Die Einführung digitaler Lösungen im Bereich der Verkehrssicherheit ist nicht mehr nur ein Trend, sondern eine absolute Notwendigkeit für große Industrieunternehmen. Wenn täglich Hunderte von Tankwagen und Dienstfahrzeugen auf den Straßen unterwegs sind, reicht es nicht aus, sich nur auf Anweisungen und das Verantwortungsbewusstsein der Fahrer zu verlassen. Pavel Lutchenko, Leiter des Zentrums für Industrie- und Verkehrssicherheit (HSE) bei „Gazpromneft-Terminal“, teilt seine praktischen Erfahrungen bei der Einführung eines Videoanalysesystems, das es ermöglichte, die Kontrolle des Fahrerverhaltens in Echtzeit durchzuführen.
Der Referent erläutert die Hintergründe des Projekts: Eine Analyse von Verkehrsunfällen zeigte, dass die überwiegende Mehrheit der Vorfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen ist. Falsches Verhalten am Steuer, Müdigkeit, Ablenkung – all dies erforderte einen systematischen Ansatz und eine automatisierte Kontrolle, die nicht von subjektiven Einschätzungen abhängt.
In dem Vortrag wird die Funktionalität des implementierten Systems detailliert betrachtet. Die Ausrüstung umfasst externe und interne Kameras sowie ein Modul mit integrierten Algorithmen der künstlichen Intelligenz. Die externe Kamera überwacht die Verkehrssituation: das Verlassen der Fahrspur, gefährliches Auffahren auf vorausfahrende Fahrzeuge und das Auftauchen von Fußgängern, wobei der Fahrer durch akustische Signale gewarnt wird.
Die interne Kamera analysiert das Verhalten des Fahrers selbst. Der Referent zeigt an Beispielen, wie das System Folgendes erfasst:
Die Einführung einer umfassenden Kontrolle stieß erwartungsgemäß auf Widerstand sowohl bei den Fahrern als auch bei den Linienmanagern. Der Referent merkt an, dass reale Fallbeispiele dazu beigetragen haben, die Situation zu wenden: Videoaufzeichnungen bewiesen wiederholt die Unschuld der Fahrer des Unternehmens bei strittigen Unfällen und schützten sie vor unbegründeten Anschuldigungen. Die Erkenntnis, dass das System dem Schutz der Mitarbeiter dient, wurde zu einem Schlüsselfaktor für die Akzeptanz der Technologie.
Das Projekt wird skaliert: Neben dem eigenen Fuhrpark aus Tankwagen und Dienstwagen (wo übrigens das Problem des Transports von Kindern ohne Kindersitze aufgedeckt wurde) werden die Anforderungen zur Installation von Videoanalysen auf die Fahrzeuge von Auftragnehmern ausgeweitet. Dies ist ein strategischer Schritt zur Erhöhung der allgemeinen Sicherheit auf den Straßen.
Die Datenanalyse zeigte in der Anfangsphase eine enorme Anzahl von Verstößen (bis zu 2500 Ereignisse pro Tag). Derzeit sendet das System 10-sekündige Videos mit Verstößen per E-Mail an die Verantwortlichen. Die Reaktion erfolgt jedoch im Nachhinein. Um dieses Problem zu lösen, ist die Einrichtung einer rund um die Uhr besetzten Leitstelle geplant. Die Bediener werden in der Lage sein, auf kritische Vorfälle (z. B. Einschlafen) in Echtzeit zu reagieren und den Fahrer oder seinen Vorgesetzten zu kontaktieren, um einen Unfall sofort zu verhindern.
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