Wie man ein umfassendes Transportsicherheitssystem aufbaut

Fallstudie
28 Oktober 2025 🇷🇺 Originalsprache: русский

Die Evolution der Transportsicherheit: vom Audit zur digitalen Kontrolle

Die Gewährleistung der Transportsicherheit im Maßstab einer großen Industrieholding ist eine Aufgabe, die über Standardunterweisungen hinausgeht. Das Vorhandensein einer verzweigten Logistikinfrastruktur, von selbstfahrenden Maschinen im Tage- und Untertagebau sowie eines eigenen Fuhrparks an Schienenfahrzeugen erfordert den Übergang von der reaktiven Untersuchung von Vorfällen zum proaktiven Risikomanagement. In dem Vortrag wird die praktische Erfahrung des Unternehmens PhosAgro detailliert betrachtet, wo seit 2018 ein umfassendes System aufgebaut wurde, das es ermöglichte, tödliche Verletzungen im Transportwesen auf null zu reduzieren.

Der Sprecher analysiert den Weg der Transformation: von der Anerkennung des unbefriedigenden Sicherheitszustands und der Durchführung objektiver Audits bis hin zur Einführung fortschrittlicher maschineller Bildverarbeitungssysteme. Die Grundlage der Veränderungen war eine tiefgehende Ursachen-Faktoren-Analyse, die die Top 4 der Verletzungsfaktoren aufdeckte: Umkippen von Fahrzeugen, Nichtanlegen von Sicherheitsgurten, Aufenthalt von Personen im Bewegungsbereich des Schienenverkehrs und Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Organisatorische Barrieren und die Bekämpfung der Ursachen

Die Analyse realer Vorfälle zeigte, dass hinter Verstößen oft systemische Probleme der Arbeitsorganisation stehen. Der Sprecher zeigt am Beispiel des Zusammenstoßes eines Muldenkippers mit dem Fahrzeug eines Auftragnehmers, wie ein formaler Ansatz die wahren Ursachen von Vorfällen verbirgt. Die Untersuchung ergab eine kritische Ermüdung des Fahrers aufgrund eines Schichtplans mit Nachtschichten und Nebenwirkungen von Medikamenten.

Zur Beseitigung solcher Ursachen wurden folgende Schritte umgesetzt:

  • Abkehr von der Schichtarbeit zugunsten eines festen Zeitplans: Die Normalisierung des Arbeits- und Ruhezyklus reduzierte die physiologische Belastung der Fahrer von schweren Maschinen.
  • Einführung objektiver Systeme für medizinische Untersuchungen vor der Fahrt: Automatisierte Komplexe schlossen den menschlichen Faktor und Formalismus bei der Zulassung zur Fahrt aus.
  • Schaffung mobiler Gruppen für Verkehrssicherheit: Interne Patrouillen kontrollieren täglich die Geschwindigkeitsbegrenzung (Limit 40 km/h), die Verwendung von Sicherheitsgurten und begleiten übergroße Ladungen, was die Anzahl kritischer Verstöße durch Auftragnehmer radikal reduzierte.

Technische Assistenten: maschinelles Sehen und Telemetrie

In der Erkenntnis, dass administrative Maßnahmen allein nicht ausreichen, insbesondere unter schwierigen klimatischen Bedingungen und bei schlechter Sicht, setzte das Unternehmen auf technische Barrieren. Die Einführung digitaler Systeme ermöglichte es, den Einfluss des menschlichen Faktors in kritischen Situationen auszuschließen.

  • Fahrerermüdungs-Kontrollsystem (FKS): Kameras in den Kabinen der Muldenkipper erfassen Anzeichen von Einschlafen, Rauchen oder der Nutzung eines Telefons. Bei Erkennung von Abweichungen wird das Signal sofort an den Disponenten und den Meister gesendet, was es ermöglicht, einen müden Mitarbeiter schnell von der Strecke zu nehmen und Unfälle zu verhindern.
  • Bordseitiges maschinelles Bildverarbeitungssystem auf Diesellokomotiven: Unter Bedingungen erhöhter Dampfbildung und Nullsicht erkennt das System Personen, Technik und Hindernisse auf den Gleisen und leitet bei drohender Kollision automatisch eine Notbremsung ein.
  • Telekommunikationssystem für die Wachsamkeit des Maschinisten (TSKBM): Ein telemetrisches Armband liest die physiologischen Indikatoren des Mitarbeiters ab. Wenn das Wachsamkeitsniveau unter einen kritischen Wert fällt, stoppt das System die Lokomotive automatisch und verhindert so Unfälle aufgrund einer plötzlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands.
  • Laser-Visualisierung von Gefahrenzonen: Die Projektion roter Linien um arbeitende Maschinen im Tage- und Untertagebau markiert deutlich die Grenzen der Gefahrenzone für Fußgänger, was besonders bei starker Staubentwicklung und unzureichender Beleuchtung in den Minen effektiv ist.

Was Sie aus diesem Webinar lernen werden:

  • Wie man verborgene systemische Ursachen von Transportunfällen aufdeckt und sich von formalen Untersuchungen abwendet?
  • Wie die Kontrolle der Ermüdung von Fahrern von Muldenkippern technisch umgesetzt wird und wie hoch ihre tatsächliche Wirksamkeit ist?
  • Welche Werkzeuge des maschinellen Sehens in der Lage sind, den Zusammenstoß einer Lokomotive mit einer Person bei Nullsicht zu verhindern?
  • Wie man die Arbeit mobiler Verkehrssicherheitsgruppen für die strenge Kontrolle des Transports von Auftragnehmern organisiert?
  • Wie man medizinische Untersuchungen vor der Fahrt automatisiert und die Zulassung von Mitarbeitern in einem instabilen körperlichen Zustand zur Fahrt ausschließt?
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