Das Streben großer Industrieunternehmen nach null Unfällen erfordert eine möglichst genaue Erfassung und Bearbeitung gefährlicher Bedingungen am Arbeitsplatz. Bei einer umfassenden Digitalisierung entsteht jedoch ein neues Problem: ein Überfluss an nicht synchronisierten IT-Lösungen. In seinem Vortrag analysiert Dmitry Chetvertkov, leitender Spezialist der HSE-Abteilung von PAO "MMK", einen praktischen Fall der Transformation isolierter mobiler und Desktop-Anwendungen in ein einheitliches elektronisches Risikoregister.
Historisch gesehen wurden im Unternehmen verschiedene Werkzeuge für unterschiedliche Mitarbeiterkategorien eingeführt: "Sicherheitsnavigator" für Abteilungsleiter, der automatisierte Arbeitsplatz "Schichtübergabe" für Arbeiter und Meister sowie der automatisierte Arbeitsplatz "Abteilungsbewertung" für Überwachungsspezialisten. Trotz des Komforts des mobilen Zugriffs und der Fotodokumentation führte der autonome Betrieb dieser Systeme zu einer massiven Duplizierung von Daten. Ein und derselbe Verstoß (z. B. ein Ölaustritt) konnte morgens von einem Arbeiter, nachmittags vom Bereichsleiter und während einer Inspektion von einem Auditor erfasst werden. Dies verfälschte die Statistiken und überlastete die Linienmanager mit unnötiger Bürokratie.
Um das Problem der Duplizierung zu lösen, wurde ein integriertes Modul entwickelt, das die Datenströme aus allen Systemen vereint. Der Sprecher zeigt detailliert, wie die Konsolidierung von Informationen nicht nur die Bereinigung der Datenbank von Duplikaten ermöglichte, sondern auch eine erhebliche Menge an Arbeitszeit freisetzte. Die Beseitigung von fast 400 doppelten Einträgen pro Monat spart den Meistern bis zu 19 Stunden, die sie für die tatsächliche Sicherheitskontrolle in der Produktionsstätte nutzen können.
Eine einfache Erfassung und Beseitigung der Folgen verringert das Risiko jedoch langfristig nicht. Wenn die Arbeiter das verschüttete Öl einfach aufwischen, wird sich der Vorfall wiederholen. Daher war ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Systems die Einführung der Funktion "Grundursachen". Nun erfordert das System die Zuweisung und Kontrolle von Maßnahmen, die auf die Quelle des Problems abzielen (z. B. den Austausch eines verschlissenen Lagers), mit strenger Fristenverfolgung und einem mehrstufigen Push-Benachrichtigungssystem für Führungskräfte.
Besondere Aufmerksamkeit wird im Bericht einem Pilotprojekt zur Integration des elektronischen Risikoregisters in das Bereitstellungssystem für persönliche Schutzausrüstung (PSA) gewidmet. Gemäß den Anforderungen der Verordnung Nr. 766n des Arbeitsministeriums muss die Ausgabe von PSA auf den Ergebnissen der Bewertung beruflicher Risiken basieren.
Der Sprecher beschreibt den Algorithmus des neuen Moduls: Nachdem die Arbeiter über die mobile Anwendung Gefahren an ihren Arbeitsplätzen markiert haben und der zuständige Manager diese verifiziert hat, gehen die Daten an den PSA-Spezialisten. Das System analysiert automatisch die bestätigten Risiken und schlägt neben dem Basisset nach ETN zusätzliche Schutzausrüstungen vor. Wenn beispielsweise das Risiko einer chemischen Verbrennung der Hornhaut festgestellt wird, fügt der Algorithmus automatisch geschlossene Schutzbrillen zum Bedarf hinzu.
Ein offenes System zur Meldung von Gefahren ist oft mit dem Problem des Informationsrauschens konfrontiert, wenn Arbeiter massenhaft kleine alltägliche Mängel erfassen. Um die Datenqualität im Register zu erhalten, wurde ein zweistufiges Moderationssystem implementiert. Der direkte Vorgesetzte (Meister) überprüft die Richtigkeit der Beschreibung und des Fotomaterials vor dem Senden an die gemeinsame Datenbank, und der Abteilungsleiter hat das Recht, gleichartige kleine Verstöße zu einer umfassenden Maßnahme zusammenzufassen. Dies ermöglicht es, den Fokus auf wirklich kritische berufliche Risiken zu richten.
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