Die Zusammenarbeit mit Auftragnehmern ist einer der komplexesten Verantwortungsbereiche im HSE-Management, insbesondere in Hochrisikoanlagen. Wenn der Anteil an Fremdpersonal vor Ort 80 % erreicht, funktionieren traditionelle Kontrollmethoden nicht mehr. In diesem Zusammenhang analysiert der Referent einen umfassenden Ansatz für das Sicherheitsmanagement von Auftragnehmern am Beispiel eines Öl- und Gasfeldes im Hohen Norden, wo ein mehrstufiges System von Standards und Praktiken implementiert wurde.
Die Grundlage des Systems ist die Integration von Sicherheitsanforderungen in vertragliche Beziehungen. Interne Vorschriften werden bereits in der Ausschreibungsphase zu einem integralen Bestandteil des Vertrags. Der Vortrag beleuchtet im Detail die wichtigsten Praktiken, die die Sicherheitskultur vor Ort prägen.
Die Einführung von 12 lebenswichtigen Regeln, deren Verletzung statistisch gesehen zu fatalen Folgen führt, wird von einem strengen Kontrollsystem begleitet. Ein zweistufiges System zur Erfassung von Verstößen (Verwarnung und anschließende Sperrliste) schließt systematische Übertreter von den Standorten aus. Parallel dazu arbeitet das 5S-System, das für die Produktions- und Aufenthaltsräume der Auftragnehmer angepasst wurde, um die Standardisierung und die Aufrechterhaltung der Ordnung an den Arbeitsplätzen zu gewährleisten.
Verhaltensbasierte Sicherheitsaudits verändern den Kontrollansatz: von Inspektionen und Strafen hin zu Dialog und der Identifizierung der Grundursachen von Verstößen (z. B. fehlende PSA aufgrund von Versorgungsproblemen). Ein wichtiges Element ist die Delegierung des Rechts, unsichere Arbeiten zu stoppen, an jeden Mitarbeiter über ein Stoppkarten-System, was durch die Offenheit des Top-Managements unterstützt wird.
Der Referent zeigt am Beispiel konkreter Standards, wie spezifische Produktionsaufgaben gelöst werden:
Für das Management gleichzeitiger Arbeiten (SIMOPS) wird eine Kompatibilitätsmatrix verwendet, die Sicherheitsabstände und unzulässige Betriebskombinationen definiert. Die Kontrolle von Hochrisikoarbeiten wird durch eine interne Software (Operatives Überwachungszentrum) automatisiert, in der Auftragnehmer geplante Vorgänge registrieren, die die obligatorische Anwesenheit eines Bauleiters und eines HSE-Spezialisten erfordern.
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