Ich habe mir gerade das Bild eines traurigen Mitarbeiters vorgestellt, den sein Vorgesetzter zur regelmäßigen HSE-Schulung und Wissensprüfung oder zur Zertifizierung für industrielle Sicherheit schickt, nach dem Motto: „Deine Zeit ist gekommen, mein Sohn...“ Der Mitarbeiter nickt resigniert und geht wie alle anderen, die „zusammengetrieben“ wurden, ohne Begeisterung und Motivation zur Schulung. Oder, falls es eine solche Schulung im Unternehmen gar nicht gibt, setzt er sich an das Lesen von Standards und Anweisungen, vergießt blutige Tränen, schläft heimlich vor den Augen des Vorgesetzten über den Dokumenten ein und leidet unter den unerfüllten Bedürfnissen nach einer guten, qualitativ hochwertigen Ausbildung.
Haben Sie jemals versucht, Ihre Zielgruppe zu fragen: Was will sie, wie möchte sie in HSE geschult werden? Fragen Sie nach den Bedürfnissen dieser Gefangenen, nach dem Schmerz und der Trauer, die sie empfinden, weil sie die Situation nicht ändern können? Ich empfehle es sehr.
In den Antworten finden Sie eine Vielzahl von Erkenntnissen darüber, wie man die obligatorische HSE-Schulung lebendig, effektiv und informell gestalten kann. Wenn Sie all dies analysieren, werden Sie Ihr eigenes Schulungssystem erstellen, das mit keinem anderen vergleichbar ist.
Ausgehend von den Bedürfnissen der Zielgruppe und den Möglichkeiten zur Organisation effektiver Schulungen wird folgende Analyseform vorgeschlagen:
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Schmerzpunkte/Bedürfnisse der Zielgruppe |
Was bei der Erstellung des Schulungssystems getan werden kann |
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Formale Ansätze in der Ausbildung: Selbststudium/Wissensprüfung durch Tests |
Änderung des Schulungssystems durch die Erstellung von Produkten (modulare Programme), die ein vollständiges Eintauchen und Engagement im Kurs gewährleisten |
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Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung und beim Einprägen: Das Lesen von Dokumenten dauert lange, ist kompliziert und ineffektiv |
Aufbereitung von Dokumenten, die in Behördensprache verfasst sind, in einer leicht verständlichen Form: Training/Videokurs. Nutzung von zwei Wahrnehmungskanälen: visuell und auditiv. |
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Schulung bindet nicht in den Prozess ein, es ist eine Pflicht (Zwang) |
Erstellung eines Kurses in einem interessanten, ansprechenden Format mit Teamarbeit und Diskussionen, mit emotionalem Kontext, Beispielen/Anti-Beispielen |
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Das Bestehen des Tests auf Olimpoks vermittelt die Fähigkeit, den Test zu bestehen, aber es fehlt das Verständnis für den Kern des Themas |
Erstellung eines Kurses, in dem der Kern des Materials in einfacher und verständlicher Sprache dargelegt wird. Das Ziel ist das Verständnis, Tests sind zweitrangig. Option: Abschluss des Kurses mit der Lösung einer Fallstudie, in der offene Fragen gestellt werden. |
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In der Schulung fehlt der emotionale Kontext, und selbst wenn Anforderungen auswendig gelernt werden, versteht die Zielgruppe nicht, wie sie zu diesen Anforderungen stehen soll; es fehlt der Impuls zum Handeln |
Anreicherung des Kurses mit emotionalem Kontext zur Förderung von Bewusstsein/Sinnhaftigkeit, warum wir Sicherheitsanforderungen erfüllen und wie sich dies auf uns auswirkt. |
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Mangelndes Bewusstsein, Sinnhaftigkeit und Verantwortung für das eigene Leben und alles, was darin geschieht |
Förderung von sinnhaftem Wissen/Fähigkeiten/Einstellungen/Verständnis der eigenen Verantwortung durch Kommunikation in der Schulung |
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Nach der Wissensprüfung wird alles für drei Jahre bis zur nächsten Prüfung vergessen |
Nutzung gemischter Lernformate (Flipped Classroom) + aktives Üben von Fertigkeiten. Zum Beispiel: 1) Selbststudium des Dokuments; 2) Videovortrag zum Thema + festigende Fragen/Tests; 3) Training mit Übung der Fertigkeiten, die Führungskräfte und Spezialisten (als Option) beherrschen müssen; 4) Prüfung mit der Möglichkeit, diese Fertigkeiten zu demonstrieren. |
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Die Zielgruppe stößt in der betrieblichen Praxis auf Situationen, in denen sie nicht weiß, wie sie sich verhalten soll |
Erlernen des Handelns in Situationen der Einflussnahme auf Untergebene/Notsituationen/Erste Hilfe/Brandbekämpfung usw. |
Versuchen Sie, in diesen faszinierenden Prozess einzutauchen. Erstens ist es interessant, zweitens entwickelt es Sie als Experten weiter und drittens hilft es zu verstehen, WIE Sie ein Schulungssystem in Ihrem Unternehmen aufbauen.
Denn: „Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie.“ (Friedrich Nietzsche)