In der heutigen Realität großer Erdölraffinerien erfordern strengere Anforderungen an Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz neue Managementansätze. Anatoli Sacharow, stellvertretender Chefingenieur für HSE bei LUKOIL-Permnefteorgsintez, teilt seine Erfahrungen bei der Transformation des traditionellen administrativen Kontrollsystems. Das Unternehmen, das jährlich 14 Millionen Tonnen Rohstoffe verarbeitet, hat das sowjetische dreistufige Inspektionssystem an die modernen Anforderungen des risikoorientierten Ansatzes angepasst und den Fokus von der totalen Kontrolle auf die Identifizierung von Hochrisikoobjekten verlagert.
Wie misst man die Einstellung der Mitarbeiter zur Sicherheit? Der Referent untersucht diese Frage durch die Linse der Broken-Windows-Theorie und der Heinrich-Pyramide. Geringfügige Verstöße, die keine Kapitalinvestitionen erfordern und innerhalb einer Schicht behoben werden können, dienen als Indikatoren für den Zustand der Sicherheitskultur. Die Duldung solcher „zerbrochenen Fenster“ provoziert schwerwiegendere Vorfälle. Genau aus diesem Grund basiert die Bewertung der Sicherheitskultur auf der Analyse oberflächlicher Verstöße, was es ermöglicht, größere Unfälle vorherzusagen und zu verhindern.
Der Vortrag beleuchtet detailliert den Übergangsprozess zum neuen Bewertungssystem. Die erste Phase ist die Entwicklung einer einheitlichen Checkliste mit 10 Indikatoren (Produktionskultur, Sicherheitszeichen, Zustand der PSA usw.), die jeweils auf einer 5-Punkte-Skala bewertet werden. Die zweite Phase umfasst die praktische Überprüfung der Objekte anhand der Checkliste mit parallelem Microlearning für das Personal. Die dritte Phase ist die Analyse der Wirksamkeit der Indikatoren und deren Anpassung unter Berücksichtigung der Saisonalität. Die vierte Phase besteht in der Visualisierung der Ergebnisse und der Erstellung eines Anlagenrankings.
Besonderes Augenmerk wird auf den Indikator „Bewertung der Personalkompetenz“ gelegt. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie Inspektionen zu einem Sicherheitsdialog werden. Anstatt einer formalen Kontrolle versammelt der Prüfer die Schicht im Kontrollraum und führt eine Befragung zu Risiken, Anweisungen und potenziell gefährlichen Ereignissen durch. Festgestellte Wissenslücken werden vor Ort geschlossen: Kollegen helfen sich gegenseitig, und der Prüfer berät. Dies ist nicht nur eine Überprüfung des Restwissens, sondern auch ein effektives Microlearning, das den Einfluss des menschlichen Faktors reduziert.
Das Ergebnis der Bewertung ist ein Ranking der Sicherheitskultur der Anlagen. Es werden negative Indikatoren (Abweichungen von Normen, Verstöße, Vorfälle) eingeführt, die das Ranking erheblich senken oder auf null setzen können. Die Objekte werden in Stufen eingeteilt: von 100-75 % (erforderliches Niveau) bis unter 44 % (erhebliche Abweichungen). Die Anlage mit dem niedrigsten Ranking wird zum Objekt einer umfassenden Inspektion der dritten Stufe der administrativen Kontrolle und erhält zusätzliche außerplanmäßige Inspektionen der zweiten Stufe. Objekte mit einem hohen Ranking werden nur dokumentarisch geprüft, was die Aufsichtsbelastung verringert und die Selbstkontrolle fördert.
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Kommentare 2
Ramin Mursaliyev,
Ravil Shibaev
Hallo.
Am Ende wurde der Gewinnername genannt. Ich habe ihn nicht gehört. Sagten Sie Ramin?