Operatives Management von Produktionsrisiken – die Evolution des Mentorings in der Sicherheit

Fallstudie
12 Mai 2022 🇷🇺 Originalsprache: русский

Die Evolution des Mentorings: von der Theorie zur Praxis am Arbeitsplatz

Die Entwicklung einer Kultur der sicheren Produktion erfordert nicht nur die Schaffung mehrstufiger Managementsysteme für den Arbeitsschutz, sondern auch die Sicherstellung ihrer effektiven Anwendung in der Praxis. In seinem Vortrag teilt Andrey Khokhryakov, Leiter der Programme zur Entwicklung der Sicherheitskultur bei Salym Petroleum Development, Erfahrungen bei der Einführung eines Mentoring-Programms für das operative Management von Produktionsrisiken (OMPR). Der Sprecher analysiert, warum traditionelle Schulungs- und Kontrollmethoden oft nicht ausreichen, um nachhaltige Fähigkeiten für sicheres Arbeiten zu entwickeln, insbesondere bei neuen Bauleitern und Auftragnehmern.

Das Problem besteht darin, dass die Informationsmenge, die ein neuer Mitarbeiter aufnehmen muss, enorm ist. Werkzeuge zur Organisation sicherer Arbeiten können ohne praktische Erfahrung in ihrer Anwendung sperrig und unverständlich erscheinen. Das OMPR-Programm soll dieses Problem lösen, indem der Fokus von Präsenzschulungen auf die direkte Unterstützung und Weiterbildung des Personals direkt auf den Baustellen verlagert wird.

Was ist OMPR und wie unterscheidet es sich von der traditionellen Kontrolle?

Das OMPR-Programm basiert auf dem Konzept Assist & Assure – einer Kombination aus Mentoring und Kontrolle direkt während der Arbeitsausführung. Der OMPR-Mentor ersetzt nicht die Funktion des Sicherheitsingenieurs und verfügt nicht über die administrativen Mittel, um Geldstrafen zu verhängen. Seine Hauptaufgabe besteht darin, dem Team zu helfen, es zu beraten und seine Aktionen zu korrigieren, Wachstumspotenziale zu identifizieren und sowohl technische als auch Führungskompetenzen (Soft Skills) der Bauleiter zu entwickeln.

  • Langes Eintauchen: Der Mentor verbringt vier bis sechs aufeinanderfolgende Tage im Team und beobachtet den gesamten Arbeitszyklus. Dies ermöglicht es, die Phase der „Anspannung“ zu überwinden, in der die Arbeiter sozial erwünschtes Verhalten zeigen, und ein realistisches Bild der Arbeitsausführung zu erhalten.
  • Fehlen einer Straf-Funktion: Das Fehlen der Androhung von Strafen trägt zum Aufbau von Vertrauensbeziehungen bei. Die Arbeiter beginnen, Probleme offen zu diskutieren und Fragen zu stellen, ohne Angst zu haben, Unwissenheit zuzugeben.
  • Fokus auf Gewohnheiten: Das Ziel des Mentors ist es, nachhaltige Gewohnheiten für sicheres Verhalten zu entwickeln, wie z. B. ständiges Eingreifen bei der Erkennung von Risiken und die Bereitschaft, Fragen zu stellen.

Werkzeuge des Mentors: von den „Sieben Schritten“ bis zur „Gefahrenjagd“

Der Vortrag geht detailliert auf das Arsenal an Werkzeugen ein, die OMPR-Mentoren verwenden, um Fähigkeiten zur Risikoerkennung und zur richtigen Arbeitsorganisation zu entwickeln.

  • Karte „Sieben Schritte zur sicheren Arbeit“: Ein praktischer Hinweis für den Bauleiter, der offene Fragen zur Steigerung des Bewusstseins bei der Arbeitsvorbereitung und Kriterien für eine effektive Einweisung enthält.
  • „Gefahrenjagd“: Eine regelmäßige Übung zur Entwicklung der Fähigkeit zur Risikoerkennung, die gemeinsam mit den Ausführenden der Arbeiten durchgeführt wird. Der Sprecher zeigt am Beispiel, dass dieses Werkzeug nicht nur in komplexen Produktionsanlagen, sondern auch im Alltag (z. B. mit dem Personal eines Hotelkomplexes) anwendbar ist, um Mikroverletzungen zu reduzieren.
  • Bericht über Frühindikatoren: Die Ergebnisse der Arbeit des Mentors werden in einem Bericht festgehalten, der mit allen Beteiligten (Bauleiter, Supervisor, Sicherheitsingenieur) besprochen wird, um ein gemeinsames Verständnis der Verbesserungsbereiche zu entwickeln.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie überwindet man die Kluft zwischen theoretischem Wissen im Arbeitsschutz und dessen praktischer Anwendung am Arbeitsplatz?
  • Was ist der grundlegende Unterschied zwischen einem OMPR-Mentor und einem prüfenden Sicherheitsingenieur?
  • Wie baut man Vertrauensbeziehungen zum Team auf, um reale Probleme in der Arbeitsorganisation zu identifizieren?
  • Welche Werkzeuge helfen, die Fähigkeiten zur Risikoerkennung bei Linienmanagern und Arbeitern zu entwickeln?
  • Wie bewertet man die Wirksamkeit des Mentoring-Programms anhand von Frühindikatoren?
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