Autoren:
Jekaterina Schitenewa, OOO GRK Bystrinskoje
Julia Repina, OOO GRK Bystrinskoje
Andrei Schlapak, OOO GRK Bystrinskoje
Im Bystrinski GOK (Bergbau- und Aufbereitungskombinat) wurde im April 2024 ein Ranking der strukturellen Abteilungen eingeführt. Das monatliche HSE-Ranking ist nicht einfach nur eine Liste von Spitzenreitern und Schlusslichtern. Es ist ein Instrument, das es ermöglicht, die Bemühungen jeder Abteilung bei der Schaffung sicherer Arbeitsbedingungen objektiv zu bewerten.
Das Ziel ist nicht Bestrafung, sondern Entwicklung und Einbindung in HSE-Themen – von der Führungskraft bis zum Arbeiter. Langfristig soll der Übergang zu einer proaktiven Sicherheitskultur erreicht werden.
Der erwartete Effekt ist eine faire Bewertung des Beitrags jeder Abteilung zur Verbesserung der Arbeitssicherheit.
In diesem Artikel stellen wir konkrete Kriterien und die Methodik der Punkteberechnung vor. Sie können diese Methodik und Ansätze basierend auf Ihren eigenen Praktiken und Instrumenten an Ihre Bedürfnisse anpassen.
Bei der Entwicklung der Ranking-Kriterien war es uns wichtig, die Meinung der Abteilungen zu berücksichtigen. Dafür haben wir eine Umfrage mit nur einer Frage durchgeführt: „Welcher Indikator zeigt Ihrer Meinung nach das tatsächliche Sicherheitsniveau in den Arbeitsbereichen?“. Damit haben wir die Bedeutung und die Beteiligung der Abteilungen an der Erstellung des Rankings unterstrichen und gleichzeitig das Interesse an dem neuen Instrument geweckt.
Bei der Erstellung der Berechnungsmethodik für das Ranking waren folgende Prinzipien wichtig:
Warum ist das Gleichgewicht wichtig?
Traditionell wurde Sicherheit an der Anzahl der Vorfälle gemessen – das sind reaktive Indikatoren. Sie zeigen, was bereits passiert ist. Null Unfälle sind ein hervorragendes Ziel, aber wenn dies der einzige Maßstab für den Erfolg ist, entwertet es die investierten Bemühungen, kann zur Verheimlichung kleinerer Vorfälle führen und spiegelt nicht die tatsächliche Präventionsarbeit wider. Wenn man zudem nur nach reaktiven Indikatoren bewertet, geraten große Abteilungen mit vielen Mitarbeitern und gefährlichen Produktionsprozessen in eine schwierigere Lage, und die Bewertung ist nicht immer objektiv.
Proaktive Indikatoren hingegen messen die Bemühungen zur Vermeidung von Vorfällen. Sie zeigen, wie aktiv eine Abteilung Verbesserungen umsetzt sowie Risiken sucht und beseitigt, bevor diese zu Problemen führen.
Durch die Kombination beider Arten von Indikatoren erhalten wir ein ganzheitliches Bild: nicht nur „Wie viele Störungen gab es?“, sondern auch „Wie stark ist unser Präventionssystem?“.
Bewertungskriterien
Die Berechnung des Rankings erfolgt durch die HSE-Abteilung in Zusammenarbeit mit den Abteilungsleitern. Das Ranking wird am Ende jedes Monats auf der Grundlage eines gewichteten Systems zur Vergabe und zum Abzug von Punkten anhand von fünfzehn Kriterien in sechs Bewertungsblöcken erstellt.
Die Bewertungskriterien finden Sie in der an den Artikel angehängten Datei.
Wie ist das Ranking zu lesen?
Die Spitzenreiter des Rankings sind Abteilungen, die nicht nur keine schweren Vorfälle aufweisen, sondern auch eine hohe Aktivität in der Prävention zeigen. Sie beobachten viel, bilden sich weiter und beheben Mängel.
Die Abteilungen am Ende der Liste haben möglicherweise ebenfalls keine Vorfälle, aber ihre proaktive Arbeit wird nicht mit voller Kraft durchgeführt.
Das Ranking ist in erster Linie ein Instrument zur Motivation und Belohnung der besten Abteilungen. Uns ist ein langfristiges und nachhaltiges Ergebnis wichtig. Als Belohnung erhalten die Top-3-Abteilungen eine Prämie basierend auf dem durchschnittlichen Ranking über 6 und 12 Monate. Diese Prämie ist zweckgebunden: 80 % dürfen nur für HSE-Maßnahmen ausgegeben werden und 20 % dienen der Prämierung der aktivsten Mitarbeiter.
Für welche Maßnahmen kann die Prämie verwendet werden? Zum Beispiel für die Anschaffung spezieller Vorrichtungen und Werkzeuge für ein sichereres Arbeiten oder zur Minimierung von Handarbeit. Ebenso für persönliche Schutzausrüstung (PSA), die nicht in den Standardnormen enthalten ist (z. B. T-Shirts, isolierte Westen oder teurere Brillenmodelle), Ansichtsmaterial für Unterweisungen usw.
Wir rufen alle Führungskräfte und Mitarbeiter dazu auf, dieses Ranking nicht als Instrument zur Suche nach Schuldigen zu betrachten, sondern als Instrument für Verbesserungen.
Fazit
In 1,5 Jahren ist das durchschnittliche Ranking im Bystrinski GOK um 47 % gestiegen, während die Anzahl der Vorfälle um 30 % gesunken ist. Es ist uns gelungen, Folgendes zu steigern:
Das Wertvollste ist, dass wir das Interesse der überwiegenden Mehrheit der Abteilungsleiter geweckt haben. Sie stehen im Wettbewerb, schlagen neue Lösungen vor, sammeln und fördern die Ideen der Belegschaft. Und genau das haben wir erwartet.
Der Übergang zu einem ausgewogenen Bewertungssystem ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung unserer Sicherheitskultur. Wir bewegen uns von der passiven Einhaltung von Regeln hin zur aktiven, gemeinsamen Schaffung eines Umfelds, in dem sich jeder Mitarbeiter nicht nur für seine eigene Sicherheit, sondern auch für die Sicherheit seiner Kollegen verantwortlich fühlt.