Die Gewährleistung sicherer und komfortabler Arbeitsbedingungen an abgelegenen Standorten ist eine große Herausforderung für jedes Unternehmen. Wenn sich Produktionsstätten jenseits des Polarkreises, Hunderte von Kilometern von Siedlungen entfernt befinden und die Mitarbeiter im Schichtbetrieb arbeiten, erfordern traditionelle Ansätze der medizinischen Versorgung eine Anpassung. Unter solchen Bedingungen wird die Gesundheit des Mitarbeiters nicht nur zu seiner persönlichen Verantwortung, sondern auch zu einem Schlüsselfaktor für die Produktivität und nachhaltige Entwicklung des Unternehmens.
Irina Abyzbaeva und Natalia Butina teilen ihre Erfahrungen bei der Einführung eines umfassenden Ansatzes zum Gesundheitsmanagement des Personals am Beispiel des Joint Ventures „RusVietPetro“. Im Mittelpunkt steht das Projekt „Gesundheitsschule“, das zu einem wirksamen Instrument der Verhaltenstherapie und der Prävention von Berufskrankheiten geworden ist.
Der Anstoß für den Start des Projekts im Jahr 2023 war eine alarmierende Statistik. Im Jahr 2022 verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg der Besuche in den Gesundheitszentren und eine Zunahme der Krankschreibungen. Besondere Besorgnis erregten die Ergebnisse der medizinischen Untersuchungen vor der Schicht: Die Zahl der Arbeitnehmer mit Kontraindikationen aufgrund von Bluthochdruck stieg an. Trotz regelmäßiger periodischer medizinischer Untersuchungen und Vorsorgeuntersuchungen wurde deutlich, dass zusätzliche Maßnahmen zur Beeinflussung des Lebensstils der Mitarbeiter erforderlich sind, von dem statistisch gesehen etwa die Hälfte ihrer Gesundheitsindikatoren abhängt.
Die Referenten analysieren detailliert die Methodik der Projektumsetzung, die drei Hauptphasen umfasst:
Natalia Butina betont, dass das Rotationsarbeitsmodell eine einzigartige Gelegenheit für eine systematische Einflussnahme auf die Gewohnheiten der Mitarbeiter bietet. Während der 30-tägigen Schicht können die Mitarbeiter regelmäßig an Kursen teilnehmen, in denen sie lernen, sich richtig zu ernähren, Risikofaktoren zu überwachen und präventive Übungen durchzuführen.
Besonderes Augenmerk wird auf die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelegt. Im Unterricht lernen die Mitarbeiter, ihr eigenes Risikoniveau anhand der SCORE-Skala unter Berücksichtigung von Alter, Raucherstatus, Blutdruck und Cholesterinspiegel selbst zu bestimmen. Dies zeigt deutlich den Einfluss des Lebensstils auf die Wahrscheinlichkeit tödlicher kardiovaskulärer Ereignisse.
Zur Vorbeugung von Erkrankungen des Bewegungsapparates werden Spezialisten für Sporttraining hinzugezogen. Praktische Übungen in Fitnessstudios helfen den Mitarbeitern, die richtige Technik für die Durchführung von Übungen zu erlernen, die sie auch nach ihrer Rückkehr nach Hause anwenden können.
In drei Jahren haben mehr als 300 Mitarbeiter die Ausbildung in der „Gesundheitsschule“ absolviert. Die Ergebnisse sprechen für sich:
Das Projekt erhielt Unterstützung von der Unternehmenszentrale und wurde auf andere Tochtergesellschaften des Unternehmens ausgeweitet.
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