COVID-19-Prävention – Null Infektionen im Jahr 2020

Fallstudie
16 Dezember 2020 🇷🇺 Originalsprache: русский

Risikomanagement unter Unsicherheit

Die Coronavirus-Pandemie war eine beispiellose Herausforderung für Industrieunternehmen, insbesondere im Öl- und Gassektor, wo die Kontinuität der Produktion entscheidend vom Schichtpersonal abhängt. Angesichts von Informationsdefiziten und begrenzten Ressourcen mussten die Unternehmen Logistik, Alltag und Arbeitsprozesse dringend umstrukturieren. In diesem Webinar erläutert Elena Kompasenko, Leiterin der HSE-Abteilung bei „Zarubezhneft“, detailliert die umfassenden Präventivmaßnahmen, die es dem Unternehmen ermöglichten, im Jahr 2020 Masseninfektionen in den Produktionsstätten zu verhindern.

Das „Lego“-Prinzip: Segmentierung des Schichtpersonals

Die Grundlage des Konzepts für einen sicheren Schichtwechsel war ein Ansatz, den die Referentin als „Lego-Prinzip“ bezeichnet. Der Kern besteht in der intelligenten Verteilung der Mitarbeiter bereits in der Vorbereitungsphase vor der Anreise.

Die Personen werden so segmentiert, dass sich in einem Isolationsblock keine Spezialisten desselben Profils (z. B. nur Produktionsoperatoren) befinden. Jede isolierte Gruppe umfasst jeweils einen Vertreter verschiedener Fachrichtungen. Dies geschieht, um bei einer Infektion während der Quarantänephase ein bestimmtes Segment isolieren zu können, während die Funktionsfähigkeit des gesamten Bereichs durch gesunde Mitarbeiter aus anderen Blöcken erhalten bleibt. Dieser Ansatz garantiert die Kontinuität der Produktionsprozesse auch bei einem ungünstigen Szenario.

Mehrstufiger Filter und Farbcodierung

Der Vortrag geht detailliert auf das Zugangssystem zu den Feldern ein. Das Unternehmen führte eine strenge Barrierekontrolle ein, die lange vor der Ankunft am Standort beginnt:

  • Obligatorische Tests: Tickets für die Schicht werden erst nach Vorliegen negativer PCR- und ELISA-Testergebnisse gekauft.
  • Anpassungsquarantäne: Selbst Mitarbeiter mit Antikörpern (IgG) durchlaufen eine kurze Quarantäne (1-2 Tage). Dies hängt mit den Akklimatisierungsrisiken beim Umzug aus verschiedenen Regionen des Landes zusammen, wenn eine gewöhnliche Erkältung fälschlicherweise für Virussymptome gehalten werden könnte.
  • Farbidentifikation: An den Standorten wurde ein System zur visuellen Kontrolle der Aufenthaltsdauer eingeführt. In den ersten 14 Tagen tragen die Arbeiter rote Armbinden oder Westen, ab dem 15. Tag orangefarbene und ab dem 22. Tag grüne. Mitarbeiter mit bestätigter Immunität werden durch weiße Westen mit IgG-Markierung gekennzeichnet und bilden die sichersten Teams.

Integration von Auftragnehmern in einen einheitlichen Sicherheitsbereich

Die Referentin betont, dass Sicherheit nicht fragmentarisch sein darf. Alle Auftragnehmer wurden je nach Grad des Kontakts mit dem Hauptpersonal in drei Kategorien eingeteilt. Für Auftragnehmer der ersten Kategorie, die eng mit den Mitarbeitern des Unternehmens zusammenarbeiten, gelten dieselben strengen Anforderungen. Darüber hinaus übernahm das Unternehmen die Versorgung der Auftragnehmer mit persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Desinfektionsmitteln sowie die Organisation ihrer Unterbringung in Quarantäneeinrichtungen, wodurch sie vollständig in das interne Präventionssystem integriert wurden.

Praktische Aspekte der Kontrolle unter rauen Bedingungen

Besondere Aufmerksamkeit wird im Webinar der Lösung ungewöhnlicher Alltags- und Klimaprobleme gewidmet. So zeigt die Referentin am Beispiel der winterlichen Bedingungen im Norden, wie man die Temperaturmessung richtig organisiert: Bei Minusgraden liefert das Scannen unbedeckter Hautpartien verfälschte Ergebnisse (34-35°C), weshalb die Messungen an durch Kleidung geschützten Stellen – am Handgelenk oder hinter dem Ohr – durchgeführt werden. Auch der Ansatz zur PSA wurde rationalisiert: Die Pflicht zum Tragen einer Maske entfällt, wenn ein Spezialist (z. B. ein Schweißer) Arbeiten im Freien völlig allein ausführt.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie das Prinzip der funktionsübergreifenden Segmentierung die Produktion vor einem Stillstand schützt, wenn eine infizierte Person entdeckt wird?
  • Warum das Vorhandensein von Antikörpern kein Grund für die vollständige Aufhebung der anfänglichen Quarantäne vor der Schicht ist?
  • Wie man eine zuverlässige Temperaturkontrolle des Personals bei extremer Kälte organisiert?
  • Welche technischen und organisatorischen Methoden helfen, die Einhaltung der Regeln in Selbstisolationszonen zu kontrollieren?
  • Wie man die Zusammenarbeit mit Auftragnehmern so gestaltet, dass sie nicht zum schwächsten Glied im epidemiologischen Schutz der Anlage werden?
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