HSE-Anweisungen bleiben oft ungelesen, genau wie Bedienungsanleitungen für Haushaltsgeräte. Dieses Problem ist vielen Fachleuten bekannt. Alexey Kozyrev, Leiter der HSE-Abteilung der Moskauer Niederlassung von JSC NPO Poisk, analysiert einen praktischen Fall der Einführung eines visuellen Kommunikationssystems in einem Hochsicherheitsunternehmen. Der Sprecher zeigt, wie der Übergang von veralteten sowjetischen Plakaten zu modernen, intuitiven Merkblättern dazu beiträgt, die Anzahl der Fehler bei risikoreichen Vorgängen zu reduzieren.
Die Umsetzung begann mit der Gründung einer Fokusgruppe, die HSE-Spezialisten, Technologen, Produktionsleiter und Vermarkter zusammenbrachte. Dieser Ansatz sorgte für eine umfassende Ausarbeitung: Die HSE-Abteilung bewertete Risiken und erstellte Inhalte, Technologen integrierten die Informationen in die Prozesse, die Produktion organisierte die Platzierung und die Vermarkter waren für das Corporate Design verantwortlich. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Prozess des Arbeitsplatzaudits, der es ermöglichte, die gefährlichsten Berufe (z. B. Kesselwärter, Galvaniseur) zu identifizieren und zielgerichtete Materialien für sie zu entwickeln.
Die Grundlage des neuen Systems bildeten 20 Arten von A4-Merkblättern, die direkt an den Geräten angebracht wurden. Sie enthalten ein Minimum an Text (nicht mehr als 15 Infografik-Elemente) und sind klar in erlaubte, verbotene Handlungen und Notfallalgorithmen unterteilt. Der Sprecher betont die Wichtigkeit der Anpassung ausländischer Schilder an neuen Geräten. Neben den Merkblättern wurden Plakate in verschiedenen Stilen entwickelt (von strengen Schulungsplakaten für gefährliche Produktionsstätten bis hin zu motivierenden Cartoons) und die zentrale Informationstafel mit einem Unfallzähler und einer „Tafel der Schande“ für Übertreter aktualisiert.
Besonderes Augenmerk wird im Bericht auf die Verwendung neuronaler Netze zur Erstellung visueller Inhalte gelegt. KI beschleunigt den Prozess erheblich und spart Ressourcen, hat jedoch erhebliche Nachteile: mangelndes Verständnis für HSE-Spezifika (Fehlen der erforderlichen Arbeitskleidung, Verzerrung der Körperproportionen). Alexey demonstriert anschaulich Beispiele für erfolglose Generierungen und betont die Notwendigkeit der manuellen Überarbeitung der Materialien durch einen Designer sowie das Erlernen von Prompt-Engineering durch HSE-Spezialisten.
Die Analyse zeigte eine hohe Wirksamkeit der implementierten Lösungen: 96 % der Mitarbeiter bewerteten sie positiv. Es wurde ein Rückgang der Anzahl von Mikrotraumata und wiederholten Verstößen verzeichnet. Das Unternehmen plant, die Liste der visualisierten Abläufe zu erweitern, thematische Handbücher zu erstellen und Corporate Merchandising zum Thema Sicherheit herauszugeben. Aufgrund von Sicherheitsbeschränkungen ist die Verwendung von QR-Codes in den Werkstätten derzeit nicht möglich, ihre Integration in die Schulungsräume ist jedoch geplant.
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