HSE aus dem wahren Leben

19 November 2025 🇷🇺 Original: русский 1 Min. Lesezeit

Ein ehrlicher Blick auf den Weg einer HSE-Spezialistin.

Wahrscheinlich hatte jeder HSE-Spezialist schon einmal diesen Gedanken: „Warum stoßen alle Regeln bei den Mitarbeitern auf so viel Widerstand?“

Ich habe immer drei Arten von Reaktionen beobachtet, und mit jeder muss man anders umgehen.

  1. Die „Veteranen“ und ihr Hauptargument: „Das haben wir schon immer so gemacht“

Das ist die schwierigste Zielgruppe. Sie lassen sich nicht mit Zitaten aus dem Arbeitsgesetzbuch überzeugen. Ihre Autorität ist die persönliche Erfahrung. Und wenn es 20 Jahre lang „gut gegangen“ ist, dann sind die Regeln für sie Unsinn.

Meine Taktik: Ich habe aufgehört, sie überreden zu wollen. Jetzt zeige ich es ihnen. Ich suche in den Archiven nach Unfällen und zeige die Ursachen auf. Ich stelle immer die Frage: „Sehen Sie, dieser Mitarbeiter hatte auch 20 Jahre Berufserfahrung. Glauben Sie, er dachte vorher auch, dass es schon gut gehen wird?“ Schweigen ist die beste Antwort. Ich lerne, mit ihnen in der Sprache der Fakten zu sprechen.

  1. Die „Büroangestellten“ und ihre Überzeugung: „Uns betrifft das nicht“

Ihre Welt besteht aus einem Bürostuhl und einem Monitor. Ihr größtes Risiko ist ein Schnitt am Papier. Für sie eine HSE-Unterweisung durchzuführen, ist immer eine echte Herausforderung.

Meine Taktik: Ich habe meinen Ansatz geändert. Bei Unterweisungen für das Büro spreche ich über das, was sie wirklich beschäftigt: „Wollen Sie mit 40 noch gut sehen können? Lassen Sie uns den Monitor richtig einstellen.“ „Rückenschmerzen? Das liegt nicht am Alter, sondern an Ihrer Sitzhaltung. Hier sind 3 Regeln.“ Ich mache HSE von einem abstrakten Konzept zu einem persönlichen Assistenten für die Erhaltung ihrer eigenen Gesundheit.

  1. Die „Pflichtbewussten“ – meine Stütze und Hoffnung

Von diesen Mitarbeitern gibt es nicht viele, aber ihre Zahl wächst. Das sind diejenigen, die sich nicht scheuen zu sagen: „Ich fange nicht an zu arbeiten, bis die Sicherheit gewährleistet ist.“ Sie sind mein wichtigster Draht zur Realität. Ich unterstütze sie in jeder Hinsicht, lobe sie vor der Geschäftsführung und stelle sie als Vorbild dar. Ihre Initiative ist viel wert.

Mein wichtigstes Fazit als HSE-Spezialistin:

Das Problem sind nicht die Mitarbeiter. Das Problem ist, dass wir HSE-Spezialisten oft in einer Welt der Vorschriften leben, während sie in einer Welt der realen Aufgaben und KPIs leben. Meine heutige Arbeit besteht nicht aus Kontrolle, sondern aus der Integration von HSE in die Produktionsabläufe.

Was wir tun müssen:

Ihre Sprache sprechen. Vor Ort einer von ihnen sein. Ich gehe regelmäßig in die Produktion, nicht um zu kontrollieren, sondern mit der Frage: „Leute, was hindert euch daran, sicher zu arbeiten?“

HSE ist nicht länger ein „strafendes Schwert“, wenn es Teil der Arbeitskultur wird. Und meine Aufgabe ist es nicht, Angst vor den Regeln zu schüren, sondern jedem zu helfen, zu verstehen: Diese Regeln wurden nicht von mir geschrieben. Sie wurden mit Blut geschrieben. Und meine Mission ist es, dafür zu sorgen, dass dieser traurigen Chronik keine neue Zeile hinzugefügt wird.

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