Arbeiten mit erhöhtem Risiko (RPO) bleiben traditionell der Bereich mit dem höchsten Risiko in Produktionsunternehmen. Der historisch gewachsene Ansatz, bei dem die Geschwindigkeit der Aufgabenerfüllung Vorrang vor der Risikobewertung hat, führt unweigerlich zu einer hohen Unfallrate. Im Rahmen des Webinars analysiert Vasily Nikulnikov, Abteilungsleiter bei „RN-Purneftegaz“, einen praktischen Fall der Transformation des RPO-Managements, der es dem Unternehmen ermöglichte, Arbeitsunfälle bei deren Durchführung seit 2023 vollständig zu eliminieren.
Die Grundlage des neuen Systems bildeten fünf zentrale Steuerungselemente: Kategorisierung der Arbeiten, Definition typischer Risiken, strikte Planung, vorläufige Risikobewertung und mehrstufige Kontrolle. Der Referent betrachtet detailliert den Übergang von spontanen Aufgaben zu einem strengen Zeitplan. Die Einführung von Planungs-KPIs ermöglichte es, den Anteil der geplanten Arbeiten auf 95 % zu erhöhen. Diese Entscheidung beseitigte die Hauptursache für Verstöße – Eile und die „Jagd nach Produktionskennzahlen“ – und gab den Führungskräften ein klares Verständnis für die Verteilung von Ressourcen und Vorbereitungszeit. Jede Arbeit wird nun in drei Risikostufen unterteilt, für die jeweils eigene Vorschriften zur Gefährdungsbeurteilung direkt vor Ort festgelegt sind.
Komplexe Papierbürokratie verleitet das Personal oft dazu, Arbeiten ohne Ausstellung einer Arbeitserlaubnis durchzuführen. Um dieses Problem zu lösen, hat das Unternehmen den Genehmigungsprozess digitalisiert. Es wurde ein einheitliches Erlaubnisformular entwickelt, das verwandte Arbeitsarten (z. B. Erd-, Gas- und Feuerarbeiten) kombiniert. Die Verwendung elektronischer digitaler Signaturen für die Fernfreigabe reduzierte die Ausfallzeiten drastisch und sparte durch den Verzicht auf Papierjournale erhebliche Mittel. Die Zulassung direkt am Arbeitsplatz erfolgt jedoch mit „echten“ Unterschriften, und der Beginn der Arbeiten ist nur nach Genehmigung durch das „Zwei-Schlüssel“-System möglich – durch den Abteilungsleiter und den HSE-Spezialisten.
Besonderes Augenmerk wird in der Präsentation auf die Einführung von Videorekordern gelegt. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie es gelang, den Widerstand des Personals zu überwinden, indem der Fokus von der Bestrafung auf die Identifizierung versteckter Gefahren verlagert wurde. Die Entwicklung eines klaren Videoaufzeichnungsalgorithmus und von Checklisten führte zu einem unerwarteten, aber wichtigen Ergebnis: Die Arbeitsleiter lernten, qualitativ hochwertige und aussagekräftige zielgerichtete Unterweisungen durchzuführen, da der Vorbereitungsprozess transparent wurde und in wöchentlichen Besprechungen analysiert werden konnte.
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