Die Entwicklung einer Sicherheitskultur in der Produktion führt unweigerlich zu der Erkenntnis: Planungs- und Baufehler in der Betriebsphase zu beheben, ist langwierig, teuer und ineffizient. Ekaterina Gemberova, Leiterin der Abteilung für die Entwicklung von Sicherheitssystemen bei AO OTEKO, teilt die praktischen Erfahrungen des Unternehmens bei der Integration von Sicherheitsanforderungen in den Projektmanagementprozess in den frühesten Phasen. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Weg von einer Situation, in der die HSE-Abteilung erst im Nachhinein in Projekte einbezogen wurde, bis hin zur Schaffung eines Systems, in dem Sicherheit ein integraler Bestandteil des „Eisernen Dreiecks“ des Projektmanagements ist.
Die Referentin zeigt am Beispiel ihres Unternehmens, wie ein Audit abgeschlossener Bauprojekte kritische Mängel aufdeckte: fehlende Absperrungen von Gefahrenbereichen, nicht installierte Erdungs- und Brandmeldesysteme. Eine Ursachenanalyse ergab, dass sich die Projektmanager ausschließlich auf Fristen und Budgets konzentrierten, während HSE-Spezialisten nicht in die Prüfung von technischen Spezifikationen und die Abnahme von Objekten einbezogen wurden. Dies erforderte eine radikale Überarbeitung der Prozesse.
Um die Situation zu ändern, implementierte das Unternehmen einen umfassenden Ansatz, beginnend mit grundlegenden Dokumenten. Was getan wurde und warum es wichtig ist:
Ein Schlüsselschritt der Transformation war die harmonische Integration von Sicherheitsprüfungen in den bestehenden Algorithmus der Inbetriebnahmearbeiten. Die Referentin analysiert zwei Hauptprüfungen:
Wird von einer Kommission unter Beteiligung eines HSE-Experten durchgeführt. Der Fokus liegt auf dem Vorhandensein von Dokumentationen (Pässe, Handbücher), der strukturellen Integrität und der Funktionsfähigkeit von Sicherheitssystemen (Verriegelungen, Sensoren, Erdung, Not-Aus-Taster). Festgestellte Mängel werden klassifiziert:
Wird anhand einer formalisierten Checkliste durchgeführt. In dieser Phase erscheint die Kategorie A1 – Mängel, für die der Betrieb verantwortlich ist (Fehlen von Arbeitsanweisungen, Mangel an qualifiziertem Personal). Bei Mängeln der Kategorie A1 wird das Protokoll der umfassenden Erprobung unterzeichnet (der Auftragnehmer wird bezahlt), aber das Abnahmeprotokoll für den Betrieb wird bis zu deren Behebung blockiert.
Zur Steuerung des Prozesses wurde ein automatisiertes System implementiert. Das Modul „Checklisten“ ermöglicht die Erstellung von Prüflisten mit Verweisen auf normative Dokumente, die Zuweisung von Verantwortlichen, die Überwachung der Fristen zur Mängelbehebung und die Eskalation von Erinnerungen.
Die Einführung dieses Ansatzes sorgt für direkte finanzielle Einsparungen (die frühzeitige Erkennung von Mängeln ist um ein Vielfaches günstiger als Nachbesserungen), verhindert Streitigkeiten mit Auftragnehmern durch klare Spielregeln und reduziert Reputationsrisiken, indem ein normaler Betrieb neuer Anlagen ohne Ausfallzeiten und Unfälle gewährleistet wird.
Entdecken Sie die vollständige Bibliothek bewährter Praktiken der Arbeitssicherheit
Zur Bibliothek