Auf einer Wellenlänge! Wie es der Irkutsk Oil Company gelang, ein Kommunikationssystem aufzubauen und jeden in Sicherheitsfragen einzubeziehen

Fallstudie
12 September 2024 🇷🇺 Originalsprache: русский

Kommunikation als Schwachstelle der Arbeitssicherheit

In der heimischen Industriepraxis bleibt die Kommunikation oft das schwächste Element in der Managementkette. Basierend auf dem Konzept der trimetrischen Einheit (Denken, Kommunikation, Handeln) lässt sich feststellen, dass bei einem hohen Planungsniveau und hoher Arbeitsintensität die Qualität des Informationsaustauschs zwischen den Managementebenen oft leidet. Yuri Anufriev, Direktor der Abteilung für Expertise und Best Practices der Irkutsk Oil Company (INK), zeigt anschaulich, wie die Überwindung dieser Barriere direkt zur Reduzierung von Arbeitsunfällen beiträgt. In den letzten Jahren ist es dem Unternehmen gelungen, die Häufigkeitsrate von Unfällen mit Arbeitsausfall (LTIR) um 90 % und die Gesamthäufigkeit von Unfällen (TRIFR) um 68 % zu senken, indem ein transparentes Dialogsystem aufgebaut wurde.

Mehrstufiges System: vom Top-Management bis zum Linienpersonal

Der Vortrag beleuchtet detailliert die Architektur der Interaktionsplattformen, die alle Ebenen des Unternehmens abdeckt. Der Sprecher analysiert den Unterschied zwischen dem Zentralen Komitee für Arbeitssicherheit, in dem das Top-Management strategische Entscheidungen trifft, und den Komitees der Produktionsstätten, die von den Betriebsleitern direkt an den Standorten geleitet werden. Diese Trennung vermeidet die Vermischung von strategischen Zielen mit operativen Problemen und gewährleistet gleichzeitig einen durchgängigen Informationsfluss.

Für das Linienpersonal wurden regelmäßige Formate eingeführt: monatliche Sicherheitstage in den Abteilungen und wöchentliche Stopp-Stunden. Es ist wichtig, dass diese Plattformen nicht für das formelle Vorlesen von Anweisungen, sondern für einen offenen Dialog genutzt werden. In den Stopp-Stunden werden hochspezialisierte Themen mit erhöhtem Risiko behandelt – von der dynamischen Risikobewertung bis hin zu Anschlagregeln und Handsicherheit. Dies ermöglicht es, die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter auf konkrete Bedrohungen im Moment der Arbeitsausführung zu lenken.

Integration von Auftragnehmern in den Sicherheitskreislauf

Besondere Aufmerksamkeit im Kommunikationssystem wird den Partnern gewidmet. INK verfolgt das Prinzip, dass ein Auftragnehmer wie ein eigener Mitarbeiter des Unternehmens betrachtet wird. Zur Synchronisierung der Anforderungen und zur Entwicklung der Sicherheitskultur der Auftragnehmer werden spezialisierte Plattformen genutzt.

  • Thematische Sicherheitsforen: finden dreimal im Jahr für Führungskräfte von Auftragnehmern statt. Dies ist eine Plattform für den Austausch von Praxisbeispielen, die Analyse von Vorfällen und die Demonstration der korrekten Verwendung von PSA.
  • „Sicherer Donnerstag“: monatliche Besprechungen direkt an den Produktionsstätten. Das Format ermöglicht es, aktuelle Probleme schnell zu lösen, Unfalltrends zu analysieren und Audit-Ergebnisse im Feld zu besprechen.
  • Single Window für Verkehrssicherheit: separate monatliche Treffen mit den für die Verkehrssicherheit bei den Auftragnehmern verantwortlichen Spezialisten, wodurch INK die Schwere von Verkehrsunfällen um 51 % senken konnte.

Praктиsche Instrumente für Engagement und Feedback

Der Sprecher zeigt am Beispiel von Leadership-Sicherheitsbesuchen, wie sich das System entwickelt. Mit steigendem Niveau der Sicherheitskultur (das Unternehmen nutzt die Methodik „Hearts and Minds“) hat INK auf starre Zeitpläne für Leadership-Besuche verzichtet. Führungskräfte begannen, selbst Initiative zu ergreifen, was den Dialog mit den Mitarbeitern natürlicher und offener machte.

Zusätzlich wurde eine effektive Feedbackschleife mit den Lieferanten von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) aufgebaut. Die vierteljährlichen Treffen mit dem Generalunternehmer für PSA basieren auf direktem Feedback der Mitarbeiter, das über ein internes Portal gesammelt wird. Dies ermöglicht es, die Arbeitskleidungslinie schnell an die realen Arbeitsbedingungen anzupassen und alltägliche Störfaktoren zu beseitigen, die den Fokus auf die Sicherheit beeinträchtigen.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie teilt man die Agenda und die Befugnisse zwischen Sicherheitskomitees verschiedener Ebenen auf?
  • Welche Besprechungsformate helfen dabei, Führungskräfte von Auftragnehmern in die Entwicklung der Sicherheitskultur einzubeziehen?
  • Wie organisiert man die Sammlung und Bearbeitung von Feedback des Linienpersonals zur Qualität der ausgegebenen PSA?
  • Warum kann der Verzicht auf starre Zeitpläne für Leadership-Besuche auf eine Verbesserung der Sicherheitskultur hinweisen?
  • Wie integriert man HSE-Themen in nicht fachspezifische Unternehmensveranstaltungen wie HR-Tage?
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