Die Organisation von Pflichtschulungen zu Arbeitssicherheit und industrieller Sicherheit stößt oft auf das Problem eines formalen Ansatzes seitens externer Schulungszentren. Die Auswahl von Auftragnehmern durch Beschaffungsverfahren führt häufig dazu, dass der Dienstleister keine Zeit hat, das Programm an die Besonderheiten des Unternehmens und die internen Vorschriften anzupassen. Infolgedessen erhält das Unternehmen einen standardisierten Kurs, der von den realen Produktionsprozessen losgelöst ist.
In ihrem Vortrag analysiert Anna Tjutjunnik, Leiterin der Gruppe für normative Schulungen der Niederlassung der PJSC RusHydro "KorUnG", die praktischen Erfahrungen bei der Transformation des Schulungssystems: vom vollständigen Outsourcing zur eigenständigen Umsetzung von Programmen. Die Referentin zeigt am Beispiel einer großen Energieholding, wie der schrittweise Verzicht auf die Dienste externer Auftragnehmer nicht nur die Kosten senkt, sondern auch die Qualität der Personalschulung erheblich verbessert.
Der Übergang zum Status eines internen Schulungszentrums beginnt mit der Erlangung der Akkreditierung für die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich Arbeitssicherheit (gemäß dem Erlass der Regierung der Russischen Föderation Nr. 2334). Die Referentin geht detailliert auf diesen Prozess ein und konzentriert sich auf praktische Aspekte, die oft Schwierigkeiten bereiten.
Besondere Aufmerksamkeit wird im Vortrag der praktischen Ausbildung bei Arbeiten mit erhöhtem Risiko (in der Höhe und in engen und geschlossenen Räumen - CSE) gewidmet. Die Akkreditierungsregeln legen keine strengen technischen Anforderungen an Übungsgelände fest, was es ermöglicht, auch bei begrenztem Budget effektive Trainingskomplexe in Eigenregie zu erstellen.
Um die Kosten zu optimieren und den Realismus der praktischen Brandschutzübungen zu erhöhen, hat das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit den örtlichen Feuerwehren aufgebaut. Diese Lösung gewährleistet ein qualitativ hochwertiges Training von Fähigkeiten ohne erhebliche zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur.
Die Erstellung hochwertiger Lehr- und Lernmaterialien erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Methodikern und Fachspezialisten (Auftraggebern der Schulung). Alle Präsentationen, praktischen Aufgaben und Testaufgaben müssen zwingend mit der Abteilung für Produktionssicherheit abgestimmt werden.
Um die Personalfrage zu lösen und das Schulungssystem zu skalieren, entwickelt das Unternehmen das Institut der internen Trainer durch einen unternehmensinternen Mentorenwettbewerb. Die Einführung der Kategorie "Sicherheitsmentor" ermöglicht es, Spezialisten aus den Produktionsstätten zu identifizieren und auszubilden, die künftig Schulungen vor Ort durchführen können, auch auf neuen Übungsgeländen.
Der Übergang zu einem eigenen Schulungssystem ermöglichte es dem Unternehmen, die Kosten für die Personalschulung um 30 % zu senken. Gleichzeitig wird ein konstant hohes Qualitätsniveau gewährleistet (nicht unter 8-7 Punkten auf einer zehnstufigen Feedback-Skala). Jährlich absolvieren rund 2000 Mitarbeiter Präsenzschulungen nach internen Programmen.
Das wichtigste immaterielle Ergebnis war die Möglichkeit einer vollständigen Qualitätskontrolle in allen Phasen - von der Programmentwicklung bis zur abschließenden Wissensüberprüfung. Das interne System bietet Flexibilität bei der Einführung neuer Tools (z. B. VR-Simulatoren und Chatbots zum Erlernen von Anweisungen), ohne dass langwierige Beschaffungsverfahren durchgeführt werden müssen.
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