Bauprojekte und groß angelegte Umbauten sind immer eine Herausforderung für die HSE-Abteilung. Wenn Hunderte von Mitarbeitern externer Unternehmen mit unterschiedlichem Niveau der Sicherheitskultur gleichzeitig die Baustelle betreten, funktionieren Standardkontrollmethoden nicht mehr. In seinem Vortrag erläutert Georgi Adschienko, Leiter der Abteilung für Auftragnehmermanagement bei PJSC NLMK, detailliert, wie man ein Managementsystem für Auftragnehmer aufbaut, das einen Anstieg von Verletzungen bei intensiven Bautätigkeiten verhindern kann.
Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens, wie die Einführung eines klassischen Sicherheitsmanagementmodells über den gesamten Lebenszyklus des Vertrags die Spielregeln verändert. Dieser Ansatz, der aus der Öl- und Gasindustrie stammt, beinhaltet die Integration von HSE-Anforderungen in jeder Phase – von der Beschaffungsplanung bis zur Bewertung der Arbeitsergebnisse.
Ein entscheidender Schritt ist die Bewertung des Risikoniveaus geplanter Projekte. Dies ermöglicht die Zuweisung von HSE-Ressourcen: Hochrisikoprojekte erhalten maximale Aufmerksamkeit, einschließlich obligatorischer Überwachung und Videoüberwachung. Die Präqualifikation von Vertragspartnern dient als primärer Filter, der Unternehmen aussortiert, die grundlegende gesetzliche Anforderungen nicht erfüllen. Der Referent merkt an, dass nur wenige diese Hürde beim ersten Mal nehmen, was sie zu einem effektiven Instrument für die Entwicklung von Auftragnehmern macht.
Die Bewertung technischer Angebote unter Berücksichtigung von Sicherheitskriterien ist eine weitere wichtige Praxis. Der Auftragnehmer muss nicht nur einen Preis anbieten, sondern auch ein Verständnis für Risiken und die Bereitschaft zu deren Management nachweisen. Die zusammen mit dem Vertrag unterzeichnete HSE-Vereinbarung legt Verantwortlichkeiten, ein Strafensystem und, was wichtig ist, einen Mechanismus zu deren Verrechnung fest, sofern Mittel in proaktive Sicherheitsmaßnahmen investiert werden.
Der Vortrag befasst sich detailliert mit dem Sicherheitsmanagementplan für das Objekt – einem zusammenfassenden Dokument, das alle HSE-Informationen des Projekts systematisiert. Es umfasst Inspektionspläne, Gefahrenzonenkarten, Register für atypische Arbeiten und Kommunikationspläne. Dieses Instrument macht das Projektmanagement transparent und vorhersehbar.
Eine detaillierte Klassifizierung von Verstößen in einem einheitlichen Register ermöglicht es, systemische Probleme zu identifizieren und gezielt mit jedem Auftragnehmer zu arbeiten. Externe und interne Überwachung, einschließlich spezialisierter Kontrolle von Höhenarbeiten, gewährleistet die ständige Präsenz von Spezialisten auf der Baustelle, die nicht nur Verstöße erfassen, sondern auch Verhaltensdialoge führen.
Der Referent analysiert den Ansatz zum Management von Top-Risiken: Höhenarbeiten, Heißarbeiten, Hebearbeiten und elektrische Sicherheit. Der Übergang zu modularen Baugerüsten, Schulungen auf spezialisierten Übungsgeländen und die technische Überwachung der Gerüstmontage haben die Anzahl der Verstöße erheblich reduziert. Regelmäßige Besprechungen, thematische Foren unter Beteiligung des Top-Managements und Linienrundgänge schaffen ein einheitliches Informationsfeld und binden die Führung der Auftragnehmer in Sicherheitsfragen ein.
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