Die Umsetzung großer EPC-Projekte (Engineering, Procurement, Construction) ist unweigerlich mit der Einbindung einer riesigen Anzahl von Fremdfirmen verbunden. Wenn die Zahl der Arbeiter auf der Baustelle in die Zehntausende geht, funktionieren Standardmethoden des Arbeitsschutzes nicht mehr. Unter diesen Bedingungen ist es von entscheidender Bedeutung, ein System aufzubauen, das es ermöglicht, die Sicherheit auf allen Ebenen der Nachunternehmer zu kontrollieren und dabei Sprachbarrieren sowie das niedrige Niveau der Grundqualifikation des Personals zu überwinden.
Oksana Kozlova, Direktorin für HSE bei der JSC NIPIGAS, teilt ihre praktischen Erfahrungen im Management einer vieltausendköpfigen Armee von Auftragnehmern auf den größten Baustellen Russlands. Die Referentin analysiert, wie das Unternehmen von der formalen Übertragung von Anforderungen in Verträge zur Schaffung eines integrierten Schulungs- und Kontrollsystems übergegangen ist.
Eines der Hauptprobleme bei der Umsetzung von Großprojekten ist der Kontrollverlust über die Qualifikation des Personals auf den unteren Ebenen der Nachunternehmer. Wie die Referentin anmerkt, erreichen von den „gespiegelten“ Vertragsanforderungen nicht mehr als fünf Prozent die dritte oder vierte Ebene. Die Situation wird durch die ständige Rotation des Schichtpersonals und die Sprachbarriere (in einigen Projekten werden bis zu 11 Sprachen gesprochen) verschärft.
Zur Lösung dieser Probleme wurde ein integriertes HSE-Team gebildet, das die Prozesse direkt vor Ort steuert. Ein wichtiger Schritt war die Einbindung von Fachkräften, die Muttersprachler der Auftragnehmer sind, was es ermöglichte, Sicherheitsanforderungen effektiv zu vermitteln und Schulungen durchzuführen.
In der Präsentation wird der Ansatz zur Schulung des Personals von Fremdfirmen detailliert betrachtet. Das Unternehmen hat auf die formale Anerkennung von Zertifikaten aus zweifelhaften Schulungszentren verzichtet und ein eigenes System zur Wissensüberprüfung eingeführt.
Das Management von Zehntausenden von Arbeitern ist ohne Automatisierung unmöglich. Die Referentin zeigt am Beispiel des unternehmensinternen Arbeitsschutzsystems, wie Schulungs- und Verstoßverfolgungsmodule helfen, den Status jedes Mitarbeiters zu überwachen. Die Auftragnehmer geben die Daten selbst in das System ein, das Risiken und Fristen für Wiederholungsprüfungen automatisch hervorhebt.
Besonderes Augenmerk wird auf verhaltensbasierte Sicherheitsaudits (BBS) gelegt, deren Durchführung in die KPIs der Unternehmensmitarbeiter aufgenommen wurde. Die regelmäßige Kommunikation mit den Arbeitern vor Ort und die Erklärung der Sicherheitsregeln haben einen spürbar positiven Effekt.
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