Auf dem heutigen Arbeitsmarkt wird die Personalfluktuation zu einer der größten Herausforderungen für die Entwicklung der Sicherheitskultur. Wenn sich die Teamzusammensetzung ständig ändert, wird es äußerst schwierig, einheitliche Werte und Standards zu vermitteln. Im Rahmen der Podiumsdiskussion teilen Branchenexperten praktische Erfahrungen: Wie man ein System für Einstellung, Einarbeitung und Mitarbeiterbindung aufbaut, damit die Sicherheitskultur nicht vom Personalwechsel abhängt.
Igor Nazarov, HSE-Direktor bei „Russian Standard Vodka“, analysiert das Problem der Personalfluktuation am Beispiel seiner eigenen Abteilung. Nachdem das Team anfangs mit einer Fluktuationsrate von 50-60 % konfrontiert war, führte es einen strengen Filter bei der Einstellung ein. Die Schlüsselentscheidung: Ein Kandidat wird nur bei einstimmiger Zustimmung von drei Führungskräften (Funktionsdirektor, Generaldirektor und HR-Direktor) eingestellt. Dadurch konnte die Fluktuation auf 10 % gesenkt werden. Darüber hinaus wurde zur Mitarbeiterbindung bei begrenztem vertikalem Wachstum ein System interner Rollen (z. B. interner Trainer oder Senior-Auditor) eingeführt, das die berufliche Entwicklung fördert.
Ivan Drepin, stellvertretender Geschäftsführer für HSE bei „Kopstroy“, betont, dass das Problem nicht in der Fluktuation selbst liegt, sondern in dem Umfeld, in das neue Mitarbeiter eintreten. Der Referent zeigt am Beispiel der Einführung emotional geprägter Toolbox-Meetings, wie man die Einstellung zur Sicherheit ändern kann. Tägliche kurze Treffen, die mit dem Satz „Jeden Tag beginnen wir unseren Tag mit Sicherheit“ anfangen und mit einem kollektiven Versprechen enden, sicher zu arbeiten, funktionieren nach dem Prinzip der positiven Propaganda. Dies bildet eine unterbewusste Gewohnheit und erhöht das Bewusstsein, was durch einen Anstieg der Bewertung auf der Bradley-Kurve von 0,69 auf 2,03 innerhalb eines Jahres bestätigt wird.
Vyacheslav Kozlov, Direktor der Abteilung für nukleare, strahlenschutztechnische, industrielle Sicherheit und Ökologie bei TVEL, hebt die Rolle der direkten Führungskräfte hervor. Genau sie sind das Bindeglied zwischen dem Top-Management und dem Arbeitspersonal. In dem Vortrag wird die Frage der Entwicklung einer Führungsposition bei den Meistern detailliert behandelt. Führung kann nicht fragmentarisch sein: Ein Vorgesetzter muss in allem eine Führungskraft sein, sich um die Menschen kümmern und die Sicherheitswerte an die Produktionsstätten vermitteln.
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