In der heimischen Industriepraxis bleibt die Kommunikation oft das schwächste Element in der Managementkette. Basierend auf dem Konzept der trimetrischen Einheit (Denken, Kommunikation, Handeln) lässt sich feststellen, dass bei einem hohen Planungsniveau und hoher Arbeitsintensität die Qualität des Informationsaustauschs zwischen den Managementebenen oft leidet. Yuri Anufriev, Direktor der Abteilung für Expertise und Best Practices der Irkutsk Oil Company (INK), zeigt anschaulich, wie die Überwindung dieser Barriere direkt zur Reduzierung von Arbeitsunfällen beiträgt. In den letzten Jahren ist es dem Unternehmen gelungen, die Häufigkeitsrate von Unfällen mit Arbeitsausfall (LTIR) um 90 % und die Gesamthäufigkeit von Unfällen (TRIFR) um 68 % zu senken, indem ein transparentes Dialogsystem aufgebaut wurde.
Der Vortrag beleuchtet detailliert die Architektur der Interaktionsplattformen, die alle Ebenen des Unternehmens abdeckt. Der Sprecher analysiert den Unterschied zwischen dem Zentralen Komitee für Arbeitssicherheit, in dem das Top-Management strategische Entscheidungen trifft, und den Komitees der Produktionsstätten, die von den Betriebsleitern direkt an den Standorten geleitet werden. Diese Trennung vermeidet die Vermischung von strategischen Zielen mit operativen Problemen und gewährleistet gleichzeitig einen durchgängigen Informationsfluss.
Für das Linienpersonal wurden regelmäßige Formate eingeführt: monatliche Sicherheitstage in den Abteilungen und wöchentliche Stopp-Stunden. Es ist wichtig, dass diese Plattformen nicht für das formelle Vorlesen von Anweisungen, sondern für einen offenen Dialog genutzt werden. In den Stopp-Stunden werden hochspezialisierte Themen mit erhöhtem Risiko behandelt – von der dynamischen Risikobewertung bis hin zu Anschlagregeln und Handsicherheit. Dies ermöglicht es, die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter auf konkrete Bedrohungen im Moment der Arbeitsausführung zu lenken.
Besondere Aufmerksamkeit im Kommunikationssystem wird den Partnern gewidmet. INK verfolgt das Prinzip, dass ein Auftragnehmer wie ein eigener Mitarbeiter des Unternehmens betrachtet wird. Zur Synchronisierung der Anforderungen und zur Entwicklung der Sicherheitskultur der Auftragnehmer werden spezialisierte Plattformen genutzt.
Der Sprecher zeigt am Beispiel von Leadership-Sicherheitsbesuchen, wie sich das System entwickelt. Mit steigendem Niveau der Sicherheitskultur (das Unternehmen nutzt die Methodik „Hearts and Minds“) hat INK auf starre Zeitpläne für Leadership-Besuche verzichtet. Führungskräfte begannen, selbst Initiative zu ergreifen, was den Dialog mit den Mitarbeitern natürlicher und offener machte.
Zusätzlich wurde eine effektive Feedbackschleife mit den Lieferanten von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) aufgebaut. Die vierteljährlichen Treffen mit dem Generalunternehmer für PSA basieren auf direktem Feedback der Mitarbeiter, das über ein internes Portal gesammelt wird. Dies ermöglicht es, die Arbeitskleidungslinie schnell an die realen Arbeitsbedingungen anzupassen und alltägliche Störfaktoren zu beseitigen, die den Fokus auf die Sicherheit beeinträchtigen.
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