Metalloinvest: "Sicherheit vor Plan"

Fallstudie
11 Dezember 2023 🇷🇺 Originalsprache: русский

Parität von Produktion und Sicherheit: Der Preis versteckter Risiken

In kontinuierlichen Produktionsprozessen wie der Metallurgie führt jeder ungeplante Stillstand zu einer Störung der gesamten technologischen Kette. Historisch gesehen wurde die Erfüllung des Produktionsplans oft über potenzielle Risiken gestellt. Große Vorfälle ändern diesen Ansatz jedoch radikal. In seinem Vortrag analysiert Alexander Lasutkin, HSE-Direktor des Elektrometallurgischen Kombinats Oskol (Teil von Metalloinvest), einen aufschlussreichen Fall: einen Unfall an einem Elektrolichtbogenofen, der zu einem einmonatigen Stillstand der Linie und Verlusten von über einer Milliarde Rubel führte.

Dieser Vorfall war der Katalysator für ein Umdenken des Top-Managements in Bezug auf präventive Sicherheit. Der Sprecher betont, dass Sicherheit und Produktion zwei gleichwertige Säulen der Geschäftseffizienz sind. Das Ignorieren unsicherer Bedingungen führt unweigerlich zu Unfällen, die den sofortigen Einsatz von Auftragnehmern, die Suche nach ungeplanten Budgets und eine langwierige Wiederherstellung der Prozesse erfordern. Heute verfügt das Unternehmen über ein umfassendes Risikomanagementsystem: Mehr als 28.000 Risiken wurden identifiziert, darunter 180 tödliche, was es ermöglicht, gefährliche Handlungen zu stoppen, bevor sie zu einer Katastrophe führen.

Das Instrument zum Stoppen unsicherer Arbeiten: Vom Skeptizismus zur Praxis

Ein Schlüsselelement der neuen Sicherheitskultur war die Einführung des Rechts des Linienpersonals, unsichere Arbeiten zu stoppen. Die Arbeiter steuern täglich die Prozesse und bemerken kritische Abweichungen als Erste. Das Ziel des Instruments ist es, die Mitarbeiter zu den wichtigsten Helfern bei der Vermeidung von Vorfällen zu machen und ihre Angst vor der Führung zu überwinden.

Die Einführung stieß auf erheblichen Widerstand und Misstrauen seitens des Produktionsblocks. Die Hauptsorge der Chefingenieure und Werkstattleiter bestand in möglichen massiven und ungerechtfertigten Stopps, die die Erfüllung des Plans gefährden könnten. Um diese Barriere zu überwinden, führte das Unternehmen einen transparenten Mechanismus zur Erfassung von Ablehnungen über eine mobile App und in Bereichen ohne Internet über Papierformulare an den Arbeitsplätzen ein. Jeder Stopp wird in den morgendlichen operativen Besprechungen unter Beteiligung des Chefingenieurs detailliert analysiert, um die Grundursachen zu finden und nicht, um Schuldige zu suchen.

Schutz der Führung und Risikomanagement im kontinuierlichen Zyklus

Ein entscheidender Erfolgsfaktor war die harte Haltung des Top-Managements. Der Geschäftsführer fungierte als absoluter Garant für die Unantastbarkeit der Arbeitnehmer, die von ihrem Recht auf Stopp Gebrauch machten. Anstelle von Sanktionen erhalten solche Mitarbeiter Ermutigung, ihre Handlungen werden in den internen Medien hervorgehoben und als Beispiel angeführt, was das Misstrauen im Team allmählich abbaut.

Der Sprecher geht detailliert auf die Mechanik der Maßnahmen nach der Erfassung einer Ablehnung ein. Unter den Bedingungen einer kontinuierlichen Produktion (z. B. wenn sich 150 Tonnen geschmolzenes Metall im Ofen befinden) ist ein sofortiger Stopp der Ausrüstung technologisch nicht immer möglich. In solchen Fällen werden umgehend Ausgleichsmaßnahmen entwickelt: Es werden Barrieren geschaffen, die es ermöglichen, den Zyklus sicher abzuschließen oder den Prozess unter verstärkte Kontrolle des Meisters zu stellen, bis das identifizierte rote Risiko vollständig beseitigt ist.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie man das Top-Management und den Produktionsblock von der wirtschaftlichen Notwendigkeit des Rechts auf Arbeitsstopp überzeugt?
  • Welche technischen Lösungen die Erfassung gefährlicher Bedingungen durch das Linienpersonal vereinfachen?
  • Wie man proaktive Mitarbeiter nach einem Prozessstopp vor dem Druck von Meistern und Bereichsleitern schützt?
  • Was zu tun ist, wenn ein sofortiger Stopp der Ausrüstung aufgrund der technologischen Besonderheiten der kontinuierlichen Produktion nicht möglich ist?
  • Wie man ein echtes Produktionsrisiko von einem banalen Unverständnis des Mitarbeiters für sichere Methoden zur Aufgabenerfüllung unterscheidet?
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