Ich denke, dass die meisten Teilnehmer der HSE DAYS mit der Praxis der Safety Contacts vertraut sind und viele von Ihnen diese Praxis wahrscheinlich in der einen oder anderen Form aktiv nutzen. In diesem Beitrag möchte ich meine Erfahrungen bei der Einführung von Safety Contacts in der ROUST-Unternehmensgruppe mit Ihnen teilen und die wichtigsten Vorteile dieser Praxis hervorheben.
Ein Safety Contact – das ist eine wichtige Sicherheitsbotschaft, die für eine bestimmte Personengruppe in einem bestimmten Zeitraum relevant ist. Der Fokus liegt dabei auf Maßnahmen, die jeder Mitarbeiter ergreifen kann, um eine ähnliche Situation wie die im Safety Contact beschriebene zu vermeiden und künftige unsichere Situationen zu verhindern.
Als man sich in der ROUST-Unternehmensgruppe für die Einführung dieser Initiative entschied, verfolgten wir drei Ziele:
Es wurde ein äußerst einfaches Format für den Safety Contact festgelegt:
Zudem wurden folgende Vereinbarungen getroffen:
🔻 In der Unternehmensgruppe hat sich ein Unfall ereignet, eine Mikroverletzung oder ein Vorfall/Incident wurde registriert;
🔻 Ein Vorfall/Incident ereignete sich auf dem Gelände eines benachbarten Unternehmens oder in der Branche;
🔻 Saisonale Risiken: rutschige Wege, Glatteis, Erkältungszeit, Erholung in der Natur, saisonale Allergien usw.
In den zwei Jahren der Umsetzung dieser Praxis in der ROUST-Unternehmensgruppe hat sie sich gewandelt. Während in der Anfangsphase der Einführung die Informationen für die Safety Contacts von den Fachkräften für Arbeitssicherheit ausgewählt und vorbereitet wurden und nur bei geplanten Besprechungen und Meetings im Rahmen des Arbeitsschutzes zum Einsatz kamen, sind heute sowohl Abteilungsleiter als auch das mittlere Management in diesen Prozess eingebunden. Als nächsten Schritt planen wir die Einbeziehung der Schichtmitarbeiter.
Für die Kommunikation der Safety Contacts nutzen wir in der ROUST-Unternehmensgruppe neben den geplanten Besprechungen auch aktiv „5-Minuten-Meetings“, die vor Schichtbeginn mit den Mitarbeitern durchgeführt werden. In kritischen Momenten, insbesondere wenn sich ein Vorfall ereignet hat, greifen wir auf die Praxis der „Briefings“ zurück – wir stoppen die Produktion und analysieren detailliert die Umstände und Ursachen, die zu dem Vorfall geführt haben, und vereinbaren, welche Maßnahmen jeder Mitarbeiter ergreifen muss, um eine Wiederholung eines solchen Vorfalls zu verhindern.
Die effektivste Methode zur Präsentation eines Safety Contacts besteht darin, dass dieser von einem Mitarbeiter vorgestellt oder durchgeführt wird, der selbst in eine ungünstige Situation oder einen Vorfall verwickelt war. Dieser kann aus persönlicher Erfahrung und in einfacher Sprache erklären, WIE (?) es passiert ist und WAS (?) er beim nächsten Mal anders machen wird, damit sich diese Situation für ihn nicht wiederholt.
Die Praxis der Durchführung von Safety Contacts erweist sich als wirksam und trägt nicht nur dazu bei, die Mitarbeiter in die Lösung und Diskussion von Fragen der Sicherheit am Arbeitsplatz und im Alltag einzubeziehen, sondern prägt auch die Einstellung der Mitarbeiter zu Fragen der persönlichen Sicherheit, was sich folglich in ihrem Verhalten widerspiegelt.