Die Einführung eines effektiven Systems für Sicherheitsaudits ist nicht nur ein Übergang von Papierprotokollen zu elektronischen Formularen, sondern eine tiefgreifende Transformation der Managementkultur im Unternehmen. Alexander Pivikov, Direktor für Produktionssicherheit der JSC "VMZ", teilt seine einzigartigen Erfahrungen bei der Schaffung und Entwicklung eines automatisierten Arbeitsschutzmanagementsystems (ASUP) in einem Unternehmen mit mehr als 12.000 Mitarbeitern und Tausenden von Auftragnehmern.
Der Sprecher analysiert den Weg von formalen Einträgen "keine Beanstandungen" in den Protokollen der ersten Kontrollstufe bis zur Einführung einer umfassenden IT-Plattform, die alle Ebenen von Audits, Risikobewertungen und das Management von Auftragnehmern vereint. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Prozess der Einbindung von Linienmanagern und Führungskräften des Unternehmens in die tägliche Arbeit zur Identifizierung gefährlicher Handlungen und Bedingungen.
Jegliche Veränderungen im Bereich des Arbeitsschutzes beginnen mit der Demonstration von Führung. Der Sprecher betont, dass ohne die persönliche Beteiligung des Top-Managements die Einführung von Audits zum Scheitern verurteilt ist. Die Praxis der täglichen morgendlichen Rundgänge über die Produktionsstätten durch den Geschäftsführer schafft einen Überraschungseffekt und motiviert die Linienmanager, die Ordnung in ihren Bereichen aufrechtzuerhalten.
Das Beispiel der Einführung von Kinnriemen zeigt deutlich, wie das persönliche Vorbild der Führungskraft langjährige Stereotypen durchbrechen und innerhalb eines Monats die Regeln für die Verwendung von PSA für die gesamte, aus Tausenden bestehende Belegschaft ändern kann.
Die Abkehr von ineffizienten Papierprotokollen und schwerfälligen Systemen (wie SAP EHSM) führte zur Schaffung eines eigenen flexiblen automatisierten Systems. Die wichtigsten Vorteile der entwickelten Lösung:
Auftragnehmer werden oft zum schwachen Glied im Sicherheitssystem eines Unternehmens. Der Sprecher zeigt an einem Beispiel, wie die Integration von Auftragnehmern in das einheitliche Informationsfeld des ASUP die Situation verändert. Die Einführung der Funktion zur sofortigen Sperrung von Ausweisen bei Verstößen und der Ersatz von Geldstrafen durch obligatorische kostenpflichtige Schulungen im Schulungszentrum des Auftraggebers erwiesen sich als weitaus effektiver als herkömmliche finanzielle Sanktionen.
Ein wichtiger Schritt war es, den Auftragnehmern die Möglichkeit zu geben, Audits selbst im System zu registrieren, was die Entwicklung eines zweiseitigen Informationsaustauschs und die Verbesserung der allgemeinen Sicherheitskultur fördert.
Der Übergang von der reaktiven Reaktion auf Unfälle zum proaktiven Management erfordert die richtigen Metriken. Der Vortrag beleuchtet detailliert die Evolution der KPIs für Linienmanager:
Um die Aufmerksamkeit auf kritische Risiken zu lenken, wurde die Praxis thematischer Monate eingeführt, und die öffentliche Bewertung von Führungskräften (mit Hervorhebung von "roten" und "grünen" Zonen) an den monatlichen Sicherheitstagen dient als starker Motivator.
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