Verbesserung der Sicherheitskultur und Risikomanagement

Fallstudie
27 Oktober 2022 🇷🇺 Originalsprache: русский

Von formalen Regeln zur bewussten Sicherheit

Moderne HSE-Managementsysteme deklarieren überall das Ziel „Null Unfälle“. In der Praxis stellen Unternehmen jedoch fest, dass die formale Einhaltung von Anweisungen keine Unfallfreiheit garantiert. Der einzige bewiesene Weg zu einer qualitativen Verbesserung der Kennzahlen ist die Änderung des Mitarbeiterverhaltens. In diesem Webinar analysiert Konstantin Saprykin detailliert den Transformationsprozess der Sicherheitskultur und zeigt auf, wie der Fokus von administrativer Kontrolle auf die persönliche Achtsamkeit jedes einzelnen Mitarbeiters verlagert werden kann.

Diagnose und Neudenken der LTIFR-Kennzahl

Jede Veränderung beginnt mit der Bewertung des aktuellen Zustands. Der Referent zeigt am Beispiel einer Produktionsabteilung ein typisches Bild: Am Arbeitsplatz halten die Mitarbeiter die Regeln unter dem Druck der Kontrolle ein, aber außerhalb des Unternehmens steigt die Unfallrate stark an. Dies zeigt, dass sicheres Verhalten nicht zu einer inneren Gewohnheit geworden ist.

Für eine objektive Bewertung der Situation und das Risikomanagement wurde die Unfallhäufigkeitsrate LTIFR gewählt. Der wesentliche Unterschied des vorgeschlagenen Ansatzes besteht darin, dass nicht nur Arbeitsunfälle, sondern auch Freizeitunfälle in die Berechnung einbezogen wurden. Eine solche umfassende Erfassung ermöglicht eine realistische Bewertung des Niveaus der Sicherheitskultur: Ein bewusster Mitarbeiter sollte Risiken unabhängig davon bewerten, ob er in der Schicht oder zu Hause ist.

Praktische Werkzeuge zur Verhaltensänderung

Um die ehrgeizigen Ziele zur Senkung der Unfallzahlen zu erreichen, wird in der Präsentation ein Komplex von Werkzeugen zur Unfallverhütung detailliert betrachtet. Jedes davon zielt darauf ab, das Personal in den Risikomanagementprozess einzubeziehen:

  • Dynamische Risikobewertung. Eine individuelle gedankliche Analyse der Situation vor Beginn jeder Handlung ohne dokumentarische Erfassung. Sie bildet beim Mitarbeiter die ständige Gewohnheit, sich die Frage zu stellen: „Was kann schiefgehen?“.
  • Arbeitssicherheitsanalyse (ASA). Ein kurzes, strukturiertes Dokument zum Risikomanagement direkt bei der Durchführung von Tätigkeiten. Der Referent betont eine kritisch wichtige Nuance: Die ASA sollte nicht vom Meister allein, sondern gemeinsam mit dem Team entwickelt werden. Nur so beginnt das Personal, den Sinn der Einschränkungen und Schutzmaßnahmen zu verstehen.
  • Sicherheitsdialog vor der Arbeit. Ein Führungsinstrument, das nach dem Prinzip „Fragen, Zuhören, Sehen“ aufgebaut ist. Die Praxis zeigt, dass der Übergang von einer formalen Monolog-Unterweisung zu offenen Fragen die Mitarbeiter dazu zwingt, die Arbeitsschritte und die damit verbundenen Risiken selbst zu formulieren.

Visualisierung von Gefahren und Best Practices

Besondere Aufmerksamkeit wird der Organisation eines sicheren Raums durch visuelle Markierungen gewidmet. Der Referent analysiert mehrere effektive Lösungen, die helfen, die Wahrscheinlichkeit von Fehlern am Arbeitsplatz zu verringern:

  • Markierung der 1,8-Meter-Höhe. Da der Absturz aus der Höhe eines der Hauptrisiken bleibt, wird die 1,8-Meter-Grenze direkt auf den Treppenläufen visualisiert, zusammen mit der Erinnerung, sich am Geländer festzuhalten. Dies ermöglicht es Führungskräften bei der Sicherheitsüberwachung, positives Feedback für richtiges Handeln zu geben.
  • Markierung auf Helmen für Erste Hilfe. Spezielle Markierungen erhalten nur die Mitarbeiter, die geschult, psychologisch bereit und nicht ängstlich sind, Erste Hilfe zu leisten. Im Falle einer Notsituation schließt dies Panik aus und ermöglicht es, schnell eine kompetente Person zu finden.

Was Sie aus diesem Webinar lernen werden:

  • Warum die Erfassung von Freizeitunfällen für die Bewertung des tatsächlichen Niveaus der Sicherheitskultur im Unternehmen von entscheidender Bedeutung ist?
  • Wie man den Widerstand des Personals überwindet und die Arbeiter in die gemeinsame Entwicklung der Arbeitssicherheitsanalyse (ASA) einbezieht?
  • Wie man offene Fragen anwendet, um einen effektiven Sicherheitsdialog anstelle einer formalen Unterweisung zu führen?
  • Welche visuellen Lösungen helfen, die Risiken von Stürzen und Verletzungen auf Standardtreppenläufen zu minimieren?
  • Wie man ein Sicherheitsüberwachungssystem aufbaut, damit die Führungskraft als Mentor und nicht nur als Kontrolleur agiert?
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