Gefahrensituationen treten in jeder Produktion auf. Die Ursache für die meisten Unfälle ist der menschliche Faktor, also unsicheres Verhalten. Doch Nachlässigkeit bedeutet nicht nur die Nichteinhaltung von Sicherheitsregeln und sinnloses Risiko. Wenn jemand sieht, dass eine Person gefährliche Handlungen vornimmt und einfach vorbeigeht, oder bemerkt, dass eine Anlage defekt ist und die Arbeit nicht stoppt – dann ist das ebenfalls Nachlässigkeit, die schwerwiegende Folgen haben kann.
Früher war es schwierig, solche gefährlichen Handlungen und Zustände zu bekämpfen – das System ließ es schlichtweg nicht zu. Bis man die richtige Papierkarte gefunden, die Informationen über die Gefahr eingetragen, den Briefkasten für Rückmeldungen erreicht hatte und bis der Verantwortliche diese bearbeitet und in die elektronische Datenbank übertragen hatte... Im Durchschnitt dauerte es etwa 17 Tage, bis die Informationen weitergeleitet und die Gefahr beseitigt war. Mit solchen Zeitspannen lässt sich kein sicheres Unternehmen aufbauen. Zudem beteiligten sich die Mitarbeiter nur ungern an diesem umständlichen Prozess.
Jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Zur Erfassung gefährlicher Handlungen und Zustände wurden zahlreiche Lösungen entwickelt, die es ermöglichen, Informationen über ein spezielles Formular in ein elektronisches System einzugeben. Die Meldung wird nun automatisch an den Ausführenden weitergeleitet, wodurch die Zeit bis zur Beseitigung der Gefahr auf einen Tag verkürzt wurde.
Jetzt können Informationen über erkannte Risiken von Mitarbeitern des Unternehmens sowie von Subunternehmern über das elektronische System eingegeben werden. Dies ist von jedem Gerät aus möglich – Hauptsache, es besteht ein Internetzugang. Darüber hinaus ermöglicht die elektronische Datenbank die Einsicht in detaillierte Statistiken über erfasste gefährliche Handlungen und Zustände für jeden Betrieb und jeden Zeitraum.
In der Phase der Einführung und zur Steigerung der Mitarbeiterbeteiligung am Prozess der Identifizierung und Registrierung von Daten im elektronischen System wird vorgeschlagen, Motivationsprogramme einzuführen.
Beispiel: Das Portal verfügt über einen eigenen Newsfeed, der über Unternehmensereignisse informiert und es ermöglicht, aus den Fehlern anderer zu lernen, anstatt aus den eigenen – indem man die „Lessons Learned“ aus größeren Vorfällen studiert.
Hier kann man auch an Wettbewerben teilnehmen, sein Wissen in verschiedenen Bereichen der Arbeitssicherheit testen und um den Titel des „besten Gefahrenjägers“ kämpfen. Diejenigen, die sich am aktivsten an der Identifizierung gefährlicher Handlungen und Zustände beteiligen, erhalten verdiente Auszeichnungen von der Unternehmensleitung.
Solche elektronischen Systeme zur Erfassung von Gefahrendaten werden von vielen führenden Unternehmen eingesetzt: