Normalerweise wird Arbeitsschutz von den Mitarbeitern als ein komplexes Geflecht aus zahlreichen und unverständlichen Vorschriften, Regeln und Anweisungen wahrgenommen, die man sich ohnehin nicht alle merken kann. Was aber, wenn wir den Arbeitsschutz als ein System von Barrieren und Einschränkungen betrachten und diese in einem einzigen Schema festhalten, das den Weg vorgibt? So entsteht ein interessantes Instrument, das im Marketing als customer journey map (Karte der Kundenreise, die die Erfahrung des Kunden bei der Interaktion mit dem Unternehmen zeigt) und im Personalmanagement als employee journey map (Karte der Mitarbeiterreise, auf der die wichtigsten Berührungspunkte mit dem Unternehmen markiert sind) bezeichnet wird. Die Darstellung kann grafisch oder tabellarisch erfolgen.
Wie nutzt man die Karte?
Zunächst sollten an jeder Phase und an jedem prozessualen Berührungspunkt folgende Fragen gestellt werden:
Auf unserer Karte (Tabelle 1) markieren wir die wichtigsten Berührungspunkte des Mitarbeiters mit dem HSE-Bereich. Es gibt neun solcher Punkte, von denen sich jeder in einer bestimmten Phase mit einem konkreten Ziel befindet. Es ist wichtig zu bedenken, dass am Anfang des Weges die Gefährdungsbeurteilung stehen muss, deren Durchführung der Arbeitgeber organisiert.
In Kenntnis der Stellenmerkmale und Arbeitsbedingungen organisieren Führungskräfte aller Ebenen Verfahren (Prozesse), um den Schutz von Gesundheit und Leben der Mitarbeiter zu gewährleisten.
1. Phase – Vorbereitung auf den Arbeitsprozess
Vor der Arbeitsaufnahme muss der Mitarbeiter zwingend:
Bei Nichteinhaltung der ersten drei Punkte muss der Mitarbeiter gemäß Art. 76 des Arbeitsgesetzbuches der Russischen Föderation von der Arbeit freigestellt werden.
2. Phase – Der Arbeitsprozess
Erstens muss der Mitarbeiter während der Arbeitsausführung die hygienischen Standards der Arbeitstätigkeit einhalten. Eine der Barrieren, die zum Schutz des Mitarbeiters vor schädlichen Produktionsfaktoren beitragen, ist die Zeitbegrenzung. Nicht umsonst wurde aufgrund der Ergebnisse der speziellen Bewertung der Arbeitsbedingungen für Unterklassen über 3.3 ein verkürzter Arbeitstag eingeführt.
Zweitens ist die Einhaltung der Arbeitstechnologie ebenfalls eine entsprechende Sicherheitsbarriere. Werkzeuge, Geräte und Materialien wählt der Mitarbeiter gemäß den Vorgaben des technologischen Prozesses aus.
3. Phase – Abschluss des Arbeitsprozesses
Zum Abschluss des Arbeitsprozesses befolgt der Mitarbeiter die sanitär-hygienischen Normen. Dies betrifft vor allem Sauberkeit, Ordentlichkeit und Sorgfalt.
4. Phase – Erholung
Natürlich ist es nach dem Ende der Schicht notwendig, Kraft und Energie zu regenerieren. Dazu sind eine richtige Ernährung und eine qualitativ hochwertige Erholung erforderlich.
Es ist ratsam, ein Audit über den gesamten Zyklus der „Mitarbeiterreise im HSE-System“ durchzuführen. Dies hilft dabei, die kritischsten Punkte zu identifizieren und Prioritäten für die Umsetzung von Änderungen zu setzen. Hilfreich ist die Entwicklung von Kennzahlen für jeden Prozess, anhand derer später die Dynamik der Verbesserungen verfolgt und letztendlich die Korrelation zwischen Prozesskennzahlen und Unfallzahlen überprüft werden kann.