Der Einsatz von Auftragnehmern ist ein wesentlicher Bestandteil jedes großen Produktionsbetriebs. Statistiken zeigen jedoch, dass gerade die Interaktion zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer oft zu einem Bereich mit erhöhtem Risiko wird. In der Präsentation des HSE-Experten für das Auftragnehmermanagement der SIBUR LLC, Alexander Isakov, wird ein umfassendes Sicherheitsmanagementsystem detailliert untersucht, das rund 40.000 Mitarbeiter von Auftragnehmern auf den Produktions- und Baustellen des Unternehmens umfasst.
Im Jahr 2020 führte das Unternehmen ein Reengineering des Systems zur Interaktion mit Vertragspartnern durch, basierend auf den besten globalen Praktiken. Die wichtigste Änderung war die Umverteilung des Arbeitsaufwands: Während früher die Hauptanstrengungen auf die Kontrolle des bereits arbeitenden Auftragnehmers gerichtet waren, werden heute etwa 40 % der Zeit für das Risikomanagement aufgewendet, bevor das Unternehmen das Gelände betritt. Der Referent betont, dass präventive Arbeit in den Phasen der Anforderungsdefinition und der Auswahl der Vertragspartner deutlich effektiver ist als Versuche, die Situation während der Arbeitsausführung zu korrigieren.
Für ein präziseres Risikomanagement sind alle Auftragnehmer in zwei große Bereiche unterteilt:
Alexander Isakov analysiert die Architektur des Managementsystems, das aus fünf aufeinanderfolgenden Phasen besteht. Besonderes Augenmerk wird auf die Formulierung der Anforderungen gelegt: Der Auftraggeber fordert nicht einfach nur Personal an, sondern detailliert die Anforderungen an Qualifikation, technische Ausstattung und das Vorhandensein einer dedizierten HSE-Fachkraft auf Seiten des Auftragnehmers. Diese Fachkraft muss zwingend ein Interview in der HSE-Abteilung des Auftraggebers absolvieren, um ihre Kompetenzen zu bestätigen.
In der Abschlussphase der Arbeiten wird eine umfassende Bewertung des Vertragspartners durchgeführt. Organisationen, die mehr als 20.000 Arbeitsstunden geleistet haben, erhalten ein Rating, das ihre Chancen bei zukünftigen Ausschreibungsverfahren direkt beeinflusst. Dies schafft eine transparente Motivation zur Einhaltung der Sicherheitsanforderungen.
In der Präsentation wird die Politik der Anwendung von Sanktionen detailliert untersucht. Der Referent zeigt am Beispiel des Unternehmens, dass Strafen kein Selbstzweck sind. Darüber hinaus gibt es einen Mechanismus zum Erlass von Strafen: Wenn der Verstoß nicht kritisch ist (keine Lebensgefahr) und der Auftragnehmer eine systematische Fehlerbehebung nachweist, kann die Sanktion aufgehoben werden. Dies fördert partnerschaftliche Beziehungen und nicht nur ein strafendes Umfeld.
Ein prinzipieller Ansatz wird auch bei der Untersuchung von Vorfällen mit Auftragnehmern angewendet. Der Fokus der Kommission liegt nicht auf der Suche nach Schuldigen innerhalb der Auftragnehmerorganisation, sondern auf dem Audit des eigenen Managementsystems des Auftraggebers: Wie korrekt wurde der Vertragspartner ausgewählt, wie wurde seine Qualifikation überprüft und wie erfolgte die Zulassung.
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