Im modernen HSE-Management wird zunehmend betont, dass der Mensch nicht nur ein Ausführender von Anweisungen ist, sondern ein komplexes Biosystem. Die Referenten des Webinars, Evgeny Parygin und Tatiana Melnitskaya, analysieren im Detail, wie physiologische und psychologische Aspekte die Veränderungskultur und die Sicherheit am Arbeitsplatz beeinflussen. Das Verständnis dieser Mechanismen wird zu einem natürlichen Bestandteil der Branchenentwicklung und ermöglicht den Übergang von formaler Kontrolle zu bewusster Verhaltenssteuerung.
Der Vortrag beleuchtet detailliert den Zusammenhang zwischen biochemischen Prozessen im Körper und psychischen Reaktionen. Jeder Stress oder Reiz verursacht nicht nur psychisches Unbehagen, sondern auch physiologische Veränderungen und die Ausschüttung von Hormonen (Cortisol, Adrenalin), was sich direkt auf die Wachsamkeit, die analytischen Fähigkeiten und folglich auf die Arbeitssicherheit auswirkt.
Der Referent zeigt anhand statistischer Daten, wie sich Veränderungen im Arbeitsumfeld auf das Engagement der Mitarbeiter auswirken. In einem ungünstigen Umfeld (Angst vor Bestrafung, Stress, Burnout) kann die Effizienz der Mitarbeiter um 50 % oder mehr sinken, während Proteststimmungen und das Verheimlichen von Fehlern zunehmen. Umgekehrt führt die Schaffung eines günstigen Umfelds (Gerechtigkeit, Offenheit, Vertrauen) zu einem emotionalen Aufschwung, der Entwicklung von Führungsqualitäten und einer Steigerung der Loyalität um 25-30 %.
Besonderes Augenmerk wird im Webinar auf die emotionale Intelligenz (EI) als Schlüsselkompetenz für Führungskräfte und HSE-Spezialisten gelegt. EI umfasst Selbstwahrnehmung, Selbstregulierung, Empathie, Selbstmotivation und soziale Fähigkeiten. Die Fähigkeit, eigene und fremde Emotionen zu erkennen, ermöglicht es, Stress effektiv zu bewältigen, Konflikte zu lösen und ein Sicherheitsdenken zu formen.
Der Referent erläutert praktische Instrumente zur Beeinflussung des Denkens durch Emotionen. Zum Beispiel, wie man mit Neid oder Angst umgeht und sie in eine konstruktive Richtung von Wettbewerb und Entwicklung lenkt. Es wird betont, dass das Unterdrücken von Emotionen schädlich ist – sie müssen gesteuert und zur Erreichung beruflicher Ziele genutzt werden.
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