In der heutigen, sich schnell entwickelnden Welt reicht es für Unternehmen nicht aus, nur ihre Grundfunktionen zu erfüllen. Um Fortschritte zu erzielen und der Konkurrenz voraus zu sein, ist Proaktivität erforderlich – das Vorbeugen von Problemen, anstatt auf bereits eingetretene Vorfälle zu reagieren. Eine der bewährten Lösungen ist die Schaffung eines Systems zur kontinuierlichen Verbesserung.
Alexey Mosyagin, Leiter der HSE-Abteilung bei „Zarubezhneft-Dobycha Kharyaga“, analysiert, wie Instrumente zur Steigerung der Arbeitsproduktivität effektiv mit der Gewährleistung der Sicherheit kombiniert werden können. Der Vortrag beleuchtet detailliert das Produktionssystem des Unternehmens, das aus vier Grundelementen besteht, und dessen Einfluss auf die Reduzierung von Unfallursachen.
Das erste Element des Systems umfasst die Standardisierung und Visualisierung von Standardvorgängen. Das Ziel der standardisierten Arbeit ist es, einen einheitlichen Ansatz zur Aufgabenerfüllung zu vereinfachen und zu entwickeln. Dies spart Zeit und ist besonders nützlich für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Standardarbeitskarten enthalten eine schrittweise Abfolge von Aktionen, Zeichen und Sicherheitsanforderungen.
Die HSE-Abteilung entwickelt auch eigene Karten für Arbeiten mit erhöhtem Risiko: Arbeiten mit Gas, Feuer, Hebearbeiten und Arbeiten in der Höhe. Dies ermöglicht es sowohl eigenen Mitarbeitern als auch Auftragnehmern, komplexe Aufgaben sicher und schnell auszuführen.
Ein wichtiger Teil der Arbeitsorganisation der Teams ist das monatliche Ranking der strukturellen Abteilungen. Die Gewinner erhalten eine materielle Motivation. Der Bereich Arbeitssicherheit spielt in diesem Ranking eine entscheidende Rolle: Das Auftreten von Vorfällen setzt das Monatsranking auf null, und ein tödlicher Unfall oder ein erheblicher Gesundheitsschaden setzt das Ranking für das gesamte Jahr auf null. Ebenfalls bewertet wird die rechtzeitige Umsetzung von Maßnahmen der Produktionskontrolle und die Durchführung proaktiver Sicherheitsgespräche mit Auftragnehmern.
Das zweite Element zielt auf die Einheitlichkeit der Arbeitsplätze ab und besteht aus fünf Schritten: Sortieren, Systematisieren, Säubern, Standardisieren und Selbstdisziplin. Monatlich überprüft eine spezielle Kommission die Arbeitsplätze anhand von Checklisten (etwa 70 Punkte). Die Ergebnisse dieser Überprüfungen sowie die Erfüllung des Jahresplans zur Überführung der Objekte in einen Referenzzustand werden beim Ranking der Abteilungen berücksichtigt.
Das dritte Element bindet das gesamte Personal, einschließlich der Auftragnehmer, in den Verbesserungsprozess in zwei Bereichen ein: Sicherheit und Produktion. Ein Mitarbeiter kann eine Idee über ein Papierformular an der Pinnwand oder elektronisch einreichen. Die Ideen werden von einem technischen Rat geprüft, und für angenommene Vorschläge werden Punkte vergeben, die gegen Preise eingetauscht werden können (immaterielle Motivation). Wenn die Idee einen wirtschaftlichen Effekt bringt, werden zusätzliche Punkte vergeben.
Der Sprecher zeigt an einem Beispiel, dass die Einbindung der Mitarbeiter in das System 82 % und die der strukturellen Abteilungen 100 % erreicht. Dieser Block wird auch im Team-Ranking im Bereich „Aktive Position“ berücksichtigt, der auch die Teilnahme an Unternehmenswettbewerben wie „Bester in HSE“ und „Bester Arbeitsplatz nach 5S“ umfasst.
Das vierte Element fördert einen schonenden Umgang mit Ressourcen durch die Suche nach und die Reduzierung von Verlusten. Die Handlungen des Personals werden auf ihre Wertschöpfung hin analysiert. Ideen, die auf Ressourceneinsparungen abzielen und erhebliche Umsetzungskosten erfordern, werden in separate „Lean Production“-Projekte überführt.
Ein wichtiges Instrument ist das Stopp-Karten-System – das Recht jedes Mitarbeiters, einzugreifen und die Arbeit zu unterbrechen, wenn gefährliche Bedingungen oder Handlungen festgestellt werden. Das Ausfüllen von Stopp-Karten wirkt sich positiv auf das persönliche Ranking des Mitarbeiters und das Ranking der Abteilung aus.
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