Unter den Bedingungen des Tagebaus, insbesondere bei der Aufstockung des Personals und der Einstellung neuer Mitarbeiter, reichen Standardmethoden zur Überprüfung der Qualifikation oft nicht aus. Der Sprecher analysiert die Situation in einem Kohletagebau, wo nach der Schließung einer Zeche und der massenhaften Umschulung des Personals zu Fahrern von Muldenkippern ein Anstieg negativer Ereignisse zu verzeichnen war: Zusammenstöße, Überfahren und Beschädigungen von Geräten. Es wurde offensichtlich, dass das formale Vorhandensein eines Zertifikats nicht die tatsächliche Einstellung einer Person zur Sicherheit widerspiegelt. Es entstand der Bedarf an einem Instrument, das es ermöglicht, die Zuverlässigkeit der Mitarbeiter direkt im Produktionsumfeld zu bewerten und Risiken vor Schichtbeginn zu managen.
In dem Vortrag wird ein Ansatz zur Personalbewertung detailliert betrachtet, der gemeinsam mit einem spezialisierten Forschungsinstitut entwickelt wurde. Die Bewertung erfolgt durch eine Kommission anhand von vier Schlüsselkriterien, die jeweils mit 1 bis 4 Punkten bewertet werden:
Basierend auf den Bewertungsergebnissen wird dem Mitarbeiter eine Kategorie (von «grün» bis «rot») zugewiesen. Zur Visualisierung werden farbige Anhänger an der Arbeitskleidung verwendet, die es Meistern und Kollegen ermöglichen, das Zuverlässigkeitsniveau der Brigade sofort einzuschätzen und Aufgaben kompetent zu verteilen.
Der Sprecher zeigt am Beispiel des Einheitlichen Sicherheitsbuchs (ESB), wie die Kategorisierungsergebnisse in den täglichen Produktionsprozess integriert werden. Neben dem Personal werden auch die Produktionsprozesse selbst bewertet (nach Standardisierungsgrad, Vorhandensein von Großgeräten usw.).
Der Schlüsselmechanismus des Systems ist die Blockierung der Auftragsvergabe bei einer unzulässigen Kombination von Mitarbeiter- und Prozesskategorien. Wenn ein unerfahrener oder unzuverlässiger Mitarbeiter («rote» Kategorie) für Arbeiten mit erhöhtem Risiko eingeteilt wird, fordert das Programm den Vorgesetzten auf, entweder zusätzliche Kompensationsmaßnahmen einzuführen oder die Aufgabe zu stornieren. Ein solcher Algorithmus schließt den menschlichen Faktor bei der Schichtplanung aus und wirkt sich direkt auf die Reduzierung der Unfallrate aus.
Die Einführung des Systems erforderte Zeit, um den Widerstand der Belegschaft zu überwinden, aber die Ergebnisse waren aufschlussreich. Eine Analyse der Vorfälle bestätigte eine direkte Korrelation: Mitarbeiter mit einer niedrigen Sicherheitsbewertung waren naturgemäß an Vorfällen beteiligt. Das System der elektronischen Tests vor der Schicht ermöglicht es den Mitarbeitern, ihre Kategorie dynamisch zu verbessern, und die jährliche Überprüfung der Bewertungen sowie risikoorientierte Schulungen für «Nachzügler» fördern eine bewusste Einstellung zur Arbeit. Die finanzielle Motivation basiert auf Prämienkürzungen für den Aufenthalt in der Hochrisikozone, was die Einhaltung der Regeln für jeden wirtschaftlich sinnvoll macht.
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