Der Übergang von einem reaktiven zu einem proaktiven HSE-Management ist eine der größten Herausforderungen für große Industrieunternehmen. Oftmals verblassen Initiativen nach Abschluss der aktiven Einführungsphase. In seinem Vortrag analysiert Wladimir Warlamow, Direktor der Abteilung für die Entwicklung des HSE-Managementsystems bei Metalloinvest, die praktischen Erfahrungen bei der Transformation der Unternehmenskultur und erklärt, warum eine genaue Diagnose des aktuellen Zustands und die bedingungslose Unterstützung des Top-Managements für erfolgreiche Veränderungen entscheidend sind.
Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens, wie es in zweieinhalb Jahren gelungen ist, die Rate tödlicher und schwerer Verletzungen um 90 % zu senken. Der Schlüsselfaktor war die Arbeit in vier Bereichen: Menschen, Prozesse, sichere Umgebung und die Transformation der HSE-Abteilung selbst, wobei jedes Instrument streng nach dem Reifegrad des jeweiligen Unternehmens implementiert wurde.
Viele Unternehmen stehen vor dem Problem, dass sich die Ergebnisse nach Abschluss eines Projekts zur Einführung neuer Sicherheitsinstrumente wieder verschlechtern. Um dies zu vermeiden, ist es notwendig, Projektteams in permanente Organisationsstrukturen zu überführen. Der Vortrag geht detailliert auf den Prozess der Schaffung von Abteilungen zur Entwicklung der Sicherheitskultur ein.
Diese Abteilungen vereinen Risikomanager und interne Trainer, die nicht nur Verstöße erfassen, sondern dem Produktionsmanagement helfen, Engpässe zu beseitigen. Sie entwickeln Barriere-Diagramme, digitalisieren Risiken und unterstützen Linienmanager bei der Überwindung bürokratischer Hindernisse, wenn Ressourcen zur Gefahrenbeseitigung angefordert werden.
Besonderes Augenmerk wird auf den Aufbau einer offenen Kommunikation zwischen Arbeitern und Top-Management gelegt. Der Referent analysiert die Entwicklung des Informationssystems – den Übergang von traditionellen Produktionskontrollkommissionen zu einer Kaskade von HSE-Komitees. Diese Struktur fungiert als zentraler Sammelpunkt von Kompetenzen zur Problemlösung auf jeder Ebene: vom Generaldirektor bis hin zu Schichtbesprechungen in den Werkstätten. Wenn ein Problem auf der Basisebene aufgrund von Ressourcenmangel nicht gelöst werden kann, wird es nach oben eskaliert, was eine echte Beseitigung der Grundursachen von Risiken gewährleistet.
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