Die Coronavirus-Pandemie war eine beispiellose Herausforderung für Industrieunternehmen, insbesondere im Öl- und Gassektor, wo die Kontinuität der Produktion entscheidend vom Schichtpersonal abhängt. Angesichts von Informationsdefiziten und begrenzten Ressourcen mussten die Unternehmen Logistik, Alltag und Arbeitsprozesse dringend umstrukturieren. In diesem Webinar erläutert Elena Kompasenko, Leiterin der HSE-Abteilung bei „Zarubezhneft“, detailliert die umfassenden Präventivmaßnahmen, die es dem Unternehmen ermöglichten, im Jahr 2020 Masseninfektionen in den Produktionsstätten zu verhindern.
Die Grundlage des Konzepts für einen sicheren Schichtwechsel war ein Ansatz, den die Referentin als „Lego-Prinzip“ bezeichnet. Der Kern besteht in der intelligenten Verteilung der Mitarbeiter bereits in der Vorbereitungsphase vor der Anreise.
Die Personen werden so segmentiert, dass sich in einem Isolationsblock keine Spezialisten desselben Profils (z. B. nur Produktionsoperatoren) befinden. Jede isolierte Gruppe umfasst jeweils einen Vertreter verschiedener Fachrichtungen. Dies geschieht, um bei einer Infektion während der Quarantänephase ein bestimmtes Segment isolieren zu können, während die Funktionsfähigkeit des gesamten Bereichs durch gesunde Mitarbeiter aus anderen Blöcken erhalten bleibt. Dieser Ansatz garantiert die Kontinuität der Produktionsprozesse auch bei einem ungünstigen Szenario.
Der Vortrag geht detailliert auf das Zugangssystem zu den Feldern ein. Das Unternehmen führte eine strenge Barrierekontrolle ein, die lange vor der Ankunft am Standort beginnt:
Die Referentin betont, dass Sicherheit nicht fragmentarisch sein darf. Alle Auftragnehmer wurden je nach Grad des Kontakts mit dem Hauptpersonal in drei Kategorien eingeteilt. Für Auftragnehmer der ersten Kategorie, die eng mit den Mitarbeitern des Unternehmens zusammenarbeiten, gelten dieselben strengen Anforderungen. Darüber hinaus übernahm das Unternehmen die Versorgung der Auftragnehmer mit persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Desinfektionsmitteln sowie die Organisation ihrer Unterbringung in Quarantäneeinrichtungen, wodurch sie vollständig in das interne Präventionssystem integriert wurden.
Besondere Aufmerksamkeit wird im Webinar der Lösung ungewöhnlicher Alltags- und Klimaprobleme gewidmet. So zeigt die Referentin am Beispiel der winterlichen Bedingungen im Norden, wie man die Temperaturmessung richtig organisiert: Bei Minusgraden liefert das Scannen unbedeckter Hautpartien verfälschte Ergebnisse (34-35°C), weshalb die Messungen an durch Kleidung geschützten Stellen – am Handgelenk oder hinter dem Ohr – durchgeführt werden. Auch der Ansatz zur PSA wurde rationalisiert: Die Pflicht zum Tragen einer Maske entfällt, wenn ein Spezialist (z. B. ein Schweißer) Arbeiten im Freien völlig allein ausführt.
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