Employee Journey Map im HSE

19 August 2023 🇷🇺 Original: русский 1 Min. Lesezeit

Normalerweise wird Arbeitsschutz von den Mitarbeitern als ein komplexes Geflecht aus zahlreichen und unverständlichen Vorschriften, Regeln und Anweisungen wahrgenommen, die man sich ohnehin nicht alle merken kann. Was aber, wenn wir den Arbeitsschutz als ein System von Barrieren und Einschränkungen betrachten und diese in einem einzigen Schema festhalten, das den Weg vorgibt? So entsteht ein interessantes Instrument, das im Marketing als customer journey map (Karte der Kundenreise, die die Erfahrung des Kunden bei der Interaktion mit dem Unternehmen zeigt) und im Personalmanagement als employee journey map (Karte der Mitarbeiterreise, auf der die wichtigsten Berührungspunkte mit dem Unternehmen markiert sind) bezeichnet wird. Die Darstellung kann grafisch oder tabellarisch erfolgen.

Wie nutzt man die Karte?

Zunächst sollten an jeder Phase und an jedem prozessualen Berührungspunkt folgende Fragen gestellt werden:

  • Wie ist der Prozess an diesem Punkt organisiert? Wer sind die Prozessbeteiligten? Teilen alle Prozessbeteiligten die Sicherheitsprinzipien?
  • Welche Erfahrungen macht der Mitarbeiter beim Durchlaufen jeder Phase? An jedem Punkt? Welche Emotionen empfindet er? Weiß der Mitarbeiter, an wen er sich mit Fragen oder Verbesserungsvorschlägen zum Prozess wenden kann?
  • Was muss geändert oder vorgesehen werden? Worauf sollte verzichtet werden?
  • Worauf sollte man sich primär konzentrieren, damit der Interaktionsprozess so angenehm und produktiv wie möglich verläuft?

Auf unserer Karte (Tabelle 1) markieren wir die wichtigsten Berührungspunkte des Mitarbeiters mit dem HSE-Bereich. Es gibt neun solcher Punkte, von denen sich jeder in einer bestimmten Phase mit einem konkreten Ziel befindet. Es ist wichtig zu bedenken, dass am Anfang des Weges die Gefährdungsbeurteilung stehen muss, deren Durchführung der Arbeitgeber organisiert.

In Kenntnis der Stellenmerkmale und Arbeitsbedingungen organisieren Führungskräfte aller Ebenen Verfahren (Prozesse), um den Schutz von Gesundheit und Leben der Mitarbeiter zu gewährleisten.

1. Phase – Vorbereitung auf den Arbeitsprozess

Vor der Arbeitsaufnahme muss der Mitarbeiter zwingend:

  1. Eine medizinische Untersuchung und (oder) eine psychiatrische Begutachtung durchlaufen. Die medizinischen Untersuchungen hängen von den schädlichen Faktoren ab, die bei der speziellen Bewertung der Arbeitsbedingungen festgestellt wurden, oder von der Art der ausgeführten Arbeit (z. B. Arbeiten in der Höhe).
  2. Über die entsprechende Qualifikation verfügen, einschließlich der obligatorischen Schulungen und Unterweisungen im HSE-Bereich.
  3. Mit persönlicher und kollektiver Schutzausrüstung gegen die Einwirkung schädlicher Produktionsfaktoren ausgestattet sein.
  4. Seinen Arbeitsplatz für die sichere Ausführung der Arbeiten vorbereiten.

Bei Nichteinhaltung der ersten drei Punkte muss der Mitarbeiter gemäß Art. 76 des Arbeitsgesetzbuches der Russischen Föderation von der Arbeit freigestellt werden.

2. Phase – Der Arbeitsprozess

Erstens muss der Mitarbeiter während der Arbeitsausführung die hygienischen Standards der Arbeitstätigkeit einhalten. Eine der Barrieren, die zum Schutz des Mitarbeiters vor schädlichen Produktionsfaktoren beitragen, ist die Zeitbegrenzung. Nicht umsonst wurde aufgrund der Ergebnisse der speziellen Bewertung der Arbeitsbedingungen für Unterklassen über 3.3 ein verkürzter Arbeitstag eingeführt.

Zweitens ist die Einhaltung der Arbeitstechnologie ebenfalls eine entsprechende Sicherheitsbarriere. Werkzeuge, Geräte und Materialien wählt der Mitarbeiter gemäß den Vorgaben des technologischen Prozesses aus.

3. Phase – Abschluss des Arbeitsprozesses

Zum Abschluss des Arbeitsprozesses befolgt der Mitarbeiter die sanitär-hygienischen Normen. Dies betrifft vor allem Sauberkeit, Ordentlichkeit und Sorgfalt.

4. Phase – Erholung

Natürlich ist es nach dem Ende der Schicht notwendig, Kraft und Energie zu regenerieren. Dazu sind eine richtige Ernährung und eine qualitativ hochwertige Erholung erforderlich.

Es ist ratsam, ein Audit über den gesamten Zyklus der „Mitarbeiterreise im HSE-System“ durchzuführen. Dies hilft dabei, die kritischsten Punkte zu identifizieren und Prioritäten für die Umsetzung von Änderungen zu setzen. Hilfreich ist die Entwicklung von Kennzahlen für jeden Prozess, anhand derer später die Dynamik der Verbesserungen verfolgt und letztendlich die Korrelation zwischen Prozesskennzahlen und Unfallzahlen überprüft werden kann.


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