Besonderheiten des Umweltrisikomanagementsystems der PJSC "Corporation VSMPO-AVISMA"

Fallstudie
28 September 2022 🇷🇺 Originalsprache: русский

Evolution des Umweltrisikomanagementsystems

Das Management von Umweltrisiken in großen Industrieunternehmen erfordert einen systematischen Ansatz, insbesondere wenn es sich um Anlagen der ersten Kategorie mit negativen Umweltauswirkungen handelt. In seinem Vortrag analysiert Andrey Golovin, Leiter des Zentralen Prüflabors der Abteilung für Umwelt- und Arbeitsschutz (HSE) der PJSC "Corporation VSMPO-AVISMA", die Evolution der Risikomanagementansätze am Beispiel des weltweit größten Herstellers von Titanprodukten.

Der Referent stellt fest, dass das Risikomanagement bis 2015 hauptsächlich auf Kundenanforderungen basierte und sich auf die Bewertung der Wahrscheinlichkeit von Vertragsbrüchen beschränkte. Ab 2018 ging das Unternehmen zum Risikomanagement im Rahmen des Umweltmanagementsystems über und führte das Konzept des akzeptablen Risikos ein. Seit 2021 wird ein strategisches Management angewendet, das auf dem Konzept der Risikominimierung basiert und es ermöglicht, negative Folgen zu verhindern.

Zwei Ansätze: akzeptables und minimales Risiko

Der Vortrag untersucht detailliert die Wirksamkeit eines kombinierten Ansatzes für das Risikomanagement. Das Unternehmen identifiziert jährlich mehr als 4000 Umweltrisiken, und es ist unmöglich, sie alle auf die gleiche Weise zu managen.

  • Das System des akzeptablen Risikos wird für die meisten Ereignisse angewendet. Es nutzt Standardlösungen, die in der Umsetzung kostengünstiger sind und es ermöglichen, die Tätigkeiten in Übereinstimmung mit der Gesetzgebung durchzuführen. Die Entscheidungsebene reicht hier vom Abteilungsleiter bis zum Generaldirektor.
  • Das System des minimalen Risikos wird für strategische Risiken verwendet, die die Tätigkeit des Unternehmens einschränken könnten. Hier kommen individuelle, teurere Lösungen zum Einsatz, die eine maximale Wirkung erzielen. Entscheidungen werden auf der Ebene des Bereichsleiters und des Verwaltungsrats getroffen.

Praktische Fallstudien: von der Abwasserreduzierung bis zum Laserschneiden

Der Referent zeigt am Beispiel von zwei realisierten Projekten, wie individuelle Lösungen dazu beitragen, Risiken auf ein minimales Niveau zu senken und dabei sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile zu bringen.

  • Reduzierung des Ölgehalts im Abwasser. Durch die Beseitigung von Lecks, die Einführung einer getrennten Sammlung und die Einrichtung einer Ölrückgewinnungsanlage konnte das Unternehmen den Bedarf an Öleinkäufen fast halbieren (von 996 auf 528 Tonnen pro Jahr) und die Zielwerte für die Ölkonzentration im Abwasser erreichen.
  • Einführung des Laserschneidens von Titan. Der Ersatz des Wasserstrahlschneidens durch das Laserschneiden ermöglichte es, die Schnittbreite von 1 cm auf 1,5 mm zu reduzieren, den Einsatz von Wasser und Schleifmitteln zu eliminieren (Einsparung von 2000 Tonnen pro Jahr) und die Bildung von Titanschlacke um das Zehnfache zu verringern. Dies ist besonders wichtig angesichts gestörter Lieferketten für importierte Schleifmittel.

Die Rolle von Personal und Automatisierung

Die Erfahrung zeigt, dass die Ursache für jede negative Umweltauswirkung in den Handlungen des Personals liegt. Daher hat das Unternehmen ein System aufgebaut, bei dem jeder Mitarbeiter das Ausmaß seiner Auswirkungen versteht und innerhalb strenger technologischer Prozessgrenzen arbeitet. Es wurde ein System aus obligatorischer Schulung, Mentoring und Motivation für die Teilnahme an Umweltprojekten eingeführt.

Um die wachsende Anzahl von Risiken zu bewältigen, plant das Unternehmen den Einsatz von neuronalen Netzen. Die Automatisierung wird helfen, Optimalitätskriterien zu definieren, Risiken einzustufen und Standardlösungen zu entwickeln, um sie im Bereich des akzeptablen Risikos zu halten.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie man von einem reaktiven Risikomanagement auf Kundenanforderung zu einem proaktiven Umweltmanagementsystem übergeht?
  • In welchen Fällen ist es sinnvoll, das Konzept des akzeptablen Risikos anzuwenden und in welchen das des minimalen Risikos?
  • Wie man den Einkauf von Industrieölen durch getrennte Sammlung und Regeneration um die Hälfte reduziert?
  • Welche ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile bietet der Wechsel vom Wasserstrahl- zum Laserschneiden von Metall?
  • Wie man neuronale Netze nutzt, um Tausende von Umweltrisiken gleichzeitig zu managen?
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Kommentare 1

ОВ
Oksana Vlasova vor 3 Jahren

Danke, es war sehr nützlich

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