Die Weltwirtschaft befindet sich in einer Zone anhaltender Turbulenzen. Die zunehmende Krise zwingt Unternehmen dazu, nach neuen Stützpunkten zu suchen: Alte Managementmodelle funktionieren nicht mehr, und neue sind noch nicht ausgereift.
Industrieunternehmen sind in einen Modus strikter Ressourceneinsparung (CAPEX und OPEX) übergegangen. Sie „frieren“ Investitionsprojekte ein, kürzen Kosten und Personal, darunter auch (aus ihrer Sicht) „teure“ Manager und sogar Top-Führungskräfte.
Im Bereich HSE beobachten wir einen drastischen Rückzug von den noch gestern lautstark verkündeten Programmen zur „Sicherheitskultur“ hin zur gewohnten „papierbasierten“ Gesetzeskonformität.
Wozu führt das?
🔸 Sinkende Disziplin. Der Abbau von Führungskräften und Personal führt zu Demotivation und organisatorischem Ungleichgewicht. Dies resultiert in einer Zunahme gefährlicher Handlungen und menschlicher Fehler.
🔸 Verschleiß des Anlagevermögens. Ersatzteilmangel, sinkende Qualität bei Instandhaltung und Wartung sowie der Betrieb „bis zum Ausfall“ beschleunigen die Alterung und verringern die Sicherheit der Anlagen.
🔸 Illusion statt Sicherheit. Die erzwungene Annahme schneller, aber dennoch vorübergehender Lösungen maskiert Probleme lediglich und kann systemische Zuverlässigkeit nicht ersetzen.
🔸 Degradierung des Managements. Die Abkehr von der zuvor erklärten Priorität bzw. dem Wert von HSE führt zur Zerstörung der Organisationskultur auf allen Managementebenen.
Warum gehören effektives Management und Arbeitssicherheit selbst jetzt, unter den harten Bedingungen der Krise, nicht zu den Unternehmensprioritäten? 🤔
Wahrscheinlich liegt die Antwort in den Besonderheiten des bestehenden Geschäftsmodells:
📌 Ökonomie der „billigen Arbeit“: Die Kosten für die Organisation einer sicheren Produktion waren weniger „vorteilhaft“ als die Zahlung von Entschädigungen und Bußgeldern.
📌 Kurzer Planungshorizont: Die Strategie „Profit hier und jetzt“ erschwerte Erneuerungen und Modernisierungen mit einer Amortisationszeit von 10 – 15 Jahren.
📌 Rohstoffmodell: Eine hohe Rentabilität durch Exporte senkte das Interesse an systemischen Sicherheitsverbesserungen.
📌 „Für Geld – ja“: Unternehmen mit Börsennotierung an internationalen Börsen versuchten, ihre fortschrittlichen HSE-Standards zu demonstrieren, um Zugang zu günstigen Krediten und anderen Präferenzen zu erhalten. Heute sind diese Anreize deutlich geschwächt.
Was ist also zu tun?
✅ Heute benötigen Unternehmen eine langfristige Antikrisenstrategie. Ihr Ziel ist nicht die mechanische Budgetkürzung, sondern der Erhalt der operativen Steuerbarkeit, der Schutz qualifizierter Fachkräfte und des Produktionspotenzials. 🎯
✅ Die Umsetzung einer solchen Strategie erfordert Führungspersönlichkeiten, die in der Lage sind, die Produktion und deren Sicherheit „zusammenzuhalten“ und Veränderungen zu managen.
✅ Solche Profis gelten als relativ „teuer“, müssen jedoch selbst in der Krise gewonnen und gehalten werden. Dies ist eine strategische Investition in das Überleben und die Stärkung des Unternehmens. 💰
In Krisenzeiten wird Sicherheit zu einer der wichtigsten Garantien für das Überleben eines Unternehmens.
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Kommentare 9
Александр, спасибо за ваш комментарий. Ценность людей — это абсолютный ориентир, однако, к сожалению, реальность выглядит иначе.
«База», о которой вы говорите, была создана во всех известных компаниях достаточно давно. Поэтому о выборе приоритетов между «базой» и «проактивом» речь идти не может в принципе.
Сегодня в целях «оптимизации расходов» происходит банальный отказ от важнейших системообразующих программ производственной безопасности. ПРИМЕЧАНИЕ: важно не путать такие программы с имитационными «пузырями», от которых, безусловно, нужно избавляться.
Что-то подобное мы с коллегами уже наблюдали в 1990–2000-х годах. Негативные последствия неизбежны как для самого бизнеса, так и для людей — его главного актива. Что на самом деле важнее для бизнеса, решать вам.
Думаю, вы правы: базовые принципы должны работать всегда. К сожалению, далеко не все управленцы об этом помнят.
Практическая ценность статьи состоит в том, чтобы помочь осмыслить сегодняшнюю очень непростую ситуацию, когда кардинально меняется вся модель хозяйствования (ведения бизнеса). Это своего рода «красный флаг» для менеджмента, который в погоне за быстрым эффектом механически срезает «косты», не задумываясь ни о последствиях для людей, ни об устойчивости и репутации собственного бизнеса.
Александр, много раз почти дословно слышал подобное объяснение высших руководителей и коллег. Ваш комментарий позволил переосмыслить его.
Пытаться выжить «здесь и сейчас», жертвуя даже тем, без чего невозможно выжить «завтра» — это типичная ловушка антикризисного управления. В итоге вместо продуманной оптимизации и усиления работы по ключевым приоритетам, создается лишь видимость адаптации.
Кризис срывает маски и обнажает суть. Если безопасность ранее рассматривалась в компании лишь, как «статья расходов», то такой она остается и сейчас. Идея моего поста в том, что компаниям нужно срочно менять парадигму: безопасность — это способ сбережения людей, активов и самого бизнеса в кризисные и не кризисные времена.