Die Gewährleistung sicherer Arbeitsbedingungen und ein effektives HSE-Management bedeuten nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, sondern auch die ständige Suche nach neuen Ansätzen zur Einbindung der Mitarbeiter. Angesichts der aktiven Unternehmensentwicklung und des Zustroms neuer Fachkräfte, insbesondere in Regionen mit wachsender Infrastruktur wie dem Fernen Osten, besteht ein dringender Bedarf an der Einarbeitung des Personals und der Schaffung einer Sicherheitskultur. Jewgeni Butjajew, Chefingenieur und Erster Stellvertretender Direktor der Primorskoje LPUMG der OOO Gazprom Transgaz Tomsk, teilt praktische Erfahrungen bei der Einführung von HSE-Managementelementen, die auf Filialebene initiiert wurden.
Der Referent analysiert den Einführungsprozess des 5S-Systems (ein Element des Lean Managements), der 2015 begann. Die Initiative startete mit der Untersuchung der Erfahrungen des Joint Ventures Sollers in Wladiwostok. Die Umsetzung begann in den Büroräumen: Standardisierung der Kabelverlegung, der Büromaterialien und der Dokumentation. Anschließend wurde die Praxis auf die Produktionsstätten übertragen. Das Hauptprinzip lautet: Jedes Ding muss seinen Platz haben. Dies verbessert nicht nur die Ergonomie, sondern diszipliniert auch das Bewusstsein der Mitarbeiter, was die Effizienz und Sicherheit der Produktion direkt erhöht.
Zur Steigerung der Effizienz des HSE-Managements in den Produktionsstätten und Werkstätten wurde ein Videoüberwachungssystem (ca. 35 Kameras) installiert. Abteilungsleiter und HSE-Spezialisten haben Zugriff auf die Übertragungen. In der Präsentation wird detailliert erläutert, wie das System in der Anfangsphase half, Verstöße zu unterbinden und die Entstehung von Notfallsituationen zu verhindern. Die offene Information über die Videoaufzeichnung diszipliniert das Team und reduziert die Anzahl der Verstöße auf ein Minimum.
Ein wichtiges Element der Mitarbeiterbeteiligung war das Sammeln von Vorschlägen der Belegschaft zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen. Die Anzahl der Initiativen wächst (von 65 im Jahr 2021 auf 85 im Jahr 2022). Zu den umgesetzten Ideen gehören die Kennzeichnung von Gefahrenbereichen und die Beseitigung möglicher Rutschgefahren.
Darüber hinaus wurde während der pandemiebedingten Einschränkungen ein „Betriebsfernsehen“ eingerichtet. Monitore in den Produktionsräumen ermöglichten die Übertragung von HSE-Meetings, Sicherheitstagen und Schulungsvideos. Dieses Instrument erwies sich als so effektiv, dass es auch nach Aufhebung der Einschränkungen aktiv zur Information und zur Präsentation der Ergebnisse von Leistungsbeurteilungen genutzt wird.
Zur Weiterbildung des Personals wurde ein technischer Schulungsraum mit Modellen und Anschauungsmaterialien eingerichtet. Die Mitarbeiter üben praktische Fähigkeiten für sicheres Arbeiten auf Trainingsgeländen (z. B. Besteigen von Masten, Rettung von Verunglückten, Reparatur von Kabelmuffen). Die Verwendung von QR-Codes an den Infotafeln ermöglicht einen schnellen Zugriff auf technische Dokumentationen und Anweisungen.
Besonderes Augenmerk wird auf die Einarbeitung neuer Mitarbeiter gelegt. Neben dem Mentoring erhalten neue Mitarbeiter nach Ablauf der Probezeit eine „Welcome Box“ mit Firmenartikeln (Anstecknadeln, USB-Sticks, Tassen, Thermoskannen), was ihre Integration in das Team fördert.
Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie das Problem der subjektiven Leistungsbeurteilung des Personals gelöst wurde. Es wurde ein automatisiertes System zur umfassenden Leistungsbeurteilung entwickelt. Die Mitarbeiter erhalten Punkte nach verschiedenen Kriterien: Disziplin, Arbeitsqualität, Teilnahme am System zur Gefahrenerkennung, Innovationsaktivitäten, Mentoring sowie Teilnahme an ökologischen, sportlichen und kulturellen Veranstaltungen.
Die gesammelten Punkte wirken sich direkt auf die Höhe des monatlichen Leistungszuschlags und der Jahresprämie aus. Neben der materiellen Motivation sind auch immaterielle Anreize vorgesehen: Vorrang bei der Wahl der Urlaubszeit, ein Parkplatz, Erholung auf dem Firmengelände und sogar die Bezahlung von Mittagessen in der Kantine durch die gesammelten Punkte. Das System ist absolut transparent und wird über das Betriebsfernsehen übertragen.
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