Wenn sich ein Vorfall am Arbeitsplatz ereignet, ist es wichtig, nicht nur die Folgen zu beseitigen, sondern auch zu verstehen, warum er passiert ist.
Nur so lässt sich eine Wiederholung verhindern.
Eines der effektivsten Werkzeuge dafür ist die "5-Warum"-Methode, die in den 1930er Jahren von dem Japaner Sakichi Toyoda, dem Gründer von Toyota, entwickelt wurde.
🔍 Der Kern der Methode
Die Methode basiert auf einem einfachen Prinzip: Um zur wahren Ursache (Grundursache) vorzudringen, muss man mehrmals die Frage "Warum?" stellen.
Meistens reichen fünf Schritte aus, um sich von oberflächlichen Faktoren zu lösen und die wahre Ursache zu erkennen.
📉 Im Schema sieht das so aus:
Problem → Warum? → Warum? → Warum? → Warum? → Wahre Ursache
Das Hauptziel ist nicht, einen Schuldigen zu finden, sondern festzustellen, welcher Prozess oder welches System versagt hat.
⚙️ Anwendung
📘 Beispiel
Problem: Anlagenstillstand.
Warum? Die Sicherung hat ausgelöst.
Warum hat sie ausgelöst? Der Motor war überlastet.
Warum war er überlastet? Der Vorschubmechanismus klemmt.
Warum klemmt er? Es fehlt Schmiermittel.
Warum fehlt Schmiermittel? Die Überprüfung des Schmiermittelstands ist im Wartungsplan nicht vorgesehen.
✅ Grundursache: Fehlende routinemäßige Überprüfung der Anlage.
Korrekturmaßnahme: Den Punkt "Schmierung" in den Wartungsplan aufnehmen, einen Verantwortlichen benennen und Fristen festlegen.
📍 Die wichtigste Regel:
Fragen Sie so lange "Warum?", bis klar ist, dass die gefundene Ursache tatsächlich die Grundursache ist.
💡 Warum das wichtig ist
Es hilft, die wahren Ursachen zu ermitteln und nicht nur oberflächliche Faktoren.
Es fördert einen systematischen Ansatz für HSE.
Es macht Korrekturmaßnahmen zielgerichtet und effektiv.
Es erhöht die Zuverlässigkeit und die Sicherheitskultur im Betrieb.