Der Übergang vom papierbasierten Dokumentenmanagement zu digitalen Lösungen ist ein natürlicher Entwicklungsschritt der HSE-Funktion (Health, Safety & Environment) in großen Industrieunternehmen. Bei Belegschaften von mehreren Tausend Mitarbeitern und verteilten Produktionsstätten werden traditionelle Methoden der Datenerfassung und -analyse ineffizient. Denis Karpenko, Leiter für IT-Projekte im HSE-Bereich bei NLMK, teilt seine Erfahrungen beim Aufbau eines einheitlichen digitalen Raums, der nicht nur Routineprozesse automatisiert, sondern auch fundierte Managemententscheidungen auf Basis objektiver Statistiken ermöglicht.
Die Grundlage der digitalen Transformation bei NLMK war das HSE-Informationssystem. Der Sprecher betont, dass das Hauptziel der Einführung darin bestand, von "Automatisierungsinseln" wegzukommen, bei denen verschiedene Betriebe isolierte Lösungen nutzen. Das einheitliche System deckt alle Bereiche der Funktion ab und ist in andere Unternehmensdienste (HR, Logistik, Zutrittskontrollsysteme, Instandhaltung) integriert.
Eines der größten Projekte war die Einführung der elektronischen Arbeitsfreigabe (Permit to Work). In der Präsentation wird dieses Tool, das sechs Arten von Arbeiten mit erhöhtem Risiko abdeckt, detailliert betrachtet. Die Digitalisierung des Prozesses löst zwei Hauptaufgaben: Sie verkürzt die Zeit für die Dokumentenerstellung und verbessert die Qualität der Genehmigungen. Der gesamte Zyklus – von der Erstellung der Freigabe bis zum Abschluss der Arbeiten – erfolgt im System unter Verwendung mobiler Geräte, wodurch der papierbasierte Dokumentenverkehr vollständig eliminiert wird.
Ein Tool, das es jedem Mitarbeiter ermöglicht, über eine mobile App eine gefährliche Bedingung oder Handlung zu melden, ist zu einem grundlegenden Element der Sicherheitskultur geworden. Der Sprecher zeigt an einem Beispiel, wie das Eskalationssystem funktioniert: Wenn eine Meldung nicht bearbeitet wird oder überfällig ist, wird sie automatisch an die nächsthöhere Ebene weitergeleitet – vom Abteilungsleiter bis zum Präsidenten des Unternehmens. Dieser Ansatz hat die Anzahl ungelöster Probleme drastisch reduziert und für Transparenz im Prozess der Risikobeseitigung gesorgt.
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