilung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei LUKOIL, wie man die Situation aus dem Stillstand bringen kann, indem man sich der Basis der Heinrich-Unfallpyramide zuwendet – der Arbeit mit unsicheren Handlungen, Bedingungen und Beinaheunfällen (Near Miss).
Der Referent betont, dass das traditionelle Erfassungssystem nur die Spitze des Eisbergs registriert – bereits eingetretene Vorfälle. Unter Wasser verbergen sich jedoch Tausende von Vorbedingungen, die unbemerkt bleiben. Das Ziel der neuen Methodik ist es, diese potenziellen Bedrohungen zu erkennen und zu beseitigen, bevor sie zu realen Folgen führen.
Die Einführung eines Systems zur Erfassung von Beinaheunfällen erfordert einen systematischen Ansatz. Der Referent geht detailliert auf den im Unternehmen implementierten vierstufigen Algorithmus für die Arbeit mit GBK ein:
Wenn ein Beinaheunfall auf systemische Probleme hinweist, muss eine Untersuchung durchgeführt werden. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie die Anwendung der „5-Why“-Methode und der Bow-Tie-Analyse hilft, Ursache-Wirkungs-Beziehungen aufzubauen und die wahren Ursachen von Abweichungen zu finden, ohne dabei unnötige Bürokratie zu schaffen.
Zur Verwaltung der Datenmengen wurde im Unternehmen ein eigenes Modul im unternehmensinternen Informationssystem entwickelt. Es ermöglicht die Registrierung von GBK, die Überwachung der Umsetzung von Maßnahmen und die Erstellung von Analysen. Derzeit sind mehr als 1500 Karten im System registriert, von denen die meisten (80 %) unsichere Bedingungen erfassen, was ein klares Verständnis für Verbesserungsbereiche liefert.
Die Einführung eines neuen Instruments stößt unweigerlich auf Widerstand. Die Hauptprobleme sind geringes Engagement und die Angst vor Verantwortung („Angst, als Verräter zu gelten“). Um diese zu überwinden, verfolgt das Unternehmen einen umfassenden Ansatz:
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