Das ESG-Konzept (Environmental, Social, Governance) wird oft losgelöst von realen Produktionsprozessen und Fragen des Arbeitsschutzes betrachtet. In der Praxis ist eine nachhaltige Entwicklung eines Industrieunternehmens jedoch ohne die Gewährleistung der Personalsicherheit und die Minimierung der Umweltauswirkungen unmöglich. In seinem Vortrag erläutert Pavel Krasilnikov, Leiter der HSE-Abteilung bei AKKERMANN CEMENT, detailliert, wie globale ESG-Prinzipien in konkrete technische und Managementlösungen in der Zementproduktion umgesetzt werden.
Die Verringerung der negativen Umweltauswirkungen erfordert einen systematischen Ansatz und technologische Modernisierung. Der Referent zeigt am Beispiel des Unternehmens, wie die Anwendung des Trockenverfahrens bei der Zementherstellung den unwiederbringlichen Wasserverbrauch im Vergleich zu traditionellen Methoden um das 8- bis 10-fache reduziert. Ein wichtiger Schritt war der vorzeitige Erhalt der integrierten Umweltgenehmigung und die Einführung der besten verfügbaren Techniken (BVT).
Zur Emissionskontrolle werden an den Quellen automatische Überwachungssysteme installiert. Dies ermöglicht es dem Produktionspersonal und den Technologen, die Konzentration von anorganischem Staub, Stickoxiden und Kohlenstoff in Echtzeit zu überwachen und die Betriebsparameter der Anlagen umgehend anzupassen. Zusätzlich werden lokale Projekte umgesetzt, wie die Wasserentstaubung der Annahmebunker von Schlackenanlagen, was für die Reduzierung der Staubbelastung in der Nähe von Wohngebieten von entscheidender Bedeutung ist.
Die Einstellung gegenüber den Mitarbeitern beginnt bei den grundlegenden Arbeitsbedingungen: dem Zustand von Haltestellen, Eingangsbereichen, Duschen und Pausenräumen. Die Schaffung eines komfortablen Umfelds wirkt sich direkt auf das Engagement des Personals in Fragen der Arbeitssicherheit aus. Der Vortrag beleuchtet detailliert die Erfahrungen bei der Einführung von unternehmensinternen Motivationsprogrammen, wie dem Projekt „Herausforderung angenommen“, bei dem das Unternehmen die Mitarbeiter beim Erreichen ihrer persönlichen ehrgeizigen Ziele unterstützt, von Sportmarathons bis hin zu Bergbesteigungen.
Im Bereich des Arbeitsschutzes erläutert der Referent praktische Instrumente, die am Standort eingeführt wurden:
Die Transparenz der Geschäftsprozesse erstreckt sich auch auf die Zusammenarbeit mit Auftragnehmern. Der Referent teilt einen unkonventionellen Ansatz zur Motivation von Auftragnehmern: Im Unternehmen wird vierteljährlich ein Wettbewerb zum Arbeitsschutz durchgeführt. Strafen, die für Verstöße gegen Sicherheitsanforderungen verhängt werden, bilden einen speziellen Fonds. Am Ende des Jahres verbleiben diese Mittel nicht im Budget des Auftraggebers, sondern werden zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen des Gewinnerunternehmens verwendet – zum Beispiel für den Kauf moderner Ausrüstung für Werkstätten oder die Renovierung von Sozialräumen.
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