Fernsteuerung von Risiken im HSE-Bereich

Fallstudie
28 November 2024 🇷🇺 Originalsprache: русский

Digitale Transformation der Kontrolle: von Papierkarten zur Videoaufzeichnung

Der Übergang von der manuellen Kontrolle zu automatisierten Risikomanagementsystemen ist ein logischer Schritt in der Entwicklung der HSE für geografisch verteilte Unternehmen. Wenn Produktionsstätten weit voneinander entfernt sind, wird die physische Anwesenheit von HSE-Spezialisten an jedem Standort unmöglich. In ihrem Vortrag analysiert Elena Tschukmasowa, HSE-Ingenieurin bei Primorskoje LPUMG der Gazprom Transgaz Tomsk LLC, die praktischen Erfahrungen bei der Einführung von Fernkontrollinstrumenten, die es der Niederlassung ermöglichten, 15 Jahre lang eine Null-Unfall-Quote aufrechtzuerhalten.

Das „Stop-Risk“-System und die Automatisierung der Motivation

Die Grundlage des proaktiven Sicherheitsansatzes war die Einführung des „Stop-Risk“-Systems, das auf die frühzeitige Erkennung von Gefahren durch die Mitarbeiter selbst abzielt. Ursprünglich basierte der Prozess auf Papierkarten, was die Datenverarbeitung erschwerte und die Reaktion verlangsamte. Die Digitalisierung des Systems ermöglichte es nicht nur, die Behebung von Verstößen zu beschleunigen, sondern es auch in das Motivationsprogramm zu integrieren.

  • Was getan wurde: Es wurde ein Softwaremodul entwickelt, in dem erkannte Risiken erfasst und den Teilnehmern Punkte gutgeschrieben werden.
  • Warum das wichtig ist: Das Fehlen eines transparenten Belohnungssystems bremste die Initiative vor Ort.
  • Wie es funktioniert: Die gesammelten Punkte werden automatisch in einen monatlichen Gehaltszuschlag oder immaterielle Boni (z. B. einen personalisierten Parkplatz) umgewandelt. Dies steigerte das Engagement der Mitarbeiter von 25 % auf 67 %.

Alkohol-Ferntests mit Videoaufzeichnung

Die Kontrolle des Zustands der Mitarbeiter an abgelegenen Standorten und in den Unterkünften entsandter Teams erfordert unkonventionelle Lösungen. Die Referentin zeigt an einem Beispiel, wie man das Alkoholtestverfahren ohne ständige Anwesenheit von Führungskräften organisiert.

  • Was getan wurde: Es wurden stationäre und tragbare Alkoholtester eingeführt, deren Nutzung auf Video aufgezeichnet wird.
  • Warum das wichtig ist: Dies schließt Betrug aus und ermöglicht die Kontrolle von Auftragnehmern und Mitarbeitern an isolierten Standorten.
  • Wie es funktioniert: Zur Einhaltung der Datenschutzgesetze werden in den Videos keine Namen der Mitarbeiter genannt – es wird lediglich die Tatsache erfasst, dass ein bestimmtes Team den Test zu einer bestimmten Zeit durchführt. Die Daten werden auf sicheren internen Ressourcen gespeichert.

Videokontrolle von Arbeiten mit erhöhtem Risiko

Besonderes Augenmerk wird im Bericht auf die Kontrolle von Arbeiten gelegt, die mit Arbeitsfreigaben durchgeführt werden. Die Unmöglichkeit einer ständigen Überwachung jedes Teams wird durch den Einsatz von eigensicheren Videokameras kompensiert.

  • Was getan wurde: Es wurde eine obligatorische Videoaufzeichnung aller Phasen eingeführt: von der gezielten Unterweisung bis zum Abschluss der Arbeiten.
  • Warum das wichtig ist: Die Analyse der Aufzeichnungen deckte einen formellen Ansatz bei Unterweisungen (Ablesen vom Papier) und typische Fehler bei der Vorbereitung des Arbeitsplatzes auf.
  • Wie es funktioniert: Die Aufzeichnungen werden stichprobenartig von Spezialisten analysiert. Festgestellte Mängel werden an Sicherheitstagen besprochen. Zukünftig ist die Einführung von maschinellem Sehen zur automatischen Erkennung fehlender PSA oder des Aufenthalts in einer Gefahrenzone geplant.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie organisiert man legale Videoaufzeichnungen von Alkoholtests, ohne das Datenschutzgesetz zu verletzen?
  • Welche technischen Schwierigkeiten treten beim Einsatz von Kameras im Feld auf und wie können diese gelöst werden?
  • Wie baut man ein transparentes Punktesystem für sicheres Verhalten auf, das das Team wirklich motiviert?
  • Wie reagiert man auf Sabotage durch Mitarbeiter (z. B. absichtliches Ausschalten oder Wegdrehen von Kameras)?
  • Wie nutzt man Aufzeichnungen von Verstößen zur Mitarbeiterschulung, ohne eine Atmosphäre des totalen Misstrauens zu schaffen?
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