Board zur „Schnellen Gefahrenerkennung“: Warum die AO Kolskaja GMK nicht nur Fehlerfreiheit, sondern auch Eigeninitiative belohnt

18 November 2025 🇷🇺 Original: русский 1 Min. Lesezeit

Autoren:

Dmitri Mokryschew, AO Kolskaja GMK

Sergei Pawlow, AO Kolskaja GMK

Was haben ein Arbeiter, der eine Verbesserung der Absperrung vorschlägt, und ein Meister, der ein „Fünf-Minuten-Sicherheitsgespräch“ ohne Formalismus organisiert, gemeinsam? Früher – nichts. Heute verbindet sie „BIO“ – ein System, das nicht die passive Einhaltung von Regeln, sondern die aktive Beteiligung an der Schaffung einer sicheren Umgebung belohnt.

Jahrzehntelang basierte das Motivationssystem im HSE-Bereich auf dem Prinzip der „Bestrafung für Fehler“. Wir suchten nach Schuldigen, nicht nach Problemen. Das Ergebnis? Die Mitarbeiter verheimlichten Dinge, hatten Angst, Unwissenheit zuzugeben, und die HSE-Ingenieure wurden zu Aufsehern. Wir bekämpften die Symptome, nicht die Ursachen.

Der Wendepunkt kam, als wir erkannten: Man kann keine proaktive Sicherheitskultur mit reaktiven Methoden aufbauen. Unser Unternehmen hat das „BIO“-System entwickelt. Jetzt belohnen wir:

  • Die Meldung einer potenziellen Gefahr
  • Vorschläge zur Verbesserung von Abläufen
  • Sicheres Handeln eines Kollegen
  • Eine aktive Haltung bei Unterweisungen

Die Statistiken bestätigen die Wirksamkeit dieses Ansatzes. Im Jahr 2024 ist die Zahl der für HSE-Initiativen prämierten Mitarbeiter um das 15-fache gestiegen. In einigen Abteilungen verzeichnen wir ein monatliches Wachstum der Initiativen um 25-30 %.

Eine Datenanalyse des „BIO“-Systems für den letzten Zeitraum (Oktober 2024 – November 2025) ergab:

Allein im letzten Jahr wurden über das System mehr als 500 von Mitarbeitern erkannte Vorfälle erfasst. Darunter befanden sich kritische Risiken wie fehlende Absperrungen an hochgelegenen Objekten, Einsturzgefahr von Konstruktionen sowie Verstöße gegen die elektrische Sicherheit und den Brandschutz. Beispielsweise entdeckten und meldeten die Mitarbeiter folgende Gefahren:

  • ungesicherte Metallkonstruktionen und Isolierungselemente über Fußgängerwegen;
  • fehlende Beleuchtung an wichtigen Verkehrswegen;
  • Mängel im Brandschutz- und Evakuierungssystem.

Dank der rechtzeitigen Meldungen konnten mögliche Verletzungen und Unfälle verhindert werden, und in 65 % der Fälle wurden die Risiken in kürzester Zeit beseitigt.

Aber das Wichtigste ist: Die Psychologie hat sich geändert. Der HSE-Spezialist ist nun kein „Aufseher und Bestrafer“ mehr, sondern ein „Sicherheitsleader und Mentor für die Kollegen“. Seine Aufgabe ist es nicht zu bestrafen, sondern dabei zu helfen, das Potenzial jedes Mitarbeiters bei der Schaffung sicherer Bedingungen zu entfalten.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Flotationsarbeiter in der Feinstein-Trennungsabteilung bemerkte ein kleines Ölleck an einem Mechanismus. Früher hätte er es ignoriert – „nicht mein Verantwortungsbereich“. Jetzt meldete er es über die mobile App, erhielt nach der Auswertung durch „BIO“ eine Prämie, und das Unternehmen bekam die Chance, einen schweren Unfall zu verhindern.

Das Leitbild eines HSE-Mitarbeiters besagt: „Hilf deinen Kollegen bei der Lösung von Arbeitssicherheitsproblemen.“ „BIO“ hat dieses Prinzip von einem Slogan in einen funktionierenden Mechanismus verwandelt. Wenn wir Eigeninitiative belohnen, anstatt Passivität zu bestrafen, schaffen wir ein Umfeld, in dem Sicherheit zum persönlichen Anliegen jedes Einzelnen wird.

Heute ist „BIO“ nicht nur ein Prämiensystem. Es ist ein Instrument zur Gestaltung einer neuen Philosophie, in der der Beitrag jedes Einzelnen zur gemeinsamen Sicherheit geschätzt wird. Denn null Unfälle sind nicht nur das Ergebnis von Fehlerfreiheit, sondern von Tausenden kleinen, richtigen Handlungen.

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