Die Einbindung des Produktionspersonals in HSE-Themen ist eine der schwierigsten Aufgaben für jedes Unternehmen. Wenn die grundlegenden Sicherheitsanforderungen bereits implementiert sind, erfordert eine weitere Senkung der Unfallzahlen die bewusste, freiwillige Teilnahme der Mitarbeiter selbst. In seinem Vortrag analysiert Dmitry Mindubaev, Leiter der HSE-Abteilung der Balakovo-Niederlassung der Apatit JSC (PhosAgro-Gruppe), funktionierende Motivationsinstrumente, die dabei helfen, Mitarbeiter von der Position passiver Ausführender zu aktiven Teilnehmern am Prozess der Risikoerkennung zu machen.
Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens, wie traditionelle Belohnungsmethoden in ein transparentes System umgewandelt werden können. Die Grundlage bilden mehrere freiwillige Initiativen, die verschiedene Ebenen des Engagements abdecken:
Besonderes Augenmerk wird in dem Vortrag auf die Einführung einer mobilen App zur Erfassung gefährlicher Handlungen und Bedingungen gelegt. Das Hauptproblem, mit dem Unternehmen bei der Einführung solcher IT-Produkte konfrontiert sind, ist der Widerstand des Personals und die Wahrnehmung des Instruments als Möglichkeit, „den Kollegen zu verpfeifen“.
Um diese Barriere zu durchbrechen, wurde in der ersten Phase die obligatorische Registrierung deaktiviert. Die Umstellung des Systems auf den Inkognito-Modus nahm den psychologischen Druck: Die Mitarbeiter begannen aktiv, die App herunterzuladen und Beobachtungskarten zu senden. Um das Instrument in der Startphase bekannt zu machen, wurden die HSE-Beauftragten einbezogen. Erst nachdem die App ihren Nutzen bewiesen hatte, führte das Unternehmen die Anmeldemöglichkeit wieder ein und verknüpfte sie mit einem System materieller und immaterieller Motivation für die aktivsten Nutzer.
Die App ist in das einheitliche Unternehmenssicherheitssystem integriert. Dies löst das Problem der Vertraulichkeit: Aufgenommene Fotos werden nicht in der Galerie des privaten Telefons des Mitarbeiters gespeichert, sondern gelangen sofort in den geschützten Bereich des Unternehmens.
Dmitry Mindubaev betont die entscheidende Bedeutung der Arbeit mit den gesammelten Daten. Die Erfassung eines Risikos ist nur der erste Schritt. Wenn ein Mitarbeiter eine Beobachtungskarte sendet und keine Antwort erhält, verliert das Instrument schnell an Vertrauen.
Jede Meldung muss von Fachspezialisten bearbeitet werden: Entweder wird das Problem „hier und jetzt“ behoben, oder es werden Verantwortliche und Fristen unter Bereitstellung zusätzlicher Mittel festgelegt. Eine zwingende Voraussetzung ist die Rückmeldung an den Urheber. Dies zeigt dem Mitarbeiter, dass seine Stimme gehört wird und er ein wichtiger Teil des Sicherheitsmechanismus des Unternehmens ist. Die gesammelte Beobachtungsdatenbank ermöglicht tiefgehende Analysen: die Identifizierung problematischer Werkstätten und typischer Verstöße (z. B. bei Arbeiten in der Höhe), um die Präventionsarbeit rechtzeitig anzupassen.
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