Die Entwicklung einer Sicherheitskultur im Unternehmen ist ohne die aktive Beteiligung der direkten Führungskräfte – Schicht- und Bereichsleiter – unmöglich. Sie interagieren täglich mit dem Personal und beeinflussen direkt die Einhaltung der Regeln. In seinem Vortrag teilt Evgeny Gorynin praktische Erfahrungen bei der Transformation der Rolle der direkten Führungskraft: vom einfachen Ausführenden von Anforderungen zum Leader, der in der Lage ist, Risiken zu analysieren und Entscheidungen zu treffen.
Der Referent erläutert, wie das Unternehmen von formaler Kontrolle und Bestrafung für unsicheres Verhalten zur systematischen Kompetenzentwicklung übergegangen ist. Der Anstoß für die Veränderungen war eine Analyse der aktuellen Situation durch das Prisma der Bradley-Kurve, die die Notwendigkeit einer tiefgreifenden Umstrukturierung der Prozesse und der Einbeziehung von Führungskräften aller Ebenen zeigte.
Ein wichtiger Schritt war die Erstellung eines Kompetenzprofils für Schichtleiter im Bereich HSE. Der Referent betont die Wichtigkeit der Nutzung bestehender HR-Instrumente: Anstatt ein neues System von Grund auf neu zu erstellen, ergänzte das Unternehmen die bestehende Kompetenzmatrix um einen Arbeitsschutzblock.
Das Profil umfasste Fähigkeiten wie persönliche Effektivität, effizientes Ressourcenmanagement (einschließlich SMART-Zielsetzung), Teaminteraktion und kontinuierliche Risikobewertung. Ein entscheidender Erfolgsfaktor war die Einbeziehung der Führungskräfte selbst in den Prozess der Profilerstellung – sie bestimmten selbst, welche Fähigkeiten sie für eine effektive Arbeit entwickeln mussten.
Um das aktuelle Niveau der Führungskräfte zu verstehen, wurde eine umfassende Bewertung durchgeführt. Sie umfasste die Analyse von Key Performance Indicators, das Sammeln von 360-Grad-Feedback und eine jährliche Beurteilung, die Wissenstests und die Bewertung von Fachkompetenzen kombinierte. Auf Basis dieser Daten wurden gemeinsam mit HR-Spezialisten individuelle Entwicklungspläne erarbeitet.
Der Vortrag geht detailliert auf die Instrumente für die Schulung ein. Basierend auf der Edgar-Dale-Pyramide setzte das Unternehmen auf die praktische Anwendung von Wissen. Das Arsenal umfasste überarbeitete Unterweisungsformate, Jobrotation, Mentoring und Planspiele, die es den Führungskräften ermöglichen, Risikomanagementfähigkeiten in simulierten Situationen sicher zu üben.
Die systematische Arbeit führte zu einer qualitativen Veränderung der Kultur. Direkte Führungskräfte begannen, selbstständig Diskussionen über Sicherheitsthemen zu initiieren, bei der Identifizierung von Risiken Rat einzuholen und Verantwortung für die Prozesse in ihren Abteilungen zu übernehmen. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie die Verlagerung des Fokus von totaler Kontrolle auf Kompetenzentwicklung es ermöglichte, selbst in komplexen Produktionsanlagen null Unfälle zu erreichen.
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