Im Rahmen meiner Tätigkeit habe ich die besten Ansätze zur Personalschulung im Bereich Arbeitsschutz untersucht. Besonderes Augenmerk legte ich auf den handlungsorientierten Ansatz unter Einsatz moderner Bildungstechnologien als Grundlage zur Qualitätssteigerung in der HSE-Schulung für Führungskräfte und Fachkräfte. Zudem werden die Prinzipien zur Umsetzung des handlungsorientierten Ansatzes in der Arbeitsschutzschulung für Führungskräfte und Spezialisten dargelegt. Ein wesentliches Ergebnis der Befolgung dieser Prinzipien ist die Herausbildung einer Sicherheitskultur, die eine bedeutende Rolle bei der Senkung von Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen in Unternehmen sowie bei der Gestaltung eines effektiven HSE-Managementsystems in der Organisation spielt.
Die Grundlage für das erfolgreiche Funktionieren eines HSE-Managementsystems und dementsprechend für die Senkung von Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen in Unternehmen ist das Vorhandensein hochqualifizierter HSE-Fachkräfte, was direkt vom Kompetenzniveau der Unternehmensleitung in diesem Bereich abhängt. Gemäß der Gesetzgebung der Russischen Föderation sind alle Mitarbeiter, einschließlich Führungskräfte und Spezialisten, verpflichtet, Schulungen und Kenntnisprüfungen zu Arbeitsschutzanforderungen in der von der Regierung der Russischen Föderation festgelegten Weise zu absolvieren [Art. 225 TK RF]. Viele Experten auf diesem Gebiet stellen jedoch fest, dass „es Mängel bei der Qualität der Präsentation und Demonstration von Vorlesungsmaterial, dem formalen Prozess der Schulungsorganisation sowie dem Fehlen oder der schwachen Nutzung moderner Schulungsmethoden und -technologien gibt. Die Hauptgründe für diese Mängel sind: die umfassende Einbeziehung wenig kompetenter Spezialisten mit oberflächlichen Kenntnissen im Bereich HSE ohne Lehrerfahrung sowie die unzureichende Ausstattung der Bildungseinrichtungen mit modernen technischen Mitteln zur Unterstützung des Lernprozesses“. Somit lässt sich feststellen, dass ein Problem bei der Qualitätssteigerung der Ausbildung von Führungskräften und Spezialisten besteht, das auf der Entwicklung der notwendigen Kompetenzen basiert: Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die dem professionellen Standard entsprechen. Die Lösung praktischer Aufgaben mit der Fähigkeit, das Wissen über den rechtlichen Rahmen korrekt anzuwenden, und die schnelle Reaktion auf Situationen zur Gewährleistung der Sicherheit der Mitarbeiter erfordern nicht nur Lebenserfahrung, sondern auch bestimmte Fertigkeiten und Fähigkeiten. Diese können in einem praxisorientierten Lernprozess erworben werden, der auf den Prinzipien des handlungsorientierten Ansatzes beruht und auf der Entwicklung kreativen und konstruktiven Denkens basiert. Da „der Mensch sich Wissenschaft und Kultur, Methoden der Erkenntnis und Weltveränderung nur durch eigenes Handeln aneignet und dabei persönliche Qualitäten formt und vervollkommnet“, muss der Lernprozess so organisiert werden, dass die Lernenden selbst aktiv am Bildungsprozess teilnehmen. Unter dem handlungsorientierten Ansatz, der in den Werken von L.S. Wygotski, A.N. Leontjew, W.W. Dawydow u. a. entwickelt wurde, versteht man eine Methode der Organisationsform der Lernendenaktivität, bei der sie aktiv am Lernprozess teilnehmen und Wissen selbstständig „erarbeiten“ (d. h. im Prozess der Lösung gestellter Aufgaben entwickeln), anstatt es lediglich von den Lehrkräften zu erhalten. Das Konzept des Lernens durch Handeln wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts vom amerikanischen Wissenschaftler J. Dewey vorgeschlagen und sah das Lernen und Erkennen durch das Überwinden von Schwierigkeiten und das Lösen praktischer Aufgaben vor. Die Basis des handlungsorientierten Ansatzes ist nicht eine Sammlung von Bildungstechnologien, sondern eine methodische Grundlage, die die Richtung der Aktivität der Lernenden bestimmt.
Für die Umsetzung eines effektiven Lernens auf Basis des handlungsorientierten Ansatzes müssen bestimmte didaktische Prinzipien befolgt werden:
Unter Berücksichtigung dieser Prinzipien wird die Lösung der gestellten Aufgaben zu einem integrativen Bestandteil der Tätigkeit. Die Prinzipien des handlungsorientierten Ansatzes lassen sich beispielsweise durch die Organisation von Planspielen umsetzen. Dabei werden sowohl bestimmte Verhaltensmerkmale (Entwicklung der Sicherheitskultur) als auch strategische Fähigkeiten geformt, die für Prognosen im Bereich der Sicherheit wichtig sind. In der Theorie einer solchen Tätigkeit werden Handlungen der Zielsetzung, Programmierung, Planung, Kontrolle und Bewertung unterschieden, aus der Sicht der Tätigkeit selbst – transformierende, ausführende und kontrollierende Handlungen. Große Aufmerksamkeit wird in der Gesamtstruktur der Tätigkeitsbildung den Handlungen der Selbstkontrolle und Selbsteinschätzung gewidmet. Der Schulungsprozess für Führungskräfte und Spezialisten wird auf die Entwicklung der Sicherheitskultur ausgerichtet sein, da er auf die Formung des Bewusstseins der Lernenden abzielt – nämlich, dass die Organisation von Arbeitsschutz und Produktionssicherheit keine bloße Sammlung von Anforderungen ist, sondern eine bestimmte Lebenseinstellung und ein wichtiges Element der gesamten Lebensgestaltung, bei dem Wissen im Kontext des Modells zukünftiger und gegenwärtiger Tätigkeit erworben wird.